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17.10.1975

Automatisierung der Formalismen als Korsett?Mit PET könnte das Programmieren viel kreativer sein

MÜNCHEN - Das Ergebnis einer detaillierten Infratest-Umfrage bei 130 Leitern von Abteilungen für Programmmierung macht Softlab optimistisch: 76 Prozent der Befragten glauben, daß durch Einsatz eines interaktiven Systems die Programmierleistung gesteigert werden konnte - und zwar um durchschnittlich 26 Prozent.

Allerdings ergab die gleiche Umfrage, daß von 20 Unternehmen, die IBM-Rechner mit TSO oder Siemens-Maschinen mit BS 2000 einsetzen, bisher nur drei das interaktive Programmieren erlauben, weil es ihnen erstens als zu teuer und zweiten als zu schwierig erscheint.

Formalismen sind nur Routine

Beide Einwände will Softlab jetzt mit seinem Programm-Entwicklungs-Terminal-System (PET) ausräumen. Die Bedienung erfolgt über eine Schreibmaschinentastatur mit zusätzlichen Funktionstasten. Zahlreiche vordefinierte Prozeduren, die durch Tastendruck aufgerufen werden, automatisieren die Routinearbeiten - etwa das stetige Wiederholen gleicher Formalismen. Der Bildschirm-Cursor führt an die siebte oder elfte Stelle, die Standard-Texte erscheinen automatisch. Für die üblichen Programmiersprachen - zur Zeit erst Cobol und Assembler, geplant sind jedoch auch PL/1 und Fortran - stellt das System Formatmasken, Edititierungs- und Generierungshilfen zur Verfügung. In der Bibliothek vorhandene Programme können ganz oder teilweise in neue Programme automatisch über

nommen werden. Zu korrigierende Stellen können am Terminal gesucht und gelöscht, ergänzt oder angeändert werden.

Erzwungene Modularisierung

PET druckt Programme auf Wunsch aus und erstellt auch "Struktogramme" als von PET-Rechner an Bildschirme gelieferte Ablauf-Vorgaben für die strukturierte Programmierung. Da das System zugleich als Datenerfassungsplatz - dafür war die Hardware ja ursprünglich gedacht - benutzt werden kann, unterstützt PET auch den Aufbau von Testdateien. PET kann ferner als Kommunikationsmittel zwischen den verschiedenen Terminalbenutzern verwendet werden - durch Übermittlung von Nachrichten an die übrigen Terminals während der Arbeit oder bei "Sign On".

Die geistigen Väter von PET, das Anfang 1976 erstmals installiert werden soll, betonen vor allem, daß durchschnittlich 20 Prozent bei der Neu-Programmierung nicht zu schreiben wären, wenn vorhandene Programm-Bausteine weiter verwendet würden. Durchschnittlich 10 Prozent aller Programme - so ein Ergebnis der Infratest-Bedarfs- Studie - würden sogar doppelt geschrieben. 26 Prozent der Programmierungsleiter meinten, es sei einfacher ein Programm neu zu schreiben, als sich in ein (durchschnittlich schlecht dokumentiertes) vorhandenes Programm einzuarbeiten. PET - so Softlab - soll hier Abhilfe schaffen können, da es zu modularisierter Programmierung eigenständiger Programmbausteine geradezu zwingt.