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23.10.1998 - 

Separate ERP-Komponenten kommen erst Ende 1999

Baans Krise überschattet Produktankündigungen

Aufgrund einer Umsatzwarnung war der Wert der Baan-Aktie in der vergangenen Woche erdrutschartig von knapp 30 auf derzeit etwa zwölf Dollar abgesackt. Für das dritte Quartal wird die Company ersten Schätzungen zufolge einen Verlust von rund 30 Millionen Dollar ausweisen.

Es scheint so, als stehe Jürgen Richter, seit April Geschäftsführer der Baan Deutschland GmbH, vor einem Scherbenhaufen. Der Umsatz steigt nicht mehr im erhofften Maß, und die Unternehmensleitung droht mit Neuorganisation. Zudem wächst bei Baans Kunden die Unzufriedenheit.

Mit den schlechten Quartalsergebnissen sei auch er natürlich nicht zufrieden. Er gehe, wie Tom Tinsley, Chief Executive Officer bei Baan, davon aus, daß sich der negative Branchentrend in den nächsten Quartalen fortsetzen werde. Dennoch will Baan im vierten Quartal wieder Profit ausweisen.

Zu der von Tinsley am letzten Donnerstag angekündigten Überprüfung der Management-Strukturen teilte er mit, daß in Zentraleuropa bereits mit seinem Antritt ein neuer Aufbau implementiert worden sei: "Unsere Organisation in Europa ist in Ordnung." Man sei hier in Lines of Business (LOBs) organisiert, während der Rest des Unternehmens sich stark nach Produkten ausgerichtet habe.

Die LOBs konzentrierten sich auf die Branchen Industrie, Handel, öffentliche Verwaltung, Versorgungsunternehmen und spe-zielle Anforderungen aus Ländern wie Rußland und Österreich, die zu Richters Verantwortungsbereich gehörten. Er sehe keinen Anlaß, in diesem Punkt etwas an den Organisationsstrukturen zu verändern.

Baan-Chef Richter räumte ein, daß das Unternehmen das Thema Kundenzufriedenheit in der Vergangenheit nicht ernst genug genommen habe. "Unsere Anwender hierzulande werden nun durch die Account-Manager betreut, die dafür sorgen, daß ein Kunde nicht nur Produkte, sondern Lösungen erhält." Dazu gehörten auch Beratung und Service.

Ganz ohne weitere Neuorganisationen kommt Richter dennoch nicht aus. Das noch auf der CeBIT '98 in Hannover vorgestellte Baan-Tochterunternehmen Baan Midmarket Systems (BMS), das speziell für das Mittelstandsgeschäft und die Partnerauswahl verantwortlich zeichnet, soll im Laufe des vierten Quartals wieder in die Baan Company integriert werden.

Darüber hinaus kündigte er an, sich künftig stärker um die Belange der Baan-User zu kümmern. In der Vergangenheit hatten sich ohne das Dazutun von Baan in Nord- und Süddeutschland jeweils Anwendergruppen gebildet. Diese Vereinigungen wurden gegründet, um auf den schlechten Service und Fehler in der Software aufmerksam zu machen. Mitte der Woche soll auf einem Treffen zwischen der Baan-Geschäftsführung und Anwendervertretern eine erste Bestandsaufnahme erfolgen, teilte Richter mit.

Die für Anwender interessanteste Ankündigung scheint die Verfügbarkeit von "Baan Series", der komponentenbasierten betriebswirtschaftlichen Softwarefamilie der Niederländer, zu sein. Die Enterprise-Resource-Planning- (ERP-)Lösung "Baan ERP", ein Baustein aus Baan Series, unterstützt den Euro mit Triangulation, Konvertierung oder gleichzeitigem Verwalten mehrerer Währungen: "Kunden, die mit der aktuellen Version Baan IVc arbeiten, erhalten bis Ende des Jahres ein kostenloses Update", erklärt Karl-Heinz Plünneke, Manager Presales bei Baan. Für die Ausführungen 3.1, IVa und IVb gebe es ebenfalls Updates. Sie werden jedoch mit 300 Dollar pro Arbeitsplatz abgerechnet.

Neben dem ERP-Modul sollen Anwendungen für Vertrieb und Marketing, Supply-Chain-Management und E-Commerce-Applikationen als Series-Bausteine zur Verfügung stehen. Laut Plünneke wird das ERP-Paket selbst noch weitgehend als integriertes System ausgeliefert. In den Projekten "Verdi" und "Verdi II" planen die Softwerker, auch das Kernsystem zu entflechten und Finanz-, Logistik- und Produktionsfunktionen als eigenständig wartbare Module anzubieten. Derzeit seien etwa 200 Business Object Interfaces (BOIs) verfügbar, mit denen Baan die eigenen Anwendungen und Fremdprodukte integriert.