Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.11.2006

Axapta löst SAP-System ab

Nicht alle Töchter eines Konzerns mit SAP-Infrastruktur nutzen die Software der Walldorfer. Das ist zum Beispiel der Fall bei Südzucker.

Von Dr. Ronald Wiltscheck

Obwohl bei Südzucker SAP R/3 im Einsatz ist, haben sich die in der Portion-Pack-Europe (PPE)-Gruppe zusammengeschlossenen Töchter des Konzerns für Microsofts "Axapta" entschieden. Das heute unter der Bezeichnung "Dynamics AX" vermarktete Produkt überzeugte zuerst die Verantwortlichen bei PPE in Belgien. Dort stellte sich nach der Axapta-Implementierung im Jahr 2000 heraus, dass die Microsoft-Software weniger laufende Kosten verursacht als ein vergleichbares SAP-System. Außerdem konnte nach Ansicht der belgischen Südzucker-Tochter Axapta rascher eingeführt werden als andere ERP-Systeme. Diese Erfahrungen gaben schließlich den Ausschlag dafür, dass sich die gesamte Portion-Pack-Europe-Gruppe dazu entschloss, auf die Software aus Redmond zu setzen.

Erste Axapta-Einführung vor fünf Jahren

Die dort zusammengefassten acht Südzucker-Töchter stellen kleine Portionen von Zucker, Schokolade, Kaffeesahne, Gebäck, Marmelade und weiteren Lebensmitteln her - und das in den sechs Ländern Deutschland, Belgien, Niederlande, Tschechien, Polen und Österreich. Nachdem nun die belgische PPE-Niederlassung 2000 auf Axapta umgestellt und die Entscheidung für das Microsoft-Produkt in der gesamten Gruppe gefallen war, sollte das deutsche Mitglied von Portion Pack Europe, die Hellma Gastronomie-Service GmbH, folgen.

Doch bei diesem Kunden stieß die Wahl des Microsoft-Produkts nicht nur auf Gegenliebe, schließlich war bei Hellma, genauso wie bei der Mutter Südzucker, SAP R/3 schon länger im Einsatz. Da erschien die ERP-Software aus Walldorf zunächst als die nahe liegende Option. Dennoch, die guten Erfahrungen der belgischen PPE-Filiale gaben den Ausschlag für Axapta. Edan, der belgische Implementeur der Lösung und dortiger Microsoft Certified Partner mit der Expertise für Dynamics AX und NAV, empfahl Hellma das Unternehmen Amball Business Software als den geeigneten Installationsdienstleister für Axapta.

Da traf es sich gut, dass der deutsche Microsoft Gold Certified Partner genauso wie Hellma in Nürnberg beheimatet ist. Angesichts der Expertise von Amball wurde man sich während der darauf folgenden Verhandlungen über den Projektumfang relativ rasch einig. Andere Microsoft-Partner wurden aus dem Rennen geworfen, ebenfalls weitere SAP-Dienstleister.

Einheitliche ERP-Plattform erwünscht

Ziel der Axapta-Einführung bei Hellma Deutschland war es, die Basis für eine einheitliche ERP-Struktur für die gesamte PPE-Gruppe zu errichten. Die heterogene Softwarelandschaft bei den acht Mitgliedern sollte homogenisiert werden. Vor dem Hintergrund der anstehenden Neuordnung des Zuckermarktes wollte der Konzern seine Töchter fit für die Zukunft machen. Alle Prozesse standen dabei auf dem Prüfstand, sie sollten vereinfacht und die damit einhergehenden Betriebskosten reduziert werden.

Der Südzucker-Konzern verlangte von seinen Töchtern ein einheitliches, transparentes Reporting. Da die Holding jeden Monat aktuelle Zahlen sehen wollte, durfte dabei nur minimaler manueller Aufwand anfallen. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass in allen beteiligten Unternehmen die gleiche ERP-Software werkeln muss. Einfacher zu realisieren ist eine derartige Anforderung mit einer einheitlichen Plattform aber schon.

Nach PPE Belgien war die Hellma Gastronomie-Service GmbH das zweite Unternehmen in der PPE-Gruppe, das den Produktivbetrieb mit Axapta aufnahm. Mittlerweile arbeiten sechs Mitglieder von Portion Pack Europe mit dieser ERP-Software, zuletzt hat Hellma Tschechien das Microsoft-Produkt bei sich in Prag installiert. Bis auf Hellma Deutschland (SAP R/3) waren die dabei abgelösten ERP-Lösungen vorwiegend selbst entwickelte, hochgradig heterogene Anwendungen.

Während die belgischen und niederländischen PPE-Niederlassungen von Edan betreut werden, ist Amball Software für Hellma Deutschland und Österreich zuständig. Für die noch anstehenden Migrationsprojekte in Polen und Tschechien sucht Hellma derzeit noch lokale Implementierungspartner. Doch auch Amball ist in allen sechs Ländern vertreten und offeriert dort Support in puncto Projektmanagement und bei der Realisierung einer homogenen Reporting-Schnittstelle.

Denn obwohl nun fast alle PPE-Mitglieder Axapta im Einsatz haben, ist die länderübergreifende Abstimmung zwischen diesen teilweise voneinander leicht abweichenden Systemen nicht trivial. Die Unterschiede stammen aus den partiell divergierenden Anforderungen der Landesgesellschaften an die Axapta-Software.

Unterschiede erschweren Integration

Aus historischen Gründen hatten sich in den Unternehmen deutlich unterschiedliche Geschäftsprozesse etabliert, auch wenn sie in der gleichen Branche tätig sind. Eine weitere Erschwernis bei der Erstellung eines vergleichbaren Reportings an die Holding waren die stark divergierenden Datenstrukturen. Unterschiedliche Artikelnummern für gleiche Waren, nicht einfach aufeinander abbildbare Produktgruppen und Sachkontenrahmen verursachten anfangs noch einen hohen manuellen Aufwand beim Erstellen der monatlichen Berichte.

Außerdem bedienen die Portion-Pack-Europe-Partner Kunden wie Edeka, Rewe oder Metro, die unterschiedliche ERP-Systeme einsetzen. Man muss dennoch permanent Daten untereinander austauschen. Auch der für Hellma tätige Logistikdienstleister Dachser benötigt ständig aktuelle Informationen für sein eigenes Warenwirtschaftssystem. Hierbei ist der EDI-Konverter von Seeburger behilflich. Amball hatte zwar schon viele Erfahrungen mit der Anbindung dieses Konverters an Navision (heute Microsoft Dynamics NAV) vorzuweisen, die Verknüpfung des Seeburger-Werkzeugs mit Axapta war für den Microsoft-Partner zu diesem Zeitpunkt aber noch Neuland. Hierbei konnte Amballa neue, für die weitere Tätigkeit innerhalb der PPE-Gruppe wertvolle Erfahrungen sammeln.

So gelang es schließlich Amball, die Datenkommunikation zwischen den unterschiedlichen ERP-Systemen so aufeinander abzustimmen, dass das monatliche Reporting sich mittlerweile in einem vertretbaren Zeitrahmen bewerkstelligen lässt.

Hierzu nutzen heute die PPE-Mitglieder diverse Analysefunktionen aus Axapta. Damit ist es möglich, Informationen aus den verschiedenen Unternehmensbereichen zusammenzuführen. Nicht nur auf Zahlen aus der Finanzbuchhaltung, sondern auch auf Daten aus dem Verkauf, dem Einkauf und der Produktion greift dabei das System ständig zu. Es sind jedoch alles keine in Stein gemeißelte Berichte, sie lassen sich zu jedem Zeitpunkt modifizieren. Dabei kann der Kunde die leicht zu bewerkstelligende Änderungen selbst vornehmen.

Business Intelligence inbegriffen

Neben den Soll-Ist-Vergleichen können auch historische Daten visualisiert werden. Noch nicht vollständig bekannte Detailinformationen lassen sich mit Axapta-Werkzeugen prognostizieren - mittels statistischer Verfahren. Als Ergebnis erstellt das System aussagekräftige Excel-Tabellen. Sollen diese mal auf eine andere Weise befüllt werden, muss der Kunde lediglich ein paar Knöpfe in Axapta drehen. Das kann sowohl zentral als auch lokal geschehen. Eingriffe in irgendwelche Excel-Makros sind nicht notwendig.

Neben den marktüblichen laufenden Kosten für die Teilnahme am Microsoft-Update-Programm entstand dem Kunden der finanzielle Aufwand für den Servicevertrag mit Amball. Der Dienstleister garantiert Hellma telefonische Erreichbarkeit während der üblichen Bürostunden. Ein dedizierter Amball-Mitarbeiter ist für diese Aufgabe extra abbestellt. Er ist allerdings maximal ein Viertel seiner Arbeitszeit mit Administrations- und Support-Aufgaben beschäftigt, so gut funktioniert das System mittlerweile.

Durch die gemeinsame Nutzung von Axapta und den Einsatz eines gemeinsamen Auswertungswerkzeugs in (fast) allen Gesellschaften steht nun der Portion-Pack-Europe-Gruppe eine einheitliche und fundierte Plattform zur Verfügung, von der aus die geschäftlich re- levanten Daten zu jeder Zeit leicht extrahiert werden können. Sie stellen nun die Grundlage für alle Business-relevanten Entscheidungen innerhalb der PPE-Gruppe und auch im Südzucker-Konzern dar.