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29.07.1977

Automatisierung in der Krankenhausverwallung - aber richtig!

Dr. Ehrhard Mundhenke, Ralf Rudolf

Projektmanager bei der ADV/ORGA F. A. Meyer KG, 2940 Wilhelmshaven

Bis zum 31.12. 1977 müssen die Krankenhäuser entsprechend dem KHG in Verbindung mit der Bundespflegesatzverordnung "die kaufmännische Buchführung und Betriebsabrechnung" eingeführt haben. Dies bedeutet für die kommunalen Krankenhäuser eine dreifache Umstellung:

1. Rechnungsziel: kaufmännisch (erwerbswirtschaftlich) anstatt finanzwirtschaftlich.

2. Art der Informationsverarbeitung: automatisiert anstatt manuell.

3. Ort der Informationsverarbeitung: zentral bzw. außer Haus anstatt dezentral am Arbeitsplatz.

Diese teilweise miteinander verflochtenen Problemkreise bewirken neue, nicht immer übersehbare Konsequenzen und stellen sehr hohe Anforderungen an die Krankenhäuser.

Entscheidend für die Forderungen des Gesetzgebers ist nicht die Änderung des Buchführungsstils, sondern die betriebswirtschaftliche Zielsetzung des Rechnungswesens: An die Stelle eines primär auf Vollzugsnachweis ausgerichteten Rechnungswesens ist ein an Wirtschaftlichkeit und Führungshilfen orientiertes Rechnungswesen zu setzen.

Aufgrund der Regelungen im Gesetzes- und Verordnungswege für die Neuordnung des Krankenhausrechnungswesens sind von Bund und Ländern mehrere Aktivitäten insbesondere Softwareentwicklungen gestartet worden.

Als Ergebnis ist festzustellen, daß die zahlreichen Bund-Länder-Aktivitäten die Krankenhäuser angesichts der oben dargelegten dreifachen Umstellungsprobleme nicht entscheidend entlasten können.

Diese Bemerkungen zielen nicht generell auf eine Kritik der Bund-Länder-Aktivitäten - auch wenn die Ergebnisse in Einzelfällen Kritik herausfordern, zum Beispiel Betriebsabrechnung auf Vollkostenbasis, praxisfernes Konzept einer Teilkostenrechnung. Diese Ausführungen sollen vielmehr den Krankenhäusern deutlich machen, daß sie den größten Anteil bei der Neuordnung und Automation des Rechnungswesens selbst übernehmen müssen: die Bereitstellung von Software, Musterkontenplänen und -katalogen stellt nur etwa 20 Prozent des zu leistenden samtaufwandes dar.

Wie kann man eine erfolgreiche Neuordnung und Automatisierung des Krankenhausrechnungswesens sichern?

Erfolgreiche Umstellungen gleichen einer Gradwanderung, wobei mehrere Forderungen gleichzeitig zu beachten sind:

- Rechtliche Vorschriften (die teilweise noch ausstehen);

- individuelle Bedürfnisse und Möglichkeiten des jeweiligen Krankenhauses;

- angestrebter Nutzen des neuen Systems;

- erforderlicher Aufwand für das neue System.

Bei Umstellungen sind auch die Auswirkungen auf das ärztlich-medizinische Problemfeld zu beachten, insoweit die Durchsetzung der sparsamen Wirtschaftsführung zu Interessenkonflikten führen kann. Der Weg zu einer erfolgreichen, Neuordnung und Automatisierung des Rechnungswesens liegt in einer ganzheitlichen Leistung aus einem Guß, die alle Problemfelder abdeckt:

Hardware: zentral (externes oder eigenes Rechenzentrum) oder arbeitsplatznah (dialogorientierter Kleinrechner oder MDT)

Software: Leistungsfähigkeit, Flexibilität, Informationsdienst, sorgfältige Dokumentation, Einmal-Datenerfassung, Standardwartung

Orgware (Methoden): Arbeitssysteme (zur Organisation der Organisationsarbeit), Projektplanung und -kontrolle (auch computer-unterstützt)

Organisation: DV-nahe Organisation (Festlegen von Schlüsseln, von Prüfziffernverfahren, Organisation der Datenerfassung, geeignete EDV-Peripherie, Anbindung bereits vorhandener Programme, Stammdatenersterfassung, Aufbau-, Ablauf- und Belegorganisation, Neuordnung des Rechnungswesens Vermögenserfassung/Eröffnungsbilanz: Formular- und EDV-gestützte Aufnahme und Bewertung des Anlagevermögens, ferner: Vorräte Forderungen, Verbindlichkeiten, Testierung der Eröffnungsbilanz

Schulung: Schulung des Fach- und EDV-Personals in EDV-Anwendung, Schulung des Managements und Fachpersonals für Abruf von Führungsinformationen

Im Gegensatz zum herrschenden Vorverständnis erfordert die benutzerfreundliche organisatorische Einbettung erhebliche Anstrengungen, damit "Umstellungsruinen" vermieden werden können.

Entscheidend für die Aussagekraft des Rechnungswesens ist es, ob es gelingt, das medizinisch-administrative Geschehen im Krankenhausrechnungswesen so abzubilden, daß die benötigten Informationen aus dem Kosten-, Leistungs- und Finanzbereich zeitnah und bedarfsorientiert abgerufen werden können.