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01.05.1998 - 

Umsatz stieg im ersten Quartal auf 176 Millionen Dollar, aber

Baan überrascht mit Gewinneinbruch

Die Niederländer konnten den Umsatz in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 1998 um 32 Prozent auf 176 Millionen Dollar (1997: 133 Millionen) steigern. Die Lizenzeinnahmen wuchsen um acht Prozent auf 90 Millionen Dollar (1997: 83 Millionen). Die Einnahmen für Wartung und Service stiegen um 74 Prozent auf 86 Millionen Dollar (1997: 49 Millionen). Dennoch sackte der Wert der Aktien binnen Wochenfrist um mehr als zehn Prozent von 55 auf 47 Dollar.

Schuld an dem unerwartet mageren Gewinn sind Unsicherheiten bei der Rechnungslegung nach "SOP 97-2 Software Revenue Recognition". Gemäß diesen neuen US-Buchführungsregeln dürfen Software-Anbieter manche Einnahmen nicht sofort als Umsatz innerhalb eines Quartals verbuchen. Besonders betroffen davon sind Leasing- sowie Partnergeschäft. Hier liegt der Wert der Leistungen zwar bei Abschluß des Vertrages fest, die Zahlungen der Kunden gehen jedoch erst zu späteren Zeitpunkten beispielsweise in monatlichen Raten ein.

"Die amerikanischen Vorschriften sagen bisher nichts darüber aus, wie man mit diesen Einnahmen verfahren soll", erklärt Ingo Fleckenstein, Baan-Sprecher in Hannover. Aus diesem Grund hätten der Baan-Prüfungsauschuß und das Management einen Betrag von rund 43 Millionen Dollar als transitorische Passiva ausgewiesen und zurückgestellt.

Klaus Wagenaar, Chief Financial Officer von Baan, will innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen mitteilen, wie mit den Rückstellungen verfahren wird.

Nach Meinung deutscher Analysten hat Baan durch die Bekanntgabe der Zahlen und Berücksichtigung der neuen Vorschriften "offensiv" gehandelt und damit einem "großen Knall" vorgebeugt. Da das Unternehmen einen großen Anteil seines Umsatzes durch Leasingverträge und indirekten Partnervertrieb erziele, hätte man früher oder später die Bilanz entsprechend den neuen Richtlinien abstimmen müssen.

Baan setze damit ein Signal, um zu verhindern, daß ein ähnlicher Effekt auftrete wie bei Informix oder Sybase. Die beiden Datenbank- und Tool-Spezialisten mußten ihre Ergebnisse nachträglich korrigieren, was zu Kursstürzen und Unsicherheiten bei den Anwendern geführt hatte.

Wie die australische CW-Schwesterpublikation "Computerworld Today" mitteilt, ist Paul Baan, Mitbegründer der Softwareschmiede, von seinem Amt als Chief Executive Officer (CEO) zurückgetreten. Baan wurde als Keynote-Redner auf der Baan World erwartet, nahm an der Veranstaltung jedoch nicht teil. Gründe für sein Ausscheiden wurden nicht bekanntgegeben. Er soll künftig der "Baan Foundation" vorstehen, die sich um den Aufbau von IT-Firmen und die Beschaffung von Venture Capital sowie um DV-Projekte in der dritten Welt kümmert.