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Hausmesse: Anwender können Baan ERP künftig mieten


16.10.1998 - 

Baan schreibt rote Zahlen

"Die glorreichen Tage der ERP-Anbieter sind vorbei", erklärte Bruce Richardson, Analyst der AMR Research aus Boston. Wie auch andere Analysten geht er davon aus, daß der Umsatzzuwachs mit betrieblicher Standardsoftware sich künftig drastisch reduzieren wird. Kunden würden, bedingt durch die Datum-2000-Problematik, weniger Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Lösungen nachfragen, auch die Euro-Umstellung sorge für keinen weiteren Aufschwung.

Aktienkurs verliert fast 50 Prozent

Baans Aktienkurs fiel bereits vom vergangenen Freitag auf Montag dieser Woche um über 20 Prozent. Nach Bekanntwerden der Ergebnisse gab der Wert an der New Yorker Wall Street nochmals um 25 Prozent nach. Die abschließenden Ergebnisse sollen am 28. Oktober veröffentlicht werden.

Das magere Ergebnis sei auf die schlechten globalen Bedingungen zurückzuführen, begründete Tom Tinsley, Chief Executive Officer (CEO) von Baan, die vorläufigen Zahlen. Mögliche Kunden - insbesondere in den USA - hätten deshalb Projekte verschoben oder aufgegeben, sagte er gegenüber der "Financial Times".

Auch in künftigen Perioden erwartet er ein Anhalten des Negativtrends und will die Planungen entsprechend anpassen. Wie diese aussehen könnten, läßt ein Blick in die Gerüchteküche erahnen, derzufolge Baan seine Aktien zurückkaufen wolle und für unbestimmte Zeit als Privatunternehmen auftreten werde. Der Offenlegung von Ergebnissen jedenfalls könnte man so aus dem Weg gehen.

Trotz der Verluste und des mageren Ergebniswachstums - Analysten von Goldman Sachs hatten rund 80 Millionen Dollar mehr erwartet - zeugen die Aktienverkäufe für Felix Hamann, Analyst bei Input in Langgöns, von einer Überreaktion des Marktes. "Das spiegelt nicht den tatsächlichen Wert des Unternehmens wider", konstatiert er. Er vermutet, daß die Probleme eher hausgemacht sind. Die Expansionspolitik und neue Buchhaltungsverfahren, die Anfang des Jahres eingeführt wurden, wirkten sich negativ auf die Kosten aus. Technisch hält er die Baan-Software für ein konkurrenzfähiges Produkt, das sich gerade für den gehobenen Mittelstand eigne.

In Den Haag war von den dunklen Wolken am Baan-Finanzhimmel wenig zu spüren. CEO Tinsley schwor die Zuhörerschaft in seiner Eröffnungsrede auf "Baan ERP" ein, die neue komponentenbasierte ERP-Lösung. Das Nachfolge-Release von "Baan V" sei nun für die allgemeine Vermarktung verfügbar.

Mit einem neuen "Enterprise Software Licensing Agreement" unterstreichen die Softwerker einmal mehr die Zusammenarbeit mit Microsoft. Gemeinsam mit Jeff Raika, Vice-President für Sales und Support bei Microsoft, stellte Tinsley das Programm vor, wonach Baan-Software, Microsofts Back-Office-Produkte, Wartung und Support sowie Baans interaktiver Web-Service in einem Paket zur monatlichen Miete erhältlich sein sollen. Die Preise beginnen bei 99 Dollar pro Monat und Desktop. Voraussetzung für diesen Kaufhaus-Dumping-Preis sind allerdings eine Laufzeit von mindestens drei Jahren sowie die Abnahme von 5000 Arbeitsplätzen.