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31.05.2002 - 

Rückzug aus dem CRM-Geschäft

Bäurer verkauft TPS an Intraware

HÜFINGEN (CW) - Die Bäurer AG will ihre CRM-Tochter TPS Labs an die Intraware AG verkaufen. Über eine strategische Partnerschaft mit dem Käufer sollen Bäurer-Kunden aber weiterhin CRM-Lösungen kaufen können.

Über den Verkauf der TPS Labs haben Bäurer und Intraware eine Absichtserklärung unterzeichnet. Praktisch alle Details der Transaktion sind aber noch unklar. So gibt es nach Firmenangaben weder einen Zeitplan noch ist der Kaufpreis entschieden. Letzterer hänge von der Bewertung von TPS Labs ab, die zurzeit in Arbeit sei. Daher sind auch die künftigen Mehrheitsverhältnisse bei Intraware noch unklar. Wann die Bewertung von TPS Labs abgeschlossen sein wird, steht ebenfalls in den Sternen.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Intraware erwartet für 2002 einen Umsatz von 5,7 Millionen Euro, gegenüber 8,5 Millionen im Vorjahr. Bei dem Unternehmen arbeiten 130 Mitarbeiter. TPS Labs hat 2001 mit rund 50 Mitarbeitern einen Umsatz von 11 Millionen Euro erzielt, für 2002 werden weniger als 5 Millionen Euro erwartet.

Mit dem Rückzug aus dem CRM-Geschäft setzt Bäurer seine Strategie fort, sich wieder auf das Kerngeschäft ERP-Software zu konzentrieren. Allerdings will das Unternehmen seinen Kunden weiterhin CRM-Lösungen anbieten, da die Nachfrage danach vorhanden sei. Durch die geplante Kooperation mit Intraware hat Bäurer dabei demnächst die Wahl zwischen der Microsoft-basierten TPS-Lösung und der Lotus-Notes-basierten Intraware-Software. Nach Auskunft einer Intraware-Sprecherin ist allerdings die Zukunft der Produktlinien und die langfristige Strategie im Produktbereich noch nicht festgelegt worden. Erst müssten die vereinbarten Prüfprozesse zur Beurteilung von TPS Labs abgeschlossen sein. (mo)

KommentarBäurer verkauft TPS Labs an Intraware. Das wird die Analysten in den Banken beruhigen: Fokussierung auf das Kerngeschäft, Fortsetzung des Konsolidierungskurses - so etwas pflegt den Aktienkurs und bringt Entlastung für die gebeutelten Firmenvorstände. Grund genug also, solch eine Meldung zu verbreiten. Doch wer sich die Hintergründe anschaut, muss stutzig werden. Kann es wirklich sein, dass Intraware und Bäurer nicht wissen, was TPS Labs wert ist? Kann es sein, dass die Intraware-Anteilseigner noch nicht wissen, ob sie künftig noch das Sagen im Laden haben oder Minderheitseigner sind (bei den Umsätzen steht ja zu befürchten, dass das der Fall sein kann)? Kann es sein, dass eine Absichtserklärung unterzeichnet wird, ohne dass man sich Gedanken um die Zukunft der gemeinsamen Produkte und des gemeinsamen Unternehmens gemacht hat? Natürlich nicht. Und so gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man lügt die Öffentlichkeit an, oder der Deal ist eine ausgemachte Nullnummer. (mo)