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18.07.1980 - 

Höhere Geschwindigkeiten, größere Dichte, mehr Probleme:

Bandpflege am laufenden Band

LANGENHAGEN (bi) - "Immer noch" nimmt unter den magnetischen Datenträgern das Magnetband einen hervorragenden Platz ein, bemüht sich ein professioneller Bandpfleger den traditionsreichen Datenträger ins rechte Licht zu rücken. Sorgfalt ist beim Handling wie bei den anderen entsprechenden Medien Pflicht, jetzt aber, seitdem die Banddurchlaufgeschwindigkeiten immer höher werden und die Aufzeichnungsdichte auf bis zu 6250 bpi ansteigt, ist sie geradezu Zwang.

Worauf muß auf alle Fälle geachtet werden? Diese Frage beantwortet Bernhard Zurkuhlen von der Firma Friedhelm Leymann, Langenhagen.

Neu eingekaufte Magnetbänder müssen kontrolliert werden. Durch längere Lagerzeiten und Transport sind diese Bänder zumeist nicht in dem Zustand, der eine sofortige Verarbeitung auf der EDV-Anlage zuläßt. Eine erste Kontrolle sollte darin bestehen, daß die Bandspulen visuell auf eventuelle Beschädigungen und Verformungen überprüft werden.

Sind die klimatischen Voraussetzungen 0. K.

Eine exakte Verarbeitung, das heißt Aufzeichnung und Wiedergabe von Speicherdaten ist nur dann gegeben, wenn Raumtemperaturen und entsprechende relative Luftfeuchtigkeit den vorgegebenen Richtlinien der Magnetband- beziehungsweise der Computerhersteller entsprechen, das sind: 23 Grad C (plus/minus 2 Grad C) und 40 Prozent bis 60 Prozent relative Raumfeuchte.

Bei einer Abweichung von je 1 Grad C, beziehungsweise 5 Prozent relativer Feuchte muß eine Akklimatisierungszeit von einer Stunde vorgesehen werden. Da unbeschriebene Magnetbänder Temperaturen zwischen 5 Grad C und 48 Grad C, sowie einer relativen Luftfeuchte zwischen 20 Prozent und 80 Prozent ausgesetzt werden dürfen, bedeutet dies, daß gerade bei neu eingekauften Magnetbändern die Akklimatisierungszeit bis zu 24 Stunden betragen kann. Schon Temperaturen ab 32 Grad C (gemessen am sandmaterial) beeinträchtigen Aufzeichnung, Wiedergabe und Laufeigenschaften des Magnetbandes erheblich.

Einmal voll durchspulen vor dem erstenmal

Sind die vorgegebenen Klimawerte gegeben, sollte jedes neue Band vor seiner ersten Benutzung einmal voll durchgespult werden, um eine gleichmäßige Bandspannung über die gesamte Bandlänge zu gewährleisten. Nun erst kann mit der Verarbeitung begonnen werden.

Sauberkeit ist oberstes Gebot. Computerräume sollten stets staubfrei sein und nur mit dem Staubsauger niemals jedoch mit Staubtüchern oder Besen gereinigt werden. Formulare sollten hier weder ausgepackt, noch auf Dauer gelagert werden. Rauchen, Essen und Trinken dürfen nicht gestattet werden.

Wichtig ist auch, daß im Computerraum Kittel aus nicht staubendem Material (Nylon, Perlon) getragen werden.

Ein leidiges Thema: Der richtige Umgang

Nehmen Sie ein Magnetband nur dann aus seinem Behältnis (Kassette, Ladering) heraus, wenn es wirklich notwendig ist. Nur am Spulenkern, niemals jedoch an den Spulenflanken anfassen, sonst sind oft genug Beschädigungen der Bandkanten die Folge.

Transport und Lagerung sollten immer nur senkrecht in entsprechenden Gestellen oder hängend in Trageschienen erfolgen. Auf keinen Fall dürfen Magnetbänder aufeinander gestapelt transportiert oder gar gelagert werden. Müssen Sie Magnetbänder transportieren oder versenden (Datenträgeraustausch), sollten Sie nur staubfreie und staubsichere Behälter dazu verwenden. Diese Behälter müssen auch eventuelle physikalische Beschädigungen des Bandes verhindern können.

Reinigen Sie ihre Bänder regelmäßig. Entsprechende Geräte sind oft wesentlich billiger als die Summe aller Kosten, die durch verschmutzte Bänder entstehen können. Diese Geräte sorgen gleichzeitig auch für eine exakte Präzisionsspulung und Bandspannung. Man denke niemals nur an den materiellen Wert für die Wiederbeschaffung eines Bandes, der (gar nicht abzuschätzende) Wert von Daten muß eine Rolle spielen, wenn es darum geht, ob ein solches Gerät angeschafft werden soll oder nicht. Defekte oder zweifelhafte Bänder sollten nicht mehr benutzt werden. Dies bezieht sich auf Beschädigungen der Bandbehälter oder Spulen, wie zum Beispiel angeschlagene oder gebrochene Stellen, gerissene oder verbogene Spulenflanken, sowie auf Bandbeschädigungen, wie zum Beispiel wellige Kanten, Überdehnungen und Knicke im Band.

Erst testen, dann aufzeichnen

Es ist ferner möglich einen Magnetbandreiniger/-tester einzusetzen, um bereits vor der Aufzeichnung kritischer Datenbestände entscheiden zu können, ob das Band den geforderten Sicherheitsbedürfnissen entspricht. Diese Geräte erkennen und protokollieren mögliche ein-, zwei- und drei- und Mehrkanal-Fehler. Ihr Einsatz hat schon manchen Job-Zusammenbruch und damit verbundene Wiederholungsläufe mit ihren zwangsläufigen Terminverzögerungen verhindert.