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07.08.1987 - 

Illustrationen und digitale Wirtschaftskarten erobern die Business-Grafik:

Balken- und Tortengrafik ist nicht alles

Business-Grafiken sollen aus Zahlenfriedhöfen anschauliche Bilder machen. Doch verführerisch konnte man die Grafikmöglichkeiten der Kalkulations-Software bisher nicht gerade nennen - eher dürr und spartanisch. Das hat sich gebessert. Grafik-Software mit starker Orientierung zur Illustration sowie spezielle Programme zum Erstellen von Wirtschaftskarten bieten neue Möglichkeiten.

Es ist nicht einfach, einen guten Vortrag zu halten oder einen überzeugenden Bericht abzugeben. Jeder Referent hat seine eigenen Techniken, um seine Zuhörer zu gewinnen. Viele benutzen dazu Grafiken, die mit Texten und Symbolen gemischt werden - individuell für den Anlaß und unverkennbar, von welchem Autor sie erstellt wurden.

Zwar hatten Kalkulationsprogramme und integrierte Softwarepakete bisher schon die Möglichkeit, Zahlenkolonnen als Grafiken in Form von Balken- oder Tortendiagrammen oder als Fieberkurven darzustellen. Doch das war alles recht bescheiden, vor allem beim Marktführer Lotus mit seinen Programmen 1-2-3 und Symphony.

Mit der Einführung speziell für Präsentationen konzipierter Grafikprogramme ist das anders geworden. Diese Produkte bieten eine nützliche Unterstützung gegen Durchschnitts-Präsentationen mit dürren Bildern und Übersichten. Beispiele für solche Pakete sind Freelance und Graphwriter, beide aus den USA.

Bei Freelance werden Grafiken aus sogenannten grafischen Grundelementen wie Text, Linie, Pfeil, Rechteck, Kreis, Kreissegment, Kurve, Marker und Polygon zusammengesetzt. Jedem Grundelement sind charakteristische Eigenschaften wie Farbe, Strichbreite, Strichtyp, Füllmuster und Schrifttype zugeordnet. Verschiedene Schrifttypen stehen ebenfalls zur Verfügung. Rechtecke, Polygone, Kreise und Kreissegmente können entweder leer oder mit unterschiedlichen Mustern ausgefüllt sein.

Neben diesen Standardelementen besitzt Freelance als besondere Stärke einen Vorrat von fertigen Grafiken und Symbolen, die in Symbolbibliotheken zusammengefaßt sind.

So gibt es zum Beispiel gleich drei Bibliotheken zum Thema Transport, beginnend bei Symbolen für Lkws bis hin zum Hubschrauber. Natürlich kann man sich auch eine eigene Symbolbibliothek erstellen. Die kann beispielsweise ein selbsterstelltes Firmenlogo enthalten. Der Bayerische Gastronomieverband beispielsweise würde sich Maßkrug und Brezen entwerfen, um damit anschließend den Speisen- und Getränkeumsatz der Münchner Biergärten darzustellen. Dies könnte entweder über die Größe der Grafik (durch Zoomen) oder mit unterschiedlichen Brezen- und Krugreihen geschehen.

Ein weiterer Vertreter dieser Klasse von Grafik-Software ist das von der Firma ABC-Also Trading in Hamburg vertriebene Paket Concorde. Die Grafiken sind noch stärker als Vollbilder ausgelegt und in einer sehr umfangreichen Bibliothek abgespeichert.

Neben der Illustration von Geschäftsgrafiken ist noch eine ganz andere Präsentationsform interessant. Wer aus Verwaltung, Marketing oder Vertrieb kennt nicht Aufgaben wie: Zeige in der Karte des Landes Niedersachsen alle Gemeinden in gelber Schraffur, die zwischen 25 000 und 50 000 Einwohner haben; oder weise in der Karte des Postleitzahlbereichs 4000 (Düsseldorf) alle Orte grün aus, von woher nach der letzten Werbeaktion zwischen 50 und 100 Antworten eintrafen.

Solche und ähnliche Aufgaben stehen täglich in den verschiedensten Bereichen der Wirtschaft an. Vielerorts behilft man sich seit Jahren mit farbigen Stecknadeln in großen Wandkarten, oder Grafiker fertigen in mühevoller Kleinarbeit über Wochen hinweg themenspezifische Kartographien.

Wesentlich effizienter geht das heute mit einem PC und dem Programm MAP. Mit dieser Grafik-Software, deren Vertrieb das Softwarehaus iBS in Seelze bei Hannover übernommen hat, lassen sich beliebige Regionalzahlen mit entsprechenden MAP-Gebietsgrafiken in übersichtliche und aussagefähige Business-Grafiken mit hohem Informationsgehalt umsetzen.

Solche Elemente sind zwar schon seit längerem Bestandteil spezieller Präsentationsgrafik-Programme aus den USA, wie die beiden erwähnten Freelance und Concorde oder Map-Master von Decision Resources.

Doch was nützen vorgefertigte Karten der Bundesstaaten der USA, wenn man die Landkreiskarten der Bundesrepublik benötigt. Den größten Wert des MAP-Systems stellen somit die digitalisierten deutschen Kartenstrukturen dar.

Schnelle Abzüge der Grafik können auch auf grafikfähigen Matrix- und Farbmatrixdrucker ausgegeben werden. Die scharfe Bild- und Farbwiedergabe des EGA-Bildschirms ermöglicht die direkte Aufnahme von Farbdias. Überdies kann das Polaroid-Palette-System verwendet werden.

MAP kann nur bestehende Datentabellen einlesen. Die manuelle Eingabe von Zahlen sowie die Verknüpfung von Relationen ist nicht vorgesehen. Für das Editieren von Datentabellen und das Erstellen beliebiger Relationen wurde von iBS das Programmodul Dataedit entwickelt. Werden Berechnungen benötigt, sollten sie ausschließlich mit dafür vorgesehenen Programmen, zum Beispiel Lotus 1-2-3, durchgeführt werden. Die entsprechenden Zahlenkolonnen (WKS-Dateien) können übernommen werden.

Die digitalen Geographien dieses Systems sind grundsätzlich Vektorgrafiken. Nur die Vektorgrafik erlaubt uneingeschränkte Zoom-Fähigkeit. MAP-Karten können aus vielen tausend Vektoren bestehen und erfordern somit zwangsläufig auch entsprechend großen Speicherplatz. Ein Festplattenlaufwerk ist deshalb zweckmäßig.

Der Anbieter baut die Datenbestände weiter aus. Individuelle Kartenstrukturen, die nicht aus vorhandenem Material zu bilden sind, können bei der iBS nach Vorgabe/Vorlage in Auftrag gegeben werden. Es spielt grundsätzlich auch keine Rolle, ob es sich um einen Stadtplan, Straßenkarten oder andere Auflösungen handelt. Jeder Teil der Erdoberfläche ist mit MAP darstellbar.

Rudi Kulzer ist freier Fachjournalist, München