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21.07.2000 - 

Invensys beißt bei Aktionären auf Granit

Baan-Übernahme könnte an ING-Bank scheitern

MÜNCHEN (CW) - 5,9 Prozent reichen, um Baan in den Konkurs zu stürzen. Wenn die niederländische ING-Banken-Gruppe ihren Anteil nicht an Invensys abtritt, ist der holländische ERP-Anbieter wohl endgültig pleite.

Die beteiligten Parteien wollten sich zwar zur neuen Situation im Übernahme-Poker zwischen Invensys und Baan nicht äußern. Wie die "Financial Times" jedoch berichtet, hat ING bereits intern zu verstehen gegeben, das Aktienpaket von 5,9 Prozent werde nicht an den britischen Kaufinteressenten abgetreten.

Invensys macht 75 Prozent seines Geschäfts mit Produkten zur Prozessautomatisierung sowie mit Mess- und Regeltechnik. Die Briten hatten Anfang Juni bekannt gegeben, man wolle mindestens 95 Prozent der ausstehenden Baan-Aktien zu einem Preis von 2,85 Euro pro Anteil beziehungsweise zu einem Gesamtpreis von rund 1,5 Milliarden Mark übernehmen. Werde dieser Anteil nicht erreicht, platze die Übernahme.

Mit seinem Aktienanteil von 5,9 Prozent kann ING die Übernahme also zu Fall bringen und wird dies nach den vorliegenden Informationen auch tun. Die niederländische Bank würde bei einem Bankrott von Baan nach Expertenmeinung rund 250 Millionen Gulden beziehungsweise etwa 108 Millionen Dollar an Steuerabzügen verbuchen. Dies wäre immerhin fast ein Drittel der 800 Millionen Gulden, die ING für das Baan-Aktienpaket bezahlte.

Würde ING hingegen auf das Invensys-Angebot eingehen, verlöre die Bank zwischen 85 und 90 Prozent ihrer Investition in Baan-Aktien. Die Einbuße dürfte das Finanzinstitut nicht einmal steuerlich geltend machen.

Gegen die Übernahme wehrt sich zudem eine weitere Gruppe von Baan-Aktionären. Diese verfügt nach Aussagen des Sprechers dieser Aktionärsgruppe, Ernst Sonneveldt, über 19,6 Prozent der gesamten Baan-Anteile. Nach den Informationen wollen die Sonneveldt-Aktionäre 250 Millionen neue Baan-Aktien ausgeben. Auf diese Weise könnten rund 625 Millionen Euro Kapital aufgebracht werden.

Invensys hatte bis zum 14. Juli 2000, dem offiziellen Stichtag, bis zu dem Baan-Aktionäre ihre Anteile an Invensys veräußern sollten, lediglich 58 Prozent der Baan-Anteile einsammeln können. Deshalb wurde die Veräußerungsperiode bis zum 25. Juli verlängert. Zuletzt mussten die Niederländer die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 1999 korrigieren. Demnach wuchsen die Verluste von 289 auf 309,6 Millionen Dollar, und die Umsätze schmolzen von 635 auf 619 Millionen Dollar.