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29.06.2001 - 

Microsofts CEO kündigt komplette Verschmelzung von Windows mit dem Internet an

Ballmer: "J2EE wird man irgendwann wegwerfen"

MÜNCHEN (IDG) - Im Interview mit der CW-Schwesterpublikation "Infoworld" äußert sich Microsoft-Chef Steve Ballmer zu .NET, den Rivalen der J2EE-Plattform und der Rolle seines Konzerns im Bereich Unternehmens-IT. CW: Warum sollten sich Unternehmen heute mit Ihrer Web-Service-Strategie .NET beschäftigen? BALLMER: Heutzutage liegen Unmengen an Information in Back-Office-Systemen brach. Wir wollen helfen, diese Daten über neue Anwendungen zu erschließen, und zwar unter Nutzung einer XML-Infrastruktur.

CW: Warum sollten sich Unternehmen heute mit Ihrer Web-Service-Strategie .NET beschäftigen?

BALLMER: Heutzutage liegen Unmengen an Information in Back-Office-Systemen brach. Wir wollen helfen, diese Daten über neue Anwendungen zu erschließen, und zwar unter Nutzung einer XML-Infrastruktur.

CW: Wer soll diese Dienste anbieten? Microsoft, Systemintegratoren oder Telcos und Provider?

Ballmer: Da Software unser Geschäft ist, werden wir immer Partnerschaften zu Telcos benötigen. Sie alle verstehen, dass das Internet Protocol (IP) wichtig für die Verteilung ist. Wir wollen mit diesen Unternehmen nicht konkurrieren oder kämpfen, sondern echte Beziehungen eingehen, um Endanwendern die besten IP-basierten Daten- und Telekommunikationsdienste anzubieten.

CW: Berücksichtigt man das starke Moment hinter Java von Seiten der Entwickler und Unternehmenskunden, wo liegt dann die treibende Kraft für Ihren Ansatz?

Ballmer: Ich halte Java nicht für eine Sache, die langfristigen Erfolg haben wird. Am Ende müssen all diese Leute mit XML arbeiten, und Java ist dafür ein unangemessenes Mittel. Die Kommunikation von Anwendungen wird über das Versenden von XML-Nachrichten abgewickelt, nicht durch das Versenden von Java-Programmen. Anwendungen werden lose gekoppelt aufgebaut sein, nicht eng gekoppelt, wie es heutige Java-Programmiermethoden nahe legen. Das soll nicht heißen, dass Leute Java nicht mehr als Programmiersprache und für den XML-Einsatz nutzen werden. Aber die Java 2 Enterprise Edition (J2EE) und das Java-Betriebssystem wird man wegwerfen.

CW: Microsoft hat viel Zeit und Energie für den Browser-Krieg verschwendet. Betrachtet man das beschränkte User Interface (UI) eines Browsers, hat sich dann der Sieg in diesem Konflikt gelohnt?

Ballmer: Wir haben noch nicht das Beste aus lokalen Anwendungen mit dem Browser verheiratet. Derzeit benutzt man für Anwendungen entweder eine etwas rudimentäre Benutzeroberfläche, oder man nimmt das Browser-UI. Diese Mauer werden wir durchbrechen. Bei Windows XP oder Office XP sind Anwendungen in den Browser oder der Browser in Anwendungen integriert. Wir beginnen gerade damit, das alles zu verflechten bis zu dem Punkt, wo man nicht mehr sagen kann, wo lokaler Code anfängt und Browser-basierte Dinge aufhören. Das ist der richtige Weg. In ein paar Jahren, wenn wir alles komplett implementiert haben, werden Sie keinen Unterschied mehr erkennen.

CW: Was hat Microsoft in den letzten fünf Jahren über die Bedürfnisse von Unternehmensanwendern gelernt?

Ballmer: Das war damals eine andere Zeit, und wir haben seitdem viel gelernt. Die Leute haben uns gesagt, dass alles, was wir getan haben, darin bestand, in die Startposition zu kommen. Uns selbst war das gar nicht richtig bewusst. In dieser Situation hatten wir ein gutes Gespür für Interoperabilitätsfragen. Ständig gab es das Problem in unserer Strategie, wie wir die Zusammenarbeit mit anderen Systemen gestalten sollten. Nun hat sich mit XML ein offener, universeller Standard etabliert. In gewisser Weise ist das für uns die ideale Antwort auf unsere Probleme.