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10.04.1981 - 

Zentrale EDV und Personal Computer haben Probleme miteinander:

Autonomer Mikro bringt Sand ins Getriebe

10.04.1981

Die Probleme des Einsatzes von Personal Computern werden häufig unterschätzt. Bei großen Datenverarbeitungsanlagen ist es üblich durch eine Systemanalyse ihren Einsatz vorzubereiten und abzugrenzen. Bei Personal Computern handelt es sich jedoch meist um Geräte, die zum persönlichen Gebrauch für eine oder mehrere Personen angeschafft werden, und bei denen die Investitionsentscheidung von der Fachabteilung, nicht von der EDV-Abteilung gefällt wird. Das heißt, die Entscheidung zur Anschaffung des EDV-Systems wird von Nichtfachleuten getroffen, die sich von den angepriesenen Leistungen in der Regel nicht haben überzeugen können.

Die spontane Kaufentscheidung fuhrt dann in vielen Betrieben mehr und mehr zu Problemen. Überzeugt davon, einen Rationalisierungseffekt zu bewirken, schafft man häufig ohne Wissen der EDV-Abteilung Systeme an Erst später wird festgestellt, daß

Programme zur Losung von kommerziellen Aufgaben gar nicht vorhanden sind.

Also stehen diese Mikrocomputer oder Personal Computer in den Fachabteilungen herum, werden schlecht oder gar nicht genutzt.

Ein weiteres Problem entsteht bald bei der Wartung. Für Personal Computer werden normalerweise keine Wartungsverträge abgeschlossen. Vielmehr ist es üblich, diese Geräte zum Verkäufer zu bringen und dort reparieren zu lassen. Lange Reparaturzeiten sind immer noch häufig.

Hinzu kommt ein weiteres, noch nicht beachtetes Problem, das die Organisation eines Betriebes betrifft. Durch den Einsatz von Personal Computern entstehen an verschiedenen Punkten des Betriebes Informationszentren, die sich der Kontrolle der Betriebsführung, aber auch der EDV-Abteilung entziehen.

Auch die Aufbauorganisation wird davon betroffen. Ein Sachbearbeiter kann aufgrund seines Informationsvorsprunges nicht mehr langer in der Position des Sachbearbeiters verbleiben Er wird unbewußt zur Stabsstelle einer Abteilung und seine Aufgaben werden verändert. Die Stellenbeschreibung stimmt nicht mehr.

Welche Lösungen werden vorgeschlagen? Personal Computer wurden bisher ohne organisatorische Vorbereitung in den Betrieben angeschafft. In Zukunft müssen auch EDV-Fachleute mitsprechen. Auch wenn sie Mikrocomputer als "Kleinkram" ansehen, so können sie nicht verkennen, daß die Leistung eines gut ausgestatteten Personal Computers heute der eines früheren EDV-Großsystems entspricht. Es müssen daher alle Maßnahmen, eventuell in verkürzter Form, die bei der Einführung eines Großsystems vorzunehmen sind, auch bei den kleinen Computern angewendet werden. Das gilt für die Auswahl des Systems selbst (Hardware) wie für die Beschaffung und Entwicklung der Software. Die Weiterbildung des entsprechenden Personals muß gewährleistet sein; ein Wartungsvertrag ist abzuschließen, auch die Beschaffung und der Einsatz von Datenträgern und Peripherie muß koordiniert werden. Die organisatorische Einordnung von Personal Computer-Anwendern im Betrieb muß überdacht werden.

Einerseits können Personal Computer eine echte Hilfe für den Betrieb sein, denn sie fordern die dezentrale Datenverarbeitung und geben dem Sachbearbeiter mehr, bessere und schnellere Informationen; sie helfen ihm bei seinen Entscheidungen und machen ihn von einfachen Routinearbeiten frei.

Auf der anderen Seite steigt jedoch seine Verantwortung und auch das Verständnis für die Möglichkeiten und die Grenzen der Datenverarbeitung. Hier darf er nicht allein gelassen werden. Fachleute müssen ihn unterstützen. Sonst wird die Investition eines Personal Computers zur Fehlinvestition .

* Klaus Jamin ist Professor an der Fachhochschule München