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05.08.1988 - 

Diversifikation und Kooperation als Konzept gegen Krisen:

B&C Holding "übernimmt Atlantic Computers

BAD SODEN (dow) - Mit einem branchenfremden starken Partner im Rücken will sich das britische Leasingunternehmen Atlantic Computers gegen künftige finanzielle Schwierigkeiten wappnen. Die British & Commonwealth Holdings Plc. (B&C) übernimmt das gesamte Aktienkapital von Atlantic Computers in Höhe von umgerechnet 1,33 Milliarden Mark.

B&C ist die Holding einer diversifizierten Firmengruppe mit den Schwerpunkten Geld- und Wertpapierhandel, Leasing, Bankwesen und Immobilien. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Gesellschaft einen Gewinn vor Steuern) von 465 Millionen Mark bei einem Umsatz von 2,94 Milliarden Mark.

Die Vereinbarung von Atlantic mit B&C sieht vor, mit 16,60 Mark für jede Atlantic-Stammaktie 43 Prozent mehr zu zahlen als am Schluß der Londoner Börse am 15. Juli. Das Angebot, das im Auftrag von B&C von Barclays de Zoete Wedd Limited den Atlantic-Aktionären gemacht wird, bietet unter anderem einen Austausch gegen B&C- Stammaktien oder Barauszahlung. Die Bedingungen für die Übernahme bleiben bis Mitte Oktober bestehen. Mit der Übernahme von Atlantic wird B&C künftig mindestens 20 Prozent seines Gesamtgeschäftes mit Datenverarbeitung machen.

Kooperationen mit branchenfremden Partnern die mögliche Einbußen im DV-Geschäft kompensieren können, sieht Helmut Göttinger, Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaft, als eine Möglichkeit von Leasinggesellschaften, der DV-Branche "das finanzielle Rückgrat zu stärken und eine gewisse Unabhängigkeit von der Preispolitik der IBM zu schaffen". Erhebliche Preisnachlässe für Großkunden von Big Blue und ein allgemeiner Preisverfall für Hardware hatten den Leasinggesellschaffen in den vergangenen (frei Jahren erhebliche Umsatzeteibußen gebracht. Von der Zusammenarbeit mit B&C verspricht sich der Atlantic-Manager aufgrund der Diversifikation der Holding auch eine größere Stabilität an der Börse.

Neben dem Anschluß an einen Mischkonzern sieht Göttinger, der 1987 in Deutschland mit rund 40 Mitarbeitern rund 130 Millionen Mark Umsatz erwirtschaftet hatte, in der Kooperation von Leasingunternehmen untereinander eine weitere Chance, die Marktposition gegenüber der IBM zu verbessern. Expansion im Markt ist seiner Meinung nach nur über den Zukauf von Know-how möglich. Der Aufkauf kleinerer Leasing-Unternehmen sei in den nächsten drei Jahren eine der ,Hauptaufgaben von Atlantic, erläuterte Göttinger. Um gegen die Konkurrenz der IBM bestehen zu können, müßten die Leasingunternehmen eine gewisse Größenordnung anstreben.

Atlantic, neben Comdisco und Meridian einer der großen Leasing-Anbieter für große Systeme, fusionierte im April 1987 mit Comcap Plc, der Muttergesellschaft der Computer Capital GmbH. Für eine bessere marktstrategische Ausgangsposition in Südostasien sorgte Anfang September 1987 noch der damalige Chairman und Chief Executive John Foulston mit der Übernahme der australischen CBF Group für 29,7 Millionen Mark. Sein Unfalltod Ende September hatte einen Kursrückgang um 32 Pfennig auf 12,23 Mark bei den Aktien zur Folge.

Im April hatte Atlantic noch mit N M Rothschild & Sons einen Vertrag über ein ungesichertes Optionsdarlehen in Höhe von 383 Millionen Mark abgeschlossen, um bestehende Bankverbindungen zu konsolidieren und das Arbeitskapital der Leasinggesellschaft auf eine wettbewerbsfähige Basis zu stellen. Für die Gewährung des Darlehens, an dem sich neben Großbanken aus den USA auch die Bayerische Vereinsbank beteiligte, war für Malcolm Aish, Direktor des Bankhauses ausschlaggebend, daß der Jahresumsatz der Leasinggesellschaft in den vergangenen fünf Jahren von 192 Millionen Mark auf 1,92 Milliarden Mark angestiegen war.

Die mit der Muttergesellschaft in Großbritannien ansässige Atlantic machte im vergangenen Geschäft mit weltweit 1300 Mitarbeitern insgesamt 122 Millionen Mark Gewinn bei einem Umsatz von zwei Milliarden Mark.