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13.05.1988 - 

Statt Bildung auf Vorrat steht Einarbeitung im Vordergrund, doch:

BA will Bildungsniveau weiter erhalten

NÜRNBERG (lo) - Die Qualifizierungsoffensive der Arbeitsverwaltung

soll nicht gebremst, sondern auf hohem Niveau konsolidiert werden, erklärte Heinrich Franke, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg. Dennoch: Knappe Kassen zwingen Nürnberg zu verschärfter Zulassung.

Die Nürnberger Behörde will generell die Kosten für berufliche Bildung senken. Dazu verschärft sie die Zulassungsrichtlinien. Arbeitslosigkeit oder drohender Verlust eines Arbeitsplatzes reichen laut neuestem Runderlaß nicht mehr aus, um an einer Fördermaßnahme teilnehmen zu können. Damit scheint das Konzept "Bildung auf Vorrat" abgelöst vom finanziellen Kalkül zu sein: Einarbeitung hat Vorrang vor Weiterbildung.

Doch "Weiterbildung sichert die Zukunft" - deshalb weist der "Renner" der Arbeitsverwaltung auch über die vergangenen Jahre eine hohe Akzeptanz auf: 1985 verzeichnete die BA 410 000 Eintritte in Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen (FuU), 1986 bereits 530 000 neue FuU-Verträge und 1987 fast 600 000 Einsteiger in berufliche Qualifizierungen der Behörde. Im ersten Viertel dieses Jahres beträgt die Steigerung der Offensive bereits rund 15 Prozent.

Doch die Nürnberger Ressourcen sind begrenzt. Einen weiteren, größeren Anstieg kann sich die Arbeitsvermittlung deshalb weder aus personellen noch aus finanziellen Gründen leisten, so Franke. Im vergangenen Jahr gab die BA 6,2 Milliarden Mark für Qualifizierungs-Maßnahmen aus. Der diesjährige Haushalt beträgt 6,6 Milliarden Mark. Die im Etat, der Bundesanstalt für berufliche Bildung reservierten Mittel in Höhe von 2,2 Milliarden Mark sind aber nahezu aufgebraucht.

In einer Beratungsunterlage, die dem Runderlaß beigefügt ist, stellt die BA selbst fest, daß sich "fehlender Handlungsspielraum" in der beruflichen Bildung in einer arbeitsmarktpolitisch sehr unerwünschten Weise auswirken werde.

Die Nürnberger Behörde setzt beim Sparen zunehmend auf den Wettbewerb der Bildungsanbieter.

Die Arbeitsämter seien künftig gehalten, die preiswertesten - nicht die billigsten - Angebote auf dem privatwirtschaftlich organisierten Bildungsmarkt auszusuchen.

Noch "keine Erklärung" hat die Bundesanstalt allerdings für das "Nord-Süd-Preisgefälle" bei Bildungsmaßnahmen gefunden.

Die Kosten vergleichbarer Maßnahmen von Billdungsanbietern in Schleswig-Holstein/Hamburg und Nordbayern unterscheiden sich nämlich erheblich. Für einen Teilnehmer an beruflichen Bildlungsmaßnahmen im deutschen Norden registriert die BA etwas über 10 000 Mark pro Jahr auf. In dieser Summe sind reine Lehrgangsgebühren und Begleitkosten, nicht aber das Unter haltsgeld enthalten. In Nordbayern muß das Arbeitsamt für einen vergleichbaren "Fall" 6100 Mark auf wenden.