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12.11.1999 - 

Ford und Opel organisieren Zulieferketten neu

Autokonzerne forcieren Beschaffung via Netz

MÜNCHEN (CW) - In den USA haben sich die Automobilkonzerne Ford und General Motors (GM) auf ein Wettrennen im Internet eingelassen. Die beiden Unternehmen bauen die weltweit größten Handelsnetze im Web auf.

Die Organisation der Zulieferlogistik gehört zu den Kernprozessen der Automobilindustrie. So kauft Ford bei weltweit 30000 Partnern jährlich Teile im Wert von rund 80 Milliarden Dollar. Der Wert der gehandelten Produkte in der gesamten Kette einschließlich indirekter Zulieferer soll bei 300 Milliarden Dollar liegen. Ford will diese Kosten um zehn bis 20 Prozent im Jahr senken. "Das sind einige Milliarden Dollar", freut sich Unternehmenssprecher Jac Nasser.

Noch größer sind die Erwartungen bei General Motors, der Nummer eins in diesem Markt. Dort sollen laut Harold Kutner, Vice-President für weltweiten Einkauf, gar 90 Prozent der Beschaffungskosten eingespart werden, die bisher auf 90 bis 150 Milliarden Dollar geschätzt werden.

Doch es geht nicht nur um eine Optimierung der Zulieferketten. Dafür hätten auch die bewährten, wenn auch aufwendigen und proprietären Edifact-Implementierungen gute Dienste getan. Die Automobilhersteller wollen darüber hinaus an jeder in ihrem Netz erfolgenden Transaktion mitverdienen, Kommissionen kassieren und Servicegebühren für die Web-Infrastruktur erheben. Die GM-Manager denken daran, bei jedem Deal etwa ein Viertel bis ein halbes Prozent des Wertes abzuschöpfen. Ihre Kollegen bei Ford rechnen nach einer etwa einjährigen Anlaufphase mit Einnahmen von jährlich rund einer Milliarde Dollar.

Gemeinsam ist beiden Systemen, daß sie bereits bis März nächsten Jahres starten und dazu mit einschlägigen E-Commerce-Portalen etwa aus der Metallindustrie kooperieren sollen.

Doch schon beim Umgang mit den Geschäftspartnern zeigen sich Unterschiede. Während Ford im E-Business ein attraktives Angebot an die Zulieferer sieht, fährt man beim Branchenprimus General Motors eine harte Linie. Einkaufschef Kutner: "GM Tradexchange ist künftig der einzige Weg, um mit uns ins Geschäft zu kommen."

Beim Weg in den Online-Handel arbeitet General Motors mit dem E-Business-Spezialisten Commerce One zusammen, der das bestehende GM-Portal "Market Site" umbauen soll. Dafür erwirbt der Automobilkonzern 4,8 Millionen Aktien von Commerce One.

Ford hat sich Oracle für sein Joint-venture als Minderheitspartner ins Haus geholt, das die Internet-basierte Logistikkette "Autoxchange" betreuen soll. Neben dem Web-Handel soll das Gemeinschaftsunternehmen aber auch noch die Bestandsverwaltung von Ford übernehmen, damit der Autohersteller seine Kunden mit genaueren Informationen versorgen und schneller beliefern kann.

Die Organisation der Zulieferlogistik gehört zu den Kernprozessen der Automobilindustrie. So kauft Ford bei weltweit 30000 Partnern jährlich Teile im Wert von rund 80 Milliarden Dollar. Der Wert der gehandelten Produkte in der gesamten Kette einschließlich indirekter Zulieferer soll bei 300 Milliarden Dollar liegen. Ford will diese Kosten um zehn bis 20 Prozent im Jahr senken. "Das sind einige Milliarden Dollar", freut sich Unternehmenssprecher Jac Nasser.

Noch größer sind die Erwartungen bei General Motors, der Nummer eins in diesem Markt. Dort sollen laut Harold Kutner, Vice-President für weltweiten Einkauf, gar 90 Prozent der Beschaffungskosten eingespart werden, die bisher auf 90 bis 150 Milliarden Dollar geschätzt werden.

Doch es geht nicht nur um eine Optimierung der Zulieferketten. Dafür hätten auch die bewährten, wenn auch aufwendigen und proprietären Edifact-Implementierungen gute Dienste getan. Die Automobilhersteller wollen darüber hinaus an jeder in ihrem Netz erfolgenden Transaktion mitverdienen, Kommissionen kassieren und Servicegebühren für die Web-Infrastruktur erheben. Die GM-Manager denken daran, bei jedem Deal etwa ein Viertel bis ein halbes Prozent des Wertes abzuschöpfen. Ihre Kollegen bei Ford rechnen nach einer etwa einjährigen Anlaufphase mit Einnahmen von jährlich rund einer Milliarde Dollar.

Gemeinsam ist beiden Systemen, daß sie bereits bis März nächsten Jahres starten und dazu mit einschlägigen E-Commerce-Portalen etwa aus der Metallindustrie kooperieren sollen.

Doch schon beim Umgang mit den Geschäftspartnern zeigen sich Unterschiede. Während Ford im E-Business ein attraktives Angebot an die Zulieferer sieht, fährt man beim Branchenprimus General Motors eine harte Linie. Einkaufschef Kutner: "GM Tradexchange ist künftig der einzige Weg, um mit uns ins Geschäft zu kommen."

Beim Weg in den Online-Handel arbeitet General Motors mit dem E-Business-Spezialisten Commerce One zusammen, der das bestehende GM-Portal "Market Site" umbauen soll. Dafür erwirbt der Automobilkonzern 4,8 Millionen Aktien von Commerce One.

Ford hat sich Oracle für sein Joint-venture als Minderheitspartner ins Haus geholt, das die Internet-basierte Logistikkette "Autoxchange" betreuen soll. Neben dem Web-Handel soll das Gemeinschaftsunternehmen aber auch noch die Bestandsverwaltung von Ford übernehmen, damit der Autohersteller seine Kunden mit genaueren Informationen versorgen und schneller beliefern kann.

Web-Autos

Die Autohersteller setzen nicht nur in der Logistik auf das Internet, sondern auch bei den neuen Modellen der Spitzenklasse. General Motors und Ford betreiben schon länger einen Internet-Dienst, bei dem Autotelefon und Positionssysteme koordiniert werden, um den Benutzern Reiseinformationen und Pannenhilfe zu bieten. Allerdings mangelt es aus Kostengründen an Akzeptanz. Durch die drastische Senkung der Nutzerpreise und den serienmäßigen Einbau des Systems in eine Cadillac-Modellreihe will daher GM die Nutzerzahlen von derzeit 70000 auf eine Million hochschrauben. BMW plant Internet-Features für die in Topmodellen eingebauten Autotelefone ab Frühjahr kommenden Jahres.