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02.07.2004 - 

Kolumne

"Ausweg aus der Vertrauenskrise"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Ganz taufrisch ist die Idee zwar nicht mehr, aber offenbar dauert es, bis neue Gedanken Eingang in die Praxis finden. Es geht darum, IT-Aufgaben und -Lösungen in Unternehmen nicht mehr wie Projekte, sondern wie Produkte zu behandeln.

Was auf den ersten Blick lediglich nach modischer Umbenennung aussieht, wirkt sich, richtig angewendet, stark auf die Organisation der IT-Abteilung aus und zeitigt auch Konsequenzen im Umgang mit der Unternehmens-IT.

In Projekten wird grundsätzlich anders gearbeitet als in der Fertigung von Produkten. Während Projektarbeit das Abweichen vom vorgezeichneten Weg einkalkuliert und manchmal sogar nur durch Versuch und Irrtum vorankommt, liegt der Fertigung von Produkten ein festgeschriebenes Konzept zugrunde. Die benötigten Komponenten sind vorhanden, die Arbeitsschritte definiert und Zeit sowie Kosten sind vorher festgelegt worden und klar in Beziehung gesetzt zu Lebensdauer, Verkaufspreis und Betriebskosten des Produkts. Wie ernst es einige Unternehmen mit der neuen Ausrichtung ihrer IT im Sinne eines Produktionsprozesses meinen, lässt sich auch daran erkennen, dass das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen ein eigenes Kompetenzcenter gegründet hat, um den Ansatz weiterzuentwickeln.

Wird das Konzept konsequent auf die Unternehmens-IT angewendet, dann werden sich Planung, Produktion, Abrechnung und Betrieb von IT-Lösungen verändern. Geplant wird von Anfang an mit verfügbaren oder fertig beziehbaren Bauteilen. Damit würde in definierten Schritten in einem beherrschten Verfahren produziert, nicht, wie heute in Projekten üblich, mit oft nur halb verstandenen Umgebungen und Tools entwickelt. Das macht die benötigte Zeit und die Kosten berechenbar. Aus dem Zeit- und Kostenbudget laufende IT-Projekte, die heute an der Tagesordnung sind, sollen damit der Vergangenheit angehören. Zu Produkten gehört auch eine Lebenszeitkalkulation, die heute für IT-Lösungen komplett fehlt. In den meisten Unternehmen gibt es keinen Plan dafür, wann Lösungen durch neue ersetzt werden, um die Betriebskosten im Griff zu behalten.

Das alles zusammen würde IT auch für die Fachabteilungen und das Topmanagement wieder überschaubar machen. So könnte man für die verfügbaren Produkte einen regelrechten Katalog erstellen, mit genauer Beschreibung der Funktionen, mit Verfügbarkeit und vor allem auch mit einem festen Preis. Jeder wüsste, was er zu erwarten hat. Gegenüber heute würde das einen enormen Fortschritt darstellen.