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Verluste zwingen zur Roßkur

Baan entläßt 20 Prozent seiner Belegschaft

10.11.1998
MÜNCHEN (IDG/bs) - Angesichts des schlechten Quartalsergebnisses tritt die Baan Company nun auf die Kostenbremse: Rund 20 Prozent der Belegschaft sollen entlassen werden, zudem steht eine Reorganisation auf dem Plan.

Die angekündigten Maßnahmen dürften die Finanzanalysten zwar besänftigen. Doch viele Anwender sehen den Entlassungen mit Schrecken entgegen. Sie befürchten entgegen den Beschwichtigungen von Baan, daß gerade das Servicepersonal "abgebaut" wird, das sie in den letzten Jahre betreut hat. Laut Beate Arnold, Geschäfsführerin von Pico Soft mit Sitz in Schwarzenbruck, ist in der Baan-Anwenderbasis "derzeit mächtig Bewegung und Unruhe" zu verspüren.

Baan möchte in einer neuen Struktur Vertrieb, Marketing, Beratung, Service und Entwicklung aller übernommenen Firmen (Coda, Aurum, Matrix etc.) integrieren. Das soll künftig Doppelausgaben verhindern und ein einheitliches Profil gegenüber dem Kunden schaffen, heißt es in einer Mitteilung. Investieren will Baan in die Entwicklung und den Kundendienst. Dem Kahlschlag fallen rund 1200 der weltweit 6000 Mitarbeiter zum Opfer. Welche Funktionen und Mitarbeiter hierzulande betroffen sind, stand bis zum Redaktionsschluß nicht fest. Für die Sanierung ist eine einmalige Rückstellung von 110 Millionen Dollar zu Lasten des vierten Quartals angesetzt.

In ihrem wöchentlichen Informationsrundschreiben "Weekly Fax" weisen die Auguren von der Meta Group ihre Kunden darauf hin, daß Baan gegen SAP deutlich an Boden verloren habe. Die Niederländer seien zwar bemüht, auch Unternehmen mit einem Umsatz von über 750 Millionen Dollar zu bedienen. Doch werde das ausgereifte Produkt für dieses Segment noch rund zwölf bis 18 Monate auf sich warten lassen. So lange werde es dauern, bis Baan die zugekauften Produkte integriert.

Die nackten Zahlen belegen den Expansionsdrang der Niederländer: Die Betriebsausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um 57 Prozent, die Zahl der Mitarbeiter wuchs im gleichen Zeitraum um 69 Prozent, und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden verdoppelt. Dem steht ein Umsatzanstieg von nur 30 Prozent in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres gegenüber. Der Verlust für die ersten neun Monate summiert sich auf 12,5 Millionen Dollar (1997: 48 Millionen Gewinn). Als erster Schritt in Sachen Organisation ist Mary Coleman, die vormals die Geschicke der von Baan übernommenen Aurum leitete, zum President von Baan ernannt worden.