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26.10.2004

Avis stampft Peoplesoft-Projekt ein

Die gescheiterte ERP-Einführung verschlingt rund 45 Millionen Euro.

Der Versuch von Avis Europe, mit Hilfe eines neuen Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systems von Peoplesoft das IT-Backend auf Vordermann zu bringen, ist gründlich gescheitert: Die Autovermietungs-Company gab bekannt, das 2003 begonnene Großprojekt komplett einzustampfen. Der Schaden ist erheblich: Avis plant hierfür eine Rückstellung von 40 bis 45 Millionen Euro ein. "Der Löwenanteil davon entfällt auf die Kosten, die durch das ERP-System entstanden sind, ein kleinerer Teil ergibt sich aus den Restrukturierungskosten sowie der Auflösung von Outsourcing-Verträgen", so ein Sprecher von Avis Europe im britischen Bracknell. Einer offiziellen Avis-Mitteilung zufolge hatte das ERP-Projekt mit erheblichen Verspätungen und Kostenüberschreitungen zu kämpfen. Letztere führt das Unternehmen auf fundamentale Probleme beim Design und der Implementierung der Software zurück. Man habe deshalb entschieden, die Entwicklung des neuen Systems so schnell wie möglich zu beenden, um weitere Kosten zu vermeiden.

Altsysteme bleiben im Einsatz

"Wir sind sehr enttäuscht, dass große Teile des IT-Systems signifikante Mehrkosten verursacht haben, sich der erwartete Nutzen aber nicht eingestellt hat", begründet Avis-Europe-CEO Murray Hennessy den Projektstopp. Das operative Geschäft hat darunter offenbar nicht direkt gelitten, da die ERP-Lösung noch nicht eingeführt wurde. Die in den 70er Jahren entwickelten Altsysteme sind nach wie vor im Einsatz und werden es wohl auch noch länger bleiben.

Peoplesoft wollte dazu bislang keine Stellung nehmen und bestätigte in einem Schreiben lediglich, die Software Anfang 2003 verkauft zu haben. Der Softwarehersteller verweist außerdem darauf, nicht der primäre Implementierungspartner gewesen zu sein. Mit dem Prozessdesign und der Implementierung war Atos Origin KPMG beauftragt, wobei der Dienstleister seinerseits die Konfiguration und das Customizing an Peoplesoft Global Services vergeben hatte. Atos Origin KPMG äußert sich zu den Vorfällen bisher nicht. (rg)