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10.10.1980 - 

Herstellerneutrale Systemsoftware erleichtert Systemwechsel:

Ausweg für Anwendungsprogrammierer

Was versteht der EDV-Benutzer heute unter Systemsoftware? Einerseits ist hierunter das Betriebssystem zu sehen, aber auch TP-Monitore, Datenbanksysteme, Dictionaries, Erfassungsgeneratoren, Programmier-Systeme, Offline-Listengeneratoren und Online-Abfragesysteme.

Die meisten Installationen haben heute bereits mindestens eines, wenn nicht mehrere dieser Systemsoftware Produkte im Einsatz. In vielen Firmen verzichtet man auf diese Produkte und überläßt es dem Anwendungsprogrammierer, durch erheblichen Programmieraufwand nur für seine spezielle Anwendung zum Beispiel die Datenorganisation zu erstellen. Im Bereich der Erfassung und der Auswertung von Daten wird oft derselbe Weg gegangen. Es wird hier nicht auf Systemsoftware-Produkte zugegriffen, sondern es werden individuelle Anwendungsprogramme geschrieben.

Der Aufwand ist erheblich.

Die Situation auf dem Personalmarkt zwingt viele EDV-Benutzer umzudenken. Das Ziel muß sein, Anwendungsprogrammierern nur noch die Anwendungsprogrammierung zu überlassen und alles andere, was durch Systemsoftware einheitlich im System für alle Anwendungen organisiert werden kann - etwa durch ein Datenbanksystem -, aus der Anwendung herauszulösen.

Deshalb wird sich in der Zukunft die Relation "Hardware-Miete zu Systemsoftware-Kosten" (Miete oder Kauf) erheblich verändern. Wir kennen einen Anwender eines Systems IBM 370/138, bei dem der Systemsoftware-Mietbetrag 50 Prozent der Hardwaremiete ausmacht. Es werden aber nur drei Programmierer benötigt, obwohl Auftragsbearbeitung, Fertigungsplanung, Einkauf, Finanzbuchhaltung und Statistiken zum Teil online abgewickelt werden. Viele Firmen müssen heute notwendige Anpassungen und Änderungen zurückstellen, obwohl der organisatorische Ablauf in einem Bereich sie erfordern, weil die notwendigen Programmierkapazitäten fehlen und nicht am Markt zu bekommen sind.

Auch hier kann der Einsatz von Systemsoftware abhelfen.

Diesen Markt der Systemsoftware kann man in zwei Bereiche teilen: Herstellerabhängige Systemsoftware und herstellerneutrale Systemsoftware.

Ein Hersteller wird seine Systemsoftware-Entwicklung immer darauf abstellen, wie weit der Systemumsatz gesteigert werden kann, und wie er den Benutzer über einen längerfristigen Zeitraum an sich binden kann. Mit anderen Worten: Ein Hersteller wird kaum neutrale Systemsoftware anbieten, mit der ein Systemwechsel vereinfacht wird. Wenn wir einmal die Palette der TP-Monitore und Datenbanksysteme von Herstellern ansehen, dann besteht oft noch nicht einmal bei einem Systemwechsel die Möglichkeit, denselben TP-Monitor oder dasselbe DB-System eines Herstellers weiter zu verwenden.

Oft scheint ein Herstellerwechsel sinnvoll, um für die gleichen Systemkosten einen größeren Systemnutzen zu erreichen. Meist wird bei solchen Vergleichen der Änderungsaufwand in den Bereichen Systemsoftware und Anwendungsprogrammierung vergessen.

Die Lieferanten neutraler Systemsoftware haben ganz andere Ziele als die Systemhersteller. Die Kosten für die Entwicklung solcher Systemsoftware wie DB- oder Abfragesysteme müssen durch so viele Installationen wie nur möglich wieder eingespielt werden. Daher müssen diese Produkte so entwickelt werden, daß sie auf Systemen unterschiedlicher Hersteller und Betriebssystemen eingesetzt werden können.

Hierdurch wird ein Systemwechsel erleichtert. Ein weiterer Gesichtspunkt bei herstellerneutraler Software ist, daß der Entwickler die Schwerpunkte seiner Produkte und Entwicklung anders setzen kann, da er nicht gleichzeitig Systemlieferant ist. Oft wird bei der Auswahl von Systemsoftware der monatliche Mietpreis oder der Kaufpreis verglichen. Den Folgekosten für Mitarbeiterausbildung und zusätzlichen Service der Produkte sowie dem Programmieraufwand wird wenig Beachtung geschenkt.

Folge: Die Einsparung, die sich der Benutzer erhofft hat, tritt nicht ein. Eine Aufstockung der Programmiermannschaft ist oft die Folge. Die Leistungssteigerung kann nicht zu den gewünschten Terminen zur Verfügung gestellt werden.

Der Nutzen für den Benutzer bei dem Einsatz solcher Systemsoftware-Produkte kann heute durch Vergleiche und Beispiele gezeigt werden. Die für die jeweilige Anwendung beste Systemsoftware zu finden, muß das Ziel sein.

*Geschäftsleiter der Cincom Systems GmbH + Co. oHG, Oberursel.