Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.09.1989 - 

Großprojekt von AEG, Siemens und Conware wird 1990 installiert:

Badenwerk hängt Energienetze an zwei LANs

MÜNCHEN (CW) - Die Stromversorgerin Badenwerk AG, Karlsruhe, wird im kommenden Jahr ein Rechnernetz in Betrieb nehmen, das energiewirtschaftliche Berechnungen auf zwei 13 Kilometer voneinander entfernte Standorte verteilt. Zur Zeit werden die Tests bei AEG in Frankfurt abgeschlossen.

Zwei lokale Netze werden nach Angaben der Hersteller und des künftigen Betreibers alle Funktionen integrieren: Die beiden Rechner-Subsysteme hängen in einem Ethernet-LAN nach IEEE 802.3 zusammen und unterstützen 20 Dynavis-Arbeitsplätze; der Rechnerverbund kommuniziert mit 21 teilweise farb- und grafikfähigen Workstations an vier Servern unter Unix im entsprechenden Peripherie-Ethernet. Arbeitsplatzrechner und Server sind von Sun Microsystems. Alle verwendeten Kommunikationsprotokolle sollen in den unteren vier Schichten der OSI-Norm entsprechen.

Das Rechner-LAN vernetzt die Betriebs- und Koppelrechner im Vordergrund mit den energiewirtschaftlichen Hintergrundrechnern. Auf der Betriebsebene setzt die Badenwerk drei 32-Bit-Rechner vom Typ Gould 3297 ein, für die Energiekoppelung stehen zwei 16-Bit-Sicomp

M70 von Siemens zur Verfügung. Kernstück von Ewis sind drei 32-Bit-Echtzeitrechner Modcomp Classic 3287 der federführenden AEG unter dem Betriebssystem Maxnet. Neben

energiewirtschaftlicher Arithmetik sollen diese auch Offline-Netzberechnungen zur Simulation zukünftiger Versorgungssituationen leisten.

Das periphere Netz besteht aus zwei LAN-lnseln: Zwei Server und elf Workstations im Bereich Hauptschaltleitung/Lastverteilung sind über Lichtwellenleiter mit der 13 Kilometer entfernten Hauptverwaltung verbunden, wo noch einmal zehn Workstations von zwei Servern bedient werden. Die Glasfaserverbindung wurde von der Karlsruher Conware Computer Consulting GmbH geliefert und hält Redundanzen bereit: Eine Netz-Routing-Option soll nach Darstellung Conwares den Datendurchsatz von maximal acht Megabit/Sekunde automatisch auf zwei parallele Wege verteilen; bei Ausfall eines Glasfaserkabels übernehme der parallele Leiter alle Datenströme.

Als Bridge zwischen den Netzinseln liefert Conware pro Kabel zwei Network-Shuttles Nesh 196 nach der Postnorm G.703, die Informationen an das Netzwerk-Management Nema liefern. Dieses laufe auf einer beliebigen Sun-Workstation und sei grafisch orientiert: LANs, Shuttles und deren Verbindungen werden laut Conware als "lkons" dargestellt, ein Editor ermöglicht es dem Anwender, die Symbole in einem Lageplan des Systems zu bewegen und mittels Fenstertechnik in genauen Umgebungsdarstellungen zu betrachten. Das Management ist mit einer Netzdatenbank verbunden und soll unter anderem in der Lage sein, Auslastungs- und andere Statistiken anzu zeigen oder grafisch auszudrucken.

Das ist Ewis

Der energiewirtschaftliche Rechnerverbund "Ewis" besteht aus zwei Subsystemen: Im Vordergrund steuern zusammen fünf Rechner die Netzführung und die Energiekoppelung mit anderen Stromversorgern, das Hintergrundsystem wickelt die Verteilung der Verbrauchslast auf unterschiedliche Primärenergien und den Energieverkehr mit regionalen Stromlieferanten und Verbrauchern ab, Simulationsberechnungen künftiger Stromnetz-Lasten können offline in der Hauptverwaltung stattfinden.