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19.11.1999 - 

Selbständiges Lernen am Arbeitsplatz

Bahn setzt bei R/3-Einführung auf Computer-Based Training

Lernen mit Hilfe von Computer- Based Training (CBT) - rund 1200 Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG wissen nun, wie es funktioniert. Statt die Schulungsteilnehmer zu einem Lehrgang zusammenzufassen, setzte die Bahn auf eigenverantwortliches Lernen am Arbeitsplatz.

In den Bereichen DB Cargo, dem Güterverkehr, der DB-Reise & Touristik und der DB-Regio, mußten 1200 Beschäftigte der "Instandhaltung" mit der Standardsoftwarelösung SAP R/3 vertraut gemacht werden. Keine leichte Aufgabe für das Dienstleistungszentrum Bildung (DZB) der Deutschen Bahn in Frankfurt am Main. Die Entscheidung fiel auf ein CBT, das von der Prokoda AG für die Bahn entwickelt wurde.

Geschäftsprozesse in Lernumgebung einbeziehen

"Für die Entwicklung und Produktion des Lernprogramms hatten wir nur acht Wochen Zeit", erinnert sich Michael Haben, bei Prokoda Leiter des Geschäftsbereichs Tutorwin-R/3. "Es war von Anfang an Bedingung, daß das R/3-System der Bahn nachgebildet und damit die Lernumgebung für die Mitarbeiter so wirklichkeitsnah wie möglich sein sollte." Auch die Nachbildung der Geschäftsprozesse wurde anhand der Originaldaten mit den authentischen Belegen in das CBT integriert.

Daß dies gelungen ist, bestätigt Jörg Schäfer, Projektleiter im Frankfurter DZB der Bahn. "Die Mitarbeiter sehen und erkennen den Praxisbezug und die Relevanz des Lernens für ihren späteren Arbeitsalltag viel eher als bei einem Standardtraining." Das erhöhe die Motivation und die Akzeptanz eines solchen Lernmediums erheblich. Denn längst nicht alle Mitarbeiter hatten Vorkenntnisse im Umgang mit computerunterstützten Lernmethoden.

Spezifische Probleme oder Wünsche der Beschäftigten wurden von denen aufgegriffen, die das gesamte Konzept entwickelt hatten. "Mit einer Hotline haben wir dafür gesorgt, daß bei Problemen mit dem Training ständig ein Ansprechpartner zur Verfügung stand", erklärt Schäfer. Die Reaktionen darauf seien sehr vielfältig gewesen. "Das reichte von anfänglicher Skepsis dem Medium gegenüber bis zur Freude darüber, daß endlich ein selbstgesteuertes Lernen möglich gemacht wurde."

Vor allem nach den ersten Erfahrungen im Umgang mit dem Training habe sich aber insgesamt eine positive Einschätzung bei den Betroffenen herausgebildet, weiß Schäfer. "Dazu hat ganz erheblich beigetragen, daß die Kollegen auf eine bekannte Begriffswelt gestoßen sind, daß Formulare und Arbeitsprozesse ihnen aus dem Alltag bekannt waren."

Erfahrungen mit solchen maßgeschneiderten Lösungen, die auf multimediale Präsentationen mit Ton, Bild, Grafik und Animation setzen, konnte Prokoda schon bei der R/3-Einführung in der Hamburger Sparkasse sammeln, wo zahlreiche Trainings- und Schulungsmaßnahmen nötig wurden.

"Ich sehe einen großen Vorteil in der Wiederholbarkeit der Übungen, die jedem erlauben, sein Lerntempo zu bestimmen", urteilt Schäfer. Tests ermöglichen die Überprüfung des Wissens und, wo nötig, eine Wiederholung. Ein Zertifikat wird demjenigen erteilt, der eine bestimmte Lernmenge bewältigt hat. "Erfolgreiches Lernen wird hier sichtbar belohnt, auch das trägt und zur Motivation der Kollegen bei", so der Bahn-Manager.

*Gabriele Müller ist freie Journalistin in Wuppertal.