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10.02.2005

AVM-Multitalent überzeugt im Test

Eric Tierling, Master in Information Systems Security Management (Professional), blickt auf über 25 Jahre Erfahrung im IT-Bereich zurück. Neben Hunderten an Fachbeiträgen hat er über 50 Bücher veröffentlicht. Er ist Spezialist für Themen rund um die Informationssicherheit sowie einer der bekanntesten Experten Deutschland für Windows Server und Microsoft-basierte Infrastrukturen.
Die für Klein- und Heimbüros konzipierte "Fritz!Box Fon WLAN" ist Voice-over-IP-Telefonanlage, Internet-Router und WLAN-Access-Point in einem - eine gelungene Hybrid-Lösung.

Voice over IP (VoIP) kommt immer mehr in Fahrt. Dank preiswerter Breitband-Internet-Zugänge und verbesserter Codierungsalgorithmen, ist die noch vor ein paar Jahren übliche schlechte Sprachqualität überwunden. Wem die Einrichtung entsprechender VoIP-Software zu kompliziert ist, der kann inzwischen ganz ohne PC über das Internet telefonieren. Selbst die Anschaffung spezieller VoIP-Telefone ist nicht mehr erforderlich: Die Fritz!Box Fon WLAN der Berliner Firma AVM erlaubt es, herkömmliche Analogtelefone - also wahlweise schnurgebundene Geräte oder Funktelefone - für die Internet-Telefonie (weiter)zuverwenden.

Telefon oder Internet

Bei der Fritz!Box Fon handelt es sich um eine TK-Anlage, die ausgehende Gespräche entweder über das analoge beziehungsweise ISDN-Telefonnetz oder aber per Internet über einen VoIP-Provider abwickelt. Ein weiterer Vorteil dieser Hybridlösung liegt darin, dass sich sowohl Notfall- als auch Sonderrufnummern (110, 0180 und ähnliche) problemlos anrufen lassen. Reine VoIP-Lösungen müssen hier oft passen.

AVMs kleines Kästchen beherbergt eine Vielfalt von Funktionen: Das TK-Anlagenmodul gestattet den Anschluss von bis zu zwei analogen Endgeräten wie Telefonen, Anrufbeantwortern oder Faxapparaten. Darüber hinaus beinhaltet das Gerät einen kompletten Internet-Router samt Hardware-Firewall und ADSL-Modem beispielsweise für T-DSL oder Arcor-DSL. Über die eingebauten USB- und Ethernet-Ports lassen sich bis zu zwei PCs per Kabel mit der Fritz!Box Fon verbinden. Ein integrierter 10/100 Mbit/s Ethernet-Switch für den Anschluss zusätzlicher Computer fehlt allerdings. Immerhin kann, wie im Handbuch beschrieben, an den LAN-Ausgang des AVM-Geräts ein separater Switch angeschlossen werden, über den weitere PCs dann ihre Internet-Connectivity erhalten.

Optional bietet 1&1 noch die von uns getestete WLAN-Variante Fritz!Box Fon WLAN mit integriertem 802.11g-Access-Point an, um Funk-Clients ins LAN einzubinden. Wer mehrere PCs besitzt und diese ohnehin über Funk anstatt per Kabel vernetzt, spart damit die Anschaffung eines zusätzlichen Ethernet-Switches.

Positiver Eindruck

In der Praxis macht AVMs Kommunikations-Multi eine rundum gute Figur. Die Konfiguration der Fritz!Box Fon WLAN erfolgt bequem über eine deutschsprachige, leicht verständliche und daher auch für Einsteiger geeignete Web-Oberfläche. Aus Sicherheitsgründen liefert AVM sein Produkt mit serienmäßig aktiviertem WEP (Wired Equivalent Privacy) aus (der WEP-Schlüssel ist an der Unterseite des Geräts aufgedruckt). Somit findet der gesamte Funkverkehr verschlüsselt statt, während andere Anbieter von WLAN-Internet-Routern zugunsten des Komforts dieses Sicherheitsmerkmal meist nicht aktivieren. Alternativ lassen sich WLAN-Übertragungen auch mit WPA (Wireless Protected Access) schützen. Die Unterstützung für das noch sicherere 802.11i ist laut Hersteller in Vorbereitung.

Bei der IP-Telefonie mit dem AVM-Produkt beschreitet 1&1 einen Sonderweg: Anstatt wie bei anderen VoIP-Anbietern üblich eine gesonderte Internet-Rufnummer zu bekommen, lässt sich die vorhandene Telefonnummer für eingehende Internet-Anrufe weiterverwenden. Diese laufen dann als Provider-internes Gespräch, sofern der Anrufer ebenfalls per Internet über 1&1 telefoniert. Unternehmen, die den Internet-Zugang ihrer Außenstellen über 1&1 abwickeln, können so firmeninterne Telefonate kostenlos führen, ohne dazu neue VoIP-Rufnummern verwenden zu müssen.

Gute Sprachqualität

Für eine gute Sprachqualität - wenn gleichzeitig Down- und Uploads von Daten stattfinden - soll ein integriertes Bandbreiten-Management sorgen. Hier hat AVM gute Arbeit geleistet: Im Test gab es an der Sprachqualität nichts auszusetzen. Selbst beim parallelen Surfen im Internet und Herunterladen von Dateien war die Qualität mit der von Gesprächen im analogen Telefonnetz vergleichbar. Kunden mit volumenbezogenen DSL-Tarifen profitieren zudem von den im Dezember per Firmware-Update eingeführten Funktionen zur Datenreduzierung bei Internet-Telefonaten. Mit der automatischen Sprechpausen-Erkennung soll sich AVM zufolge der zu übertragende Datenumfang um bis zu 40 Prozent reduzieren lassen.

Praktisch ist in diesem Zusammenhang auch der neu implementierte Online-Zähler, den die Internet-Konfigurationseite der Web-Oberfläche anzeigt. Übersichtlich lässt sich dort erkennen, wie viele Megabyte heute und gestern, in dieser Woche und in diesem sowie im vergangenen Monat versandt beziehungsweise empfangen wurden. Ebenso wird die Online-Zeit in Stunden und Minuten ausgewiesen. Auf Wunsch kann ein Volumen- oder Zeitlimit eingestellt werden, so dass weitere Verbindungen beim Erreichen dieser Grenze nicht mehr stattfinden. So lässt sich etwa ein DSL-Volumentarif optimal an den eigenen Nutzungsgewohnheiten austarieren.

Gerätekosten

Beim Abschluss eines DSL-Vertrags erhalten 1&1-Kunden die Fritz!Box Fon WLAN für 19,90 Euro. Für Internet-Telefonate ins Festnetz liegen die 1&1-Preise bei 1 Cent pro Minute, wobei es monatlich zusätzlich 100 Freiminuten gibt. Mobilfunknummern sind für 19,90 beziehungsweise 24,90 Cent pro Minute zu erreichen. Auslandsgespräche offeriert 1&1 ab 4,9 Cent pro Minute. Ohne diese Vertragsbindung kostet die AVM Fritz!Box Fon WLAN 229 Euro. Bei anderen VoIP-Providern, die AVM-Produkte ebenfalls in ihrem Portfolio führen, gibt es momentan nur die normale Fritz!Box Fon ohne WLAN-Funktionalität. Sie ist ohne Vertragsbindung für rund 190 Euro zu haben.

Aus technischer Sicht existiert übrigens keine Bindung an einen bestimmten Anbieter: Das AVM-Gerät kommt mit jedem VoIP-Provider zurecht, der das standardisierte SIP(Session Initiation Protocol)-Verfahren verwendet. Interessant ist daher die Option, in der TK-Anlage Konfigurationsangaben für weitere VoIP-Provider zu hinterlegen. Das AVM-Gerät kommt mit bis zu zehn Internet-Rufnummern zurecht, so dass der Anwender Internet-Telefonate bei Bedarf über einen bestimmten VoIP-Account führen kann. Für beliebige Vorwahlnummern lässt sich per Web-Konfiguration ferner definieren, über welchen Anbieter abgehende Internet-Gespräche zu führen sind, falls hierfür nicht das normale Telefonnetz Verwendung findet. Mittels vorangestellter Tastenkombination kann der Benutzer diese Vorgabe auch direkt von seinem Telefonapparat aus für das nächste Gespräch treffen.

Eingehende Telefonate lassen sich per Internet weiterreichen. Wer beispielsweise via Handy seinen eigenen Festnetzanschluss über Sparvorwahl erreicht, kann so die Gespräche günstig als VoIP-Telefonate weiterrouten und spart damit Geld im Vergleich zu einem reinen Handy-Telefonat. Ferner kann man diese Durchwahlfunktion dazu verwenden, das AVM-Gerät mit der Nebenstelle einer anderen TK-Anlage zu verbinden. Nutzen die daran angeschlossenen Teilnehmer diese Nebenstelle, können Telefonate kostengünstig via Internet abgewickelt werden. (hi)