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23.06.2000 - 

Neues Online-Portal soll Geschäftsentwicklung beleben

Autodesk will mit Redspark zur New Economy aufschließen

LONDON - Mit dem neu gegründeten Online-Unternehmen Redspark will der CAD-Spezialist Autodesk mit Hauptsitz in San Rafael, Kalifornien, jetzt volle Fahrt in Richtung E-Business nehmen. Gleichzeitig soll die Neuausrichtung zum Internet-Unternehmen der Geschäftsentwicklung nach dem schweren Umsatz- und Gewinneinbruch im letzten Jahr neue Impulse geben.Von Andrea Goder*

"Redspark ist Teil unserer Strategie, ein Netz von Internet-Firmen aufzubauen", erläuterte CEO Carol Bartz das neu aufgelegte E-Business-Konzept vor Journalisten in London. Ziel der Internet-Neugründung sei es, Kunden-Lieferanten-Beziehungen zu verbessern und dadurch die globale Zusammenarbeit von Unternehmen zu erleichtern.

Im Zentrum der E-Business-Aktivitäten von Redspark steht der Aufbau eines virtuellen Marktplatzes, auf dem Fertigungskapazitäten, Katalogteile oder Maschinen gehandelt werden können. Daneben gehören auch Dienstleistungen in die Angebotspalette der in San Franzisko ansässigen Neugründung, an deren Spitze CEO Dominic Gallello steht. Nicht zuletzt bietet die Internet-Plattform Ingenieuren umfassende Informationen zu Konstruktions- und Fertigungstechnologien.

Mit dem zunächst für Autodesk-Kunden in den USA konzipierten virtuellen Geschäftsmodell will Bartz auch global expandieren. Die Konzernchefin verspricht sich von dem Projekt Zugang zu einem Marktsegment, dessen Potenzial nach Schätzungen von Dataquest allein in den USA bei 1,8 Milliarden Dollar liegt. Zur Frage, welche Umsätze sich Autodesk von den neuen Online-Aktivitäten erwartet, gab es in London allerdings keine näheren Auskünfte.

Mit Redspark präsentierte Autodesk einen weiteren Teil seiner auf mehrere Stufen angelegten Internet-Strategie. Bisherige Schritte waren die Entwicklung von Internet-fähigen Desktop-Lösungen beziehungsweise Browser-basierten Applikationen. So ermöglicht es das Tool "I-Drop" Designern, Web-Inhalte per Drag and Drop von der Internet-Site des Herstellers unmittelbar in die Entwürfe einzubinden. Bereits 1999 hatte Autodesk mit dem Internet-Portal Buzzsaw.com einen Marktplatz für die Baubranche geschaffen. Dieses B-to-B-Portal ist eine virtuelle Anlaufstelle für Architekten und die Bauindustrie, um Projekte gemeinsam im Internet zu planen.

Der neu gegründete Online-Marktplatz Redspark und die Verlagerung von Designer-Prozessen ins Internet sind laut CEO Bartz wichtige Schritte in Richtung Internet-Company. Gleichzeitig soll das erweiterte Business-Modell nach den schweren Umsatz- und Gewinneinbußen im letzten Jahr die Trendwende in der Geschäftsentwicklung des weltweit führenden Softwareanbieters für Konstruktion und Design bringen.

Im Geschäftsjahr 1999/00 (Ende: 31. Januar) waren die Umsätze des US-Konzern, der weltweit 3070 Mitarbeiter beschäftigt, davon 100 in Deutschland, gegenüber dem Vorjahr von 872 Millionen auf 820 Millionen Dollar eingebrochen. Parallel dazu musste Autodesk einen herben Gewinnrückgang von 97 Millionen auf 9,8 Millionen Dollar melden. Als Grund für den Einbruch nannte das Unternehmen Verzögerungen bei der Produktentwicklung, die in Zusammenhang mit "Auto CAD 2000" stehen. Diese Plattform für vertikale Produkte wurde zwar bereits Anfang 1999 gelauncht. Schwierigkeiten hatten die Kalifornier dann allerdings damit, auch Industrielösungen rechtzeitig auf den Markt zu bringen. In der Folge gingen Aufträge verloren oder mussten ins nächste Geschäftsjahr verschoben werden.

Negativ zu spüren bekam das US-Unternehmen eigenen Aussagen zufolge aber auch die hinlänglich bekannten Auswirkungen des Jahr-2000-Problems. "Vor allem viele kleine bis mittelständische Unternehmen waren damit beschäftigt, ihre gesamte Infrastruktur auf das Jahr 2000 hin zu überprüfen und haben Kaufentscheidungen entsprechend zurückgestellt", erklärt Deutschland-Geschäftsführerin Christiane Glöckler. Darüber hinaus belasteten auch Akquisitionen die Vorjahresbilanz. So übernahm Autodesk das kanandische Softwareunternehmen Vision Solutions, einen Hersteller von unternehmensweiten Mapping, Facility Management und geografischen Informationssystemen.

Eine Erholung in der Bilanz zeichnet sich mit den vor kurzem vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres bereits ab. Autodesk steigerte demnach die Einnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 195 Millionen auf 223 Millionen Dollar. Als Nettogewinn wies das Unternehmen 25,6 Millionen Dollar aus - nach einem Verlust von 17,1 Millionen Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres.

*Andrea Goder ist freie Journalistin in München.

Abb: Wachstumsdelle: Umsätze und Gewinn von Autodesk waren zuletzt rückläufig. Quelle: Autodesk