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Auf viele Werke verteilte Hardwareproduktion ist zu teuer:


20.02.1987 - 

Bald keine IBM Hardware mehr aus Hannover

HANNOVER (CW) - Die IBM Deutschland stellt die Hardwarefertigung in ihrem Werk in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein. Aus "wirtschaftlichen Gründen, so das Unternehmen, soll die Produktion in andere IBM-Fabriken verlagert werden. Von der Umstrukturierung sind 400 Mitarbeiter in Hannover betroffen.

Bis Ende des Jahrzehnts will die IBM Deutschland aus der Filiale Hannover, die insgesamt 1200 Arbeitnehmer beschäftigt, ein Zentrum für Softwareentwicklung und Kundendienst machen. Zur Zeit stellt das Werk noch Speichermodule, Speicher- und Logikkarten, Netzteile und Steuereinheiten her. Neue Produktlinien sollen nach Auskunft der Stuttgarter Zentrale nicht mehr aufgenommen werden; wenn das heutige Sortiment nicht mehr gefragt ist, läuft der Betrieb dort aus.

Die betroffenen Mitarbeiter sollen ich nach den Vorstellungen der schwäbischen Konzernspitze einer Umschulung unterziehen; ihnen werde dann ein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen angeboten. Die neuen Jobs werden auf alle Fälle schwerpunktmäßig im Softwaremetier zu finden sein. Denn die Branche ist, wie es Vorstandschef Hans-Olaf Henkel formuliert, "mit Hardware überversorgt".

Im einzelnen ist geplant, die Fertigung von Netzteilen bis Mitte 1988 in das Mainzer Werk zu verlegen, den Bereich Boards noch etwa drei Jahre in Hannover zu lassen, dann aller von Sindelfingen aus zu managen. In Hannover ist bereits ein CIM-Entwicklungszentrum im Bau, das laut IBM auch mit dem Lehrstuhl für Computerintegrierte Fertigung an der Universität Hannover zusammenarbeiten wird. Freilich geben auch Konzernsprecher zu, daß neue Arbeitsplätze dadurch nicht zu erwarten sind.

Außerdem will die IBM ihre Direktvertriebsorganisation für Mengenprodukte nach Hannover verlegen. Hinter diesem Begriff verbergen sich Schreibmaschinen, PCs, Drucker, Zubehör, Bildschirme und PC-Software. Auch beratende Tätigkeiten in diesem Bereich wären für die Mitarbeiter aus der Fabrik Neuland.

Wie viele Mitarbeiter in fünf Jahren im Unternehmen beschäftigt sein werden, sei aus heutiger Sicht nicht zu beantworten, orakelte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Hans-Olaf Henkel. Der deutsche Statthalter, der sich mit dem Betriebsergebnis der GmbH nicht zufrieden zeigte, verwies lediglich darauf, daß es in den letzten 76 Jahren keine Entlassungen bei IBM Deutschland gegeben habe. Zur Zeit beschätigt IBM in der Bundesrepublik noch rund 28000 Mitarbeiter.