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07.12.2001 - 

Umsatz von zwei Milliarden Mark geplant

Bahn eröffnet Internet-Marktplatz

BERLIN (mo) - Die Deutsche Bahn AG will in zwei Jahren einen erheblichen Anteil ihrer Beschaffung über einen Internet-Marktplatz abwickeln. Auf diese Weise sollen die Kosten gesenkt sowie Prozesse vereinfacht und beschleunigt werden.

Mit zirka 50000 Lieferanten arbeitet die Bahn zusammen. Das jährliche Einkaufsvolumen beträgt rund 20 Milliarden Mark. In zwei Jahren soll die Mehrzahl der Vorgänge über einen Internet-Marktplatz abgewickelt werden - so die Zielvorstellung von Robert Wick, Leiter der SAP-Betreuung und -Entwicklung sowie des E-Procurement bei der Bahn. Von den Zulieferern erwartet die Bahn, dass sie das System künftig nutzen. Die Resonanz der ersten Pilotanwender, sowohl intern als auch extern, ist nach Angaben von Wick positiv.

Rund zwei Milliarden Mark will die Bahn mittelfristig auf dem Marktplatz einkaufen. Bereits 2002 sollen Transaktionen für rund 25 Prozent dieses Wertes über die Handelsplattform laufen. Neben der Beschaffung von Gütern sollen auch einfache Dienstleistungen online geordert werden können, zum Beispiel im Bereich Reinigung oder Bewachung. Dass das Volumen nicht größer ausfällt, liegt an gesetzlichen Randbedingungen, denen das Unternehmen der öffentlichen Hand unterworfen ist. So dürfen Ausschreibungen im Wert von mehr als 400000 Euro nur eingeschränkt elektronisch abgewickelt werden. Auch Aufträge für größere langfristige Bauprojekte wie den Neubau einer Trasse oder die Beschaffung von neuen ICEs werden künftig nicht über den elektronischen Marktplatz vergeben.

Von der Handelsplattform erwartet sich das Unternehmen, Prozesse schneller und preiswerter abwickeln zu können. "Unser Ziel ist es, mit den modernen Medien die Geschäftsprozesse und -abläufe zu verschlanken, wesentlich zu beschleunigen, effizienter und kostengünstiger abzuwickeln", beschreibt Klaus-Bernd Bapp, Generalbevollmächtigter Leiter Einkauf der Deutschen Bahn, seine Zielsetzung. DV-Mann Wick rechnet zum Beispiel konkret mit einer Beschleunigung der Abwicklungen um rund 20 Prozent. Außerdem ist das System komplett in die SAP-Umgebung eingebunden (die Bahn arbeitet noch mit R/2) und erleichtert somit die Anbindung zum Beispiel an die Buchhaltungssysteme. Wegen des schärferen Wettbewerbs unter anderem durch eine Erweiterung des Bieterkreises versprechen sich die Verantwortlichen außerdem günstigere Konditionen und eine besserere Qualität der Angebote.

Für die Bahn-Mitarbeiter ändert sich nicht viel. Sie arbeiten wie gewohnt mit ihrer SAP-Anwendung, zum Beispiel wenn sie etwas kaufen wollen. Die Bestellung wird automatisch in die Einkaufsplattform übernommen und dort den Zulieferern zugänglich gemacht. Die von dem SAP-Systemhaus Autinform entwickelte ASP-Lösung erfordert als Client nur einen Internet-fähigen PC. Die Bedienung erfolgt komplett im Browser. Eine spezielle Client-seitige Installation ist nicht nötig.

Neben dem Marktplatz für Ausschreibungen arbeitet die Bahn noch an weiteren elektronischen Handelsplattformen.