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29.08.1986

Auswirkungen der 29. Änderungsverordnung auf die DFV, Teil 1:Datenfernverarbeitung wird in vielen Punkten billiger

Die Auswirkungen der 29. Änderungsverordnung auf das Datenfernverarbeitungskonzept des einzelnen Anwenders ist von den geografischen Verhältnissen und der Anwendungsstruktur stark abhängig. Die Erweiterung des Diensteangebots und die zum Teil drastischen Gebührensenkungen können dazu genutzt werden, durch Anpassung der Netzstruktur, des verwendeten Dienstemix und der angeschlossenen Endgeräte Gebühreneinsparungen und Funktionsverbesserungen zu erzielen sowie neue Standorte und Anwendungen in die DFV einzubeziehen. lm folgenden sind die wesentlichen Aspekte zusammengefaßt.

Neue und grundsätzliche Einsätze der DFV verdienen besondere Aufmerksamkeit. Jeder Anwender sollte untersuchen,

- welche neuen Standorte wirtschaftlich in die Datenfernverarbeitung einbezogen werden können,

- welche Anwendungen neu aufgegriffen oder über die Grundstücksgrenzen hinweggetragen werden können und

- wie das vielfach erweiterte Angebot für hohe Bitraten (64 kBit/s, 2 MBit/s und Vielfache) zur Vorbereitung auf ISDN genutzt werden kann.

Entscheidend für diese Analysen ist das Know-how um die eigenen Anwendungen.

Datenübertragung im Fernsprechnetz

Die Gebühren für ältere Modemtypen werden zum 1.12. 86 gesenkt. Neue Modemtypen werden angeboten, insbesondere die Palette der Einbaumodems erweitert.

Die Senkung der Modemgebühren das Einbeziehen von Spanien und Portugal in den EG-Tagtarif (12 s pro Gebühreneinheit), das Einbeziehen von Italien, Griechenland, Irland Portugal und Spanien in den Billigtarif ( 16 s in der Nacht), und die Gebührensenkung um zirka 27 Prozent für interkontinentale Gespräche verzögern das weitere Schrumpfen der Nische, die der Datenübertragung im Fernsprechnetz neben den Datennetzen bleibt. Außerdem führt die DBP teilnehmereigene (bei der DBP gekaufte) Modems ein und läßt in Abstimmung mit der Kommission der Europäischen Gemeinschaft auch private Modems (bei beliebigen Anbietern gekauft) zu. Alle Modems benötigen eine Zulassung durch das ZZF, auf der Basis von Spezifikationen, die volle CCITT-Kompatibilität verlangen. Da Modems in anderen europäischen Ländern gleichfalls CCITT-kompatibel sein werden, soll langfristig zumindest eine europaweite Kompatibilität der Datenübertragung im Telefonnetz gesichert werden.

Ob sich diese Entscheidung letztlich für den Anwender positiv auswirkt, hängt im wesentlichen davon ab, wie schnell und umfassend in anderen europäischen Ländern die technischen Vorschriften in Kraft treten, die eine europaweite Kompatibilität der Modems sichern.

Die Erfahrung mit den von der DBP angebotenen Einbaumodems hat gezeigt, daß die Cept-Empfehlung, die ihnen zugrunde lag, in so wenigen Ländern angewandt wurde, daß nur wenige Hersteller ihre Produkte auf dieses preiswerte Angebot abstimmten.

Die neue Regelung läßt dem Hersteller die Freiheit der körperlichen Gestaltung von Einbaumodems, schreibt ihm jedoch Funktionen, Protokolle und Schnittstellen vor, die die Kompatibilität mit Modems anderer Hersteller nachweislich sichern.

Wenn diese Vorschriften in einer ausreichenden Zahl von Ländern gelten, können die Anwender mit Preisvorteilen für Endeinrichtungen mit Einbaumodem rechnen, ohne in der Wahl der Kommunikationspartner eingeschränkt zu werden.

Bekannte Dienstleistungen im Direktrufnetz

Schnittstellenvervielfacher wird es in Zukunft für maximal sechs Ausgänge (bisher acht) geben, bei einer auf 60 Mark gesenkten Grundgebühr. Die Grundgebühr für Kanalteiler wird von 30 auf 60 Mark angehoben. Bei beiden Produkten werden je Ein- und Ausgang zusätzlich 30 Mark pro Monat erhoben. Damit ergeben sich für Neuinstallationen leichte Einschränkungen in der Konfigurierbarkeit.

Direktrufverbindungen im Ortsbereich wurden bisher nach drei pauschalen Gebührenstufen überlassen. Die dritte, das heißt die teuerste Stufe, wird zum 1.1.87 gestrichen. Damit sind auch Direktrufverbindungen zwischen Endpunkten, die nicht zu benachbarten Netzbereichen gehören, um 84 bis 150 Mark für 50 Bit/s bis 9600 Bit/s pro Monat erhältlich. Dies bedeutet eine 50prozentige Gebührensenkung.

Die Folge sind Gebühreneinsparungen bei langen Direktrufverbindungen in großen Ortsnetzen, wesentliche Vereinfachungen bei der Netzplanung und eine Unterstützung des Trends, der von Ringstrukturen zu den technisch einfacher zu handhabenden Sternnetzen führt.

Auf die Erhebung einer Zuschlagsgebühr für das Führen einer Direktrufverbindung außerhalb des Regelweges wird bis zum 1.7.87 verzichtet. Dies bedeutet, eine weitere Verschiebung für diese Zuschlagsgebühr erspart das Umlegen stabiler Verbindungen und Diskussionen darüber, ob der Wunsch nach einer besonderen Führung der Leitung von der Post oder dem Anwender zu verantworten ist.

Die Nutzung analoger Direktrufverbindungen wird weiterhin gestattet, solange die technischen und betrieblichen Voraussetzungen hierfür gegeben sind.

HfD-Verbindungen für 64 kBit/s und 1,92 MBit/s

Nach langen Diskussionen in den "Arbeitsgruppe des Ausschusses für Fragen der Datenfernverarbeitung beim FTZ" führt die Deutsche Bundespost zum 1.1.87 Direktrufverbindungen für 64 kBit/s und 1,92 MBit/s mit der Schnittstelle X.21 ein. Prinzipiell wird dabei von einer nutzungszeitabhängigen Tarifierung ausgegangen, in der Blindverkehr nicht gebührenpflichtig ist. Die monatlichen Grundgebühren sind mit 210 Mark für 64 kBit/s und 500 Mark für 1,92 MBit/s ebenso attraktiv wie die Verkehrsgebühren.

Im Ortsnetz wird die Nutzung nicht gemessen, das heißt die Verkehrsgebühren werden grundsätzlich pauschaliert: Wenn die Anschlußpunkte im Bereich derselben Ortsvermittlungsstelle liegen, beträgt die Pauschale 120 beziehungsweise 1200 Mark bei 64 kBit/s beziehungsweise 1,92 MBitis; liegen die Endpunkte im Bereich verschiedener Endvermittlungen, steigt sie auf 360 beziehungsweise 3600 Mark. Bei ortsnetzüberschreitenden Verbindungen beträgt die Verkehrsgebühr je 100 Meter und Nutzungsstunde bei 64 kBit/s zwischen 0,15 (Entfernungen bis 50 km) und 0,015 Mark (Entfernungen über 100km); bei 1,92 MBit/s zwischen 1,5 und 0,15 Mark.

Solange die Bundespost den Verkehr auf ortsnetzüberschreitenden Verbindungen nicht mißt, werden vom 1.1.87 bis 31.12.89 pro Monat pauschal 120 Stunden Nutzung und vom 1.1.90 bis 31. 12.91 240 Stunden unterstellt. In dem fünfjährigen Zeitraum ist auch Eigenmessung durch den Teilnehmer zugelassen. In diesem Fall gilt die vom Teilnehmer nachgewiesene Nutzungszeit, wobei jedoch mindestens 80 Stunden zu bezahlen sind.

Gleichzeitig mit dem Angebot von Direktrufverbindungen für diese hohen Geschwindigkeiten werden auch entsprechende private Leitungen für Direktruf statthaft, für die keine Grundgebühren anfallen. Immer dann, wenn die Endpunkte der Verbindung nicht auf dem gleichen oder auf benachbarten Grundstücken liegen, sind jedoch Verkehrsgebühren zu entrichten, die halb so hoch sind wie bei den oben genannten Direktrufverbindungen.