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Adic bietet iSCSI-Anschluss

Bandbibliotheken in Netze einbinden

06.02.2004
MÜNCHEN (kk) - Advanced Digital Information Corp. (Adic) hat zunächst für zwei seiner Bandbibliotheken die Möglichkeit zum iSCSI-Anschluss und damit zur Konsolidierung des Backup-Prozesses geschaffen. Damit lassen sich aber auch Zug um Zug kostengünstige Speichernetze auf Basis von Ethernet aufbauen.

Adic macht seine "Scalar"-Bandbibliotheken schrittweise iSCSI-tauglich. Zunächst kommen die Modelle "Scalar 24" und "100" in den Genuss der neuen Anschlussmöglichkeit. Der Hersteller aus Redmond, Washington, wendet sich mit diesem Programm insbesondere an kleinere und mittelgroße Firmen, die damit ihre Backup-Prozesse konsolidieren können. "Nur zehn Prozent unserer Bandbibliotheken sind bisher in einem Speichernetz integriert", erklärt Ulrich Franke, Geschäftsführer von Adic für Zentraleuropa.

Adic wagte den Sprung zu iSCSI, da nun die dazu notwendigen Komponenten am Markt verfügbar sind: Cisco, HP, Dell und 3Com bieten entsprechende Netzkomponenten an, EMC, Hitachi und Network Appliance die passenden Festplattensysteme, Netzwerk-Schnittstellen-Karten (NICs) und Hostbus-Adapter gibt es von 3Com, Intel, Adaptec, Qlogic und Alacritech, und die passende Backup-Software liefert Microsoft, Veritas und CA. Adic selbst steuert den "Storage Network Controller" (SNC) bei, der die Umsetzung von Fibre Channel oder SCSI auf das iSCSI-Protokoll übernimmt. Der SNC ist entweder in der Bibliothek bereits eingebaut oder als externes Gerät ab März zu haben.

Die Möglichkeit, die Tape Libraries über iSCSI direkt in das bestehende Ethernet-LAN einzuklinken, soll den Anwendern, die noch kein Storage Area Network (SAN) eingerichtet haben, zu einem effektiveren Backup-Prozess verhelfen. Sind die Datenspeicher bisher direkt an die Server angeschlossen, dann lässt sich allein dadurch sparen, dass jetzt ein Archiv für alle Rechner ausreicht. Nutzt ein Unternehmen bereits einen speziellen Backup-Server mit angeschlossener Library, bietet das neue Modell ebenfalls große Vorteile, da der Speicher direkt am Netz angeschlossen ist und der Backup-Server überflüssig wird: Ein Nadelöhr beim Datenfluss ist beseitigt, und die Notwendigkeit, bei höherem Datenvolumen auch den Server nachzurüsten, entfällt (siehe Grafik).

Weiter optimieren lässt sich so eine Konfiguration, wenn Kommunikations- und Speichernetz getrennt werden: Zusätzlich zum LAN wird eine zweite physikalische Ethernet-Verbindung aufgebaut, über die die Speicherdaten laufen. Das Plus an Geschwindigkeit und Sicherheit muss allerdings durch eine Zusatzinvestition erkauft werden. Das zusätzliche Speicher-LAN benötigt ebenfalls Switche und in den Servern einen weiteren Netzanschluss. Moderne Server verfügen aber meist bereits über eine Dual-Port-Schnittstellen-Karte.

"Alle Anwender haben Erfahrungen mit Ethernet und können dieses Wissen - aber auch die gewohnten Verwaltungswerkzeuge - für die Datenspeicherung nutzen", wirbt Europa-Chef Franke für das Konzept. Derzeit befinden sich die iSCSI-Bandbibliotheken im Anwendertest, weniger wegen technischer Unwägbarkeiten als vielmehr mit Blick auf die praktische Handhabung vor Ort. "Wir wollen ein System liefern, das sich möglichst einfach installieren und bedienen lässt", erklärt Franke. Scalar 24 und Scalar 100 werden ausschließlich über den Fachhandel vertrieben. Die beiden Archive können mit Laufwerken vom Typ LTO, SDLT und AIT (nur Modell 100) bestückt werden. Neben dem Anschluss für iSCSI verfügen sie noch über SCSI- und FC-Connectivity. Da sich die Bibliotheken partitionieren lassen, kann iSCSI auch nur für einen Teil der Speicherkapazität verwendet werden.

Adic hofft, dass sich nach erfolgreicher Markteinführung der iSCSI-Lösung auch die OEM-Kunden - darunter IBM, Sun, Dell und Fujitsu-Siemens - für das Konzept begeistern können. Derzeit erzielt der Hersteller rund 50 Prozent seines Umsatzes im OEM-Geschäft. Neben Bandbibliotheken hat Adic mit "Pathlight" ein Festplattensystem für den Backup im Portfolio, das sich gegenüber der Backup-Software als Bandlaufwerk darstellt und die Daten zu einem späteren Zeitpunkt auf ein angeschlossenes Bandarchiv auslagert. Ankurbeln will Franke auch das Geschäft mit der hauseigenen Software "Stornext". Sie bietet im FC-SAN ein eigenes File-System, über das es möglich ist, die Daten eines Servers allen an das SAN angeschlossenen Rechnern zur Verfügung zu stellen. Stornext lässt sich zum kompletten Datenverwaltungswerkzeug ausbauen.

Abb: Speicher vom Server trennen

Besser als "direct attached: Den Backup über einen speziellen Server erledigen (oben). Noch besser: Den Speicher direkt ins LAN einklinken oder zusätzlich ein eigenes Speicher-LAN aufbauen (unten). Quelle: Adic