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27.06.1975 - 

Archivierung von Datenträgern

Bänder halten 10 Jahre

SINDELFINGEN - Die Archivare sehen sich durch die EDV vor Schwierigkeiten gestellt: noch ist die Frage nicht beantwortet, ob Datenträger überhaupt zum "Registraturgut" zu rechnen sind, da meldet die Wissenschaft schon Interesse an archivierten Magnetbändern der öffentlichen Hand an, - während auf der anderen Seite die Datenschützer mahnend den Finger heben. Wie sich die Möglichkeit der Löschung nicht mehr benötigter personenbezogener Daten (Das ist im Entwurf des Bundesdatenschutzgesetzes vorgesehen) etwa auf die Archivierung auswirken wird, die nach dem Prinzip der Vollständigkeit arbeitet, ist unklar.

Einigermaßen geklärt sind die Fragen der Archivierbarkeit von Datenträgern Staatsarchivrat Dr. Wilfried Schötag (Stuttgart) kam zu folgenden Ergebnissen:

Lochkarten sind empfindlich gegen Luftfeuchtigkeit und können nicht längere Zeit gelagert werden.

Magnetplatten eignen sich des hohen Preises wegen nur für eine kurzfristige Zwischenspeicherung.

Magnetbänder gelten als ideal, bergen aber folgende Probleme: es sind optimale, nicht schwankende Lagerbedingungen nötig; magnetische Felder müssen ferngehalten werden. Die Haltbarkeit wird auf höchstens 10 bis 15 Jahre geschätzt - dann muß der Inhalt auf ein anderes Band überspielt werden. Normen und Programmsprachen unterliegen dem Wandel, so daß Umschreibeprogramme nötig werden können.

Mikrofilm bietet maximale Raumersparnis und hohen Sicherheitsgrad. Datenträger können mittels COM-Anlage in Filme oder Fiches umgewandelt werden - allerdings ist das umgekehrte Verfahren CIM (Computer Input from Microfilm) noch nicht praktikabel - was die Auswertung wieder erschwert.

Auslffinder aut Band abgeliefert

Einige Beispiele für die Archivierung von Magnetbändern gibt es schon: das Bundesverwaltungsamt liefert jährlich auf etwa 20 Magnetbändern das Ausländerzentralregister ans Bundesarchiv ab. Das Statistische Bundesamt kopiert seine Archivbander jährlich, die National Archives in Washington kopieren im Abstand von zehn bis zwölf Jahren. Interesse an Archivbändern der öffentlichen Hand hat als erstes das Kölner Institut für empirische Sozialforschung bekundet.

Transportieren wie rohe Eier

Wesentlich ist eine gute Verbindung von Archiv und Rechenzentrum, weil Bänder, die beim Transport stark erschüttert wurden, nicht archiviert werden sollten. Die Erschütterungen rufen Spannungen im Band hervor, die zwar bei einem normalen Arbeitsband nicht auffallen, bei längerer Aufbewahrung aber zu mechanischen Verformungen und damit zu einer Störung des Dateninhaltes führen können. -py