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14.02.1997 - 

PPS-Geschäft wechselt samt Mitarbeitern den Besitzer

Baan übernimmt das Herzstück von Strässle

Seit Mitte Dezember verhandelten diverse Softwarehäuser mit dem Konkursverwalter der Strässle Informationssysteme GmbH, dem Stuttgarter Rechtsanwalt Klaus Albert Maier. Drei Pakete wurden um die Geschäftsbereiche PPS und BDE, Personal-Management (Ibix 2000) und Technische Informationssysteme (CAD/CAM) geschnürt. Am heißesten umworben, so berichtet Peter Lempp, einer der Strässle-Geschäftsführer, war das PPS-Paket.

Den Zuschlag erhielt jetzt die deutsche Tochtergesellschaft des niederländischen SAP-Konkurrenten Baan. Nach Ansicht von Lempp bekamen die Holländer den Vorzug, weil das Unternehmen die Übernahme der meisten Mitarbeiter dieses Geschäftsbereichs zusagte und auch in finanzieller Hinsicht das beste Angebot unterbreitete. Für die anderen Bereiche gebe es ebenfalls Interessenten, in ein bis zwei Wochen falle voraussichtlich auch hier eine Entscheidung.

Das Softwarepaket PSK2000 wird von Baan allerdings nur noch bis zur Jahrtausendwende gepflegt; Anwender müssen sich mit einem Wechsel auf das konkurrierende "Baan IV" vertraut machen. Die erforderlichen Investitionen in puncto Umstellung auf das Jahr 2000 und die Euro-Währung wären für dieses Paket nicht zu rechtfertigen gewesen, begründet Karl-Heinz Voß, Baans General Manager für Zentraleuropa, die Entscheidung gegen eine Zwei-Produkte-Strategie.

Daß die Pflege einer zweiten PPS-Lösung neben dem hauseigenen "Enterprise Resource Planning System" nicht im Interesse von Baan liegen kann, dürfte jedoch das gewichtigere Argument gegen eine Fortsetzung des PSK-2000-Geschäfts gewesen sein.

Man werde die Strässle-Kunden mittelfristig auf die eigene Plattform "Baan IV" überführen, erklärte Voß. Seinen Ausführungen zufolge sollen auch Mitarbeiter aus der Strässle-Geschäftsführung zu Baan wechseln. Strässle-Manager Lempp relativierte allerdings, er wisse noch nicht, ob er zu Baan gehen werde.

Rund 100 Beschäftigte des mehr als 300 Mitarbeiter starken schwäbischen Softwarehauses sind künftig in der noch zu gründenden Baan-Strässle GmbH beschäftigt. Sie sollen nach Angaben von Voß die Anwender betreuen und mit Dienstleistungen versorgen. "Wir werden den bestehenden Kunden entsprechende Pflege- und Supportverträge anbieten", beteuert der Baan-Manager.

HMP zog gegen Baan den kürzeren

Zu den Interessenten am PPS-Geschäft von Strässle gehörte unter anderem auch die HMP Hardware und Software GmbH, Herrenberg, die ihr Technisches Dokumentations- und Informationssystem (Tedis) mit Hilfe von Strässle-Know-how für den Produktionssektor fit machen wollte. Allerdings zeigte sich auch HMP nicht gewillt, PSK 2000 in seiner bisherigen Form weiterzuentwickeln. Offenbar war das Unternehmen mit 20 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von sechs Millionen Mark zu klein, um mit Baan konkurrieren zu können.