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11.04.1975 - 

SCHOLZ REPORT

Ausweichsystem-Vertrag

Diplomkaufmann Einar Scholz

Der folgende Ausweichsystem-Vertrag ist in der Praxis realisiert worden. Er soll als Hilfestellung für einen eigenen Vertrag dienen. Betriebsinterne Gegebenheiten müssen dabei individuell formuliert werden.

° 1 Gegenstand des Vertrages

Gegenstand des Vertrages sind die Rechte und Pflichten der Vertragspartner beim Zusammenbruch des Rechenzentrums eines Vertragspartners. Ein Zusammenbruch des RZ liegt dann vor, wenn das Gesamtsystem ausgefallen ist und deshalb Projekt-Liefertermine ohne eine Ausweichmöglichkeit nicht einzuhalten sind.

° 2 Bereitstellung

Dem durch einen Rechenzentrums-Zusammenbruch betroffenen Partner wird der andere Partner sein gesamtes System nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zur Verfügung stellen:

2.1 Der Partner wird sein System montags bis freitags von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr und am Samstag und Sonntag von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr nach vorheriger Terminabstimmung dem betroffenen Partner überlassen. Sofern während dieser Termine eigene Arbeiten und/oder Arbeiten ständiger Rechenzentrums-Kunden durchgeführt werden müssen, haben diese Vorrang vor der Überlassung des Gesamt-Systems an den anderen Partner.

Die Partner verpflichten sich, Blockzeiten des gesamten Systems an Gelegenheitskunden solange nicht einzuräumen. als das Gesamt-System eines Partners wegen Zusammenbruchs ausgefallen ist und dieser das Gesamt-System des nicht betroffenen Partners zur Durchführung eigener Arbeiten benötigt.

2.2 Der betroffene Partner hat die Überlassung des Systems des anderen Partners so früh wie möglich anzumelden. Von Montag bis Freitag sollte dies spätestens bis 19.00 Uhr, für Samstag und/oder Sonntag bis Freitag 19.00 Uhr erfolgt sein.

2.3 Ist das Gesamt-System eines Partners länger als 72 Stunden ununterbrochen ausgefallen, so werden die Partner eine Terminabstimmung in der Weise treffen, daß dem betroffenen Partner mindestens 8 Stunden Blockzeit für das gesamte System des anderen Partners von Montag bis Freitag eingeräumt werden. Am Wochenende wird dem betroffenen Partner das gesamte System voll zur Verfügung gestellt.

2.4 Der nicht betroffene Partner wird dem anderen Partner während der gesamten Dauer einen Begleitoperator zur Verfügung stellen.

° 3 Kosten

Für die Benutzung der gegenseitigen Systeme wird dem jeweils betroffenen Partner ein Stundenpreis von DM - - - je Blockzeitstunde zuzüglich DM - - - je Operatorstunde in Rechnung gestellt. Die Dauer der Benutzung wird auf einem Beleg festgehalten und von beiden Partnern unterschrieben. Die in Anspruch genommenen Leistungen werden jeweils monatlich in Rechnung gestellt. Verbrauchsmaterial wird auf ausdrückliche Anforderung des betroffenen Partners gegen Erstattung der Selbstkosten überlassen. Die Benutzung von UR-Maschinen (Sortierer, Locher etc.) und Schneide- und Separiereinrichtungen wird nicht berechnet.

°4 Abstimmung der Hardware-Planung

Die Partner werden ihre Hardware-Planung so aufeinander abstimmen, daß bei Gesamt-Systemzusammenbrüchen auf das Gesamtsystem des nicht betroffenen Partners ausgewichen werden kann. Sie werden sich von allen Maßnahmen rechtzeitig unterrichten, die eine Systembenutzung durch den anderen Partner erschweren oder unmöglich machen.

° 5 Kündigung

Dieser Vertrag tritt mit der Unterzeichnung in Kraft und läuft auf unbestimmte Zeit. Er kann mit einer Frist von 6 Monaten zum Quartalsende gekündigt werden. Sollte die Benutzung des Gesamt-Systems durch Maßnahmen im Sinne von ° 4, Satz 2 derart erschwert oder unmöglich gemacht werden, daß eine Benutzung für den betroffenen Partner nicht mehr von Interesse ist, so kann dieser den Vertrag mit sofortiger Wirkung kündigen.

Bemerkungen zum Ausweichsystem-Vertrag

2.1 In dem beschriebenen Mustervertrag handelt es sich um Systeme, die im 2-Schicht-Betrieb gefahren werden. Je nachdem, wie stark die Systeme genutzt werden, müssen hier Modifikationen gemacht werden.

2.3 Diese Regelung ist der entscheidende Punkt des gesamten Vertrages. Hierdurch erhält der betroffene Partner ein Recht auf die Benutzung des Systems, im vorliegenden Beispiel 8 Stunden pro Tag und 48 Stunden an den jeweiligen Wochenenden.

5. Die Kündigungsfrist sollte nicht unter der angegebenen Zeit liegen, da sie in Verbindung mit Punkt 2.3 den Umfang der Verpflichtungen beider Partner regelt.