Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

30.06.2000 - 

Umstrittenes Geschäftsmodell

Bandbreite gibt es auf dem Flohmarkt

MÜNCHEN (CW) - In den USA versucht dieser Tage ein Startup mit einem ungewöhnlichen Geschäftsmodell sein Glück. Das Unternehmen unusedbandwidth.com betreibt unter der gleichnamigen Internet-Adresse einen Flohmarkt für bezahlte, aber unbenutze Bandbreite.

Die Idee des jungen Unternehmens klingt verlockend: DSL- (Digital-Subscriber-Line-) und T1-Anwender, die ihre angemieteten Kapazitäten nicht voll ausschöpfen, können ihre brachliegende Bandbreite Web-Seiten-Betreibern mit aktuellen Engpässen übergeben. Je nach Nachfrage erhalten sie einen Betrag (derzeit sind dies laut Anbieter 133 Dollar pro Mbit/s) erstattet.

Dazu installiert unusedbandwidth.com auf dem PC der Verkäufer eine Caching-Software, mit der der Bandbreiten-nachfragende Web-Seitenbetreiber zeitweise die Kontrolle über den entfernten Rechner übernehmen kann, um ihn als Proxy-Server zu verwenden. Die Kunden des Content-Providers, der Teile seiner Infrastruktur nach diesem Muster ausgelagert hat, müssen allerdings aufgrund des Umwegs mit längeren Zugriffszeiten rechnen. Die Verkäufer der Bandbreiten können definieren, zu welchen Zeiten sie wieviel ihrer Bandbreite zur Verfügung stellen wollen.

Als Anbieter kommen laut unusedbandwidth.com sowohl Privatleute wie auch Unternehmen in Frage. Sie müssen allerdings mit dem Verlust ihrer Privatsphäre rechnen, denn ihr Internet-Verhalten ließe sich ohne weiteres ausspionieren. So mußte Nick Marino, President der unusedbandwidth. com-Muttergesellschaft Nicks Sites LLC, einräumen: "Wir können keine Sicherheitsgarantien über das Vertrauensverhältnis zwischen uns und unseren Kunden hinaus anbieten." Aberdeen-Group-Analyst Andrew Cray hat einige Probleme mit dem Service: "Technisch könnte es machbar sein, aber es ist ein verrücktes Schema. Ich sehe keinen Grund, warum Content-Provider ihre Inhalte aus ihren Datenzentren auslagern und verteilen sollten."