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Standort Deutschland/Kommentar


29.05.1998 - 

Bananenrepublik

Technologiestandort Deutschland? Da wuchtet sich an der Spitze eines hochindustrialisierten Landes ein Kanzler durch die Realität, dem zum Begriff Daten-Highway vor allem das Chaos am Brunnthal-Dreieck einfällt. Dessen akkuratscheiteligem Innenminister kommen zum WWW vor allem Synonyme wie Kontrolle der Bürger in den Sinn. Und sein Forschungsminister glaubt, Technologieentwicklung made in Germany werde wahrer, je häufiger er das halbverunglückte Projekt "Schulen ans Netz" bewerbe.

Andererseits kegelt die bündnisgrüne Opposition mit Manuel Kiper ausgerechnet den Experten für Informations- und Kommunikationstechnologie wahrscheinlich aus dem nächsten Bundestag. Wegen wahltaktischer Eitelkeiten und quotenangepaßter Überlegungen wird Kiper nun an der Hürde Listenplatz hängenbleiben.

Dafür findet ein Aufsichtsratsmitglied der Autoindustrie und möglicher nächster Bundeskanzler weder etwas dagegen, auf Kosten von VW zum Wiener Opernball und sonstwohin zu fliegen, noch hält er es für anrüchig, eben dieser Industrie ökologische Bedenkenträger aus dem Weg zu räumen.

Technologieförderung in Bonn - das ist die Arbeit kompletter Stabsabteilungen alteingesessener Großunternehmen wie beispielsweise Siemens, die die Fördertöpfe des Bundes abschöpfen, ohne daß uns bekanntgeworden wäre, ob und wenn ja, in welchen Technologiefeldern sie in jüngerer Vergangenheit reüssierten.

Bezüglich irgendwelcher Errungenschaften auf dem Gebiet der IT, der man eine treibende Kraft als Industriemotor nachsagt, darf man die Bilanz der großen deutschen Konzerne rundweg als gescheitert betrachten.

Informationstechnisch gesehen ist Deutschland eine Bananenrepublik. Schuld sind sogenannte Experten in Bonn und deren Spezis in den Konzernzentralen. Jüngst wurde diesen von einem Schweizer Institut wieder mangelnde Innovationsfähigkeit bescheinigt. Daran wird die Wahl im September nichts ändern.