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20.02.1976 - 

SCHOLZ REPORT

Bandverwaltungssysteme für DOS-Systeme (Anforderungsprofil)

Seit einigen Monaten werden in zunehmendem Maße automatische Bandverwaltungssysteme für das DOS-Betriebssystem angeboten, die dem Anwender OS-Komfort bieten sollen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Systemen sind jedoch außerordentlich groß, so daß der potentielle Interessent die Qual der Wahl hat. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, daß sich der OS-Komfort mit einem leistungsfähigen automatischen Bandverwaltungssystem auch für DOS-Systeme voll realisieren läßt.

Softwarepaket oder Eigenbau?

Man sollte als Anwender möglichst keine Eigenentwicklung eines automatischen Bandverwaltungssystems beginnen. Erstens gibt es heute leistungsfähige Pakete zu kaufen oder zu mieten und zweitens liegen die Investitionen für ein komfortables Paket höher als eine vierter Million DM, wenn man alle Kosten zusammenzählt, abgesehen von der Zeitstrecke bis zur Realisierung.

Minimalanforderungen

Es gibt eine Reihe, von Minimalanforderungen, die ein Benutzer an ein automatisches Bandverwaltungssystem stellen sollte. Die wichtigsten Forderungen seien kurz skizziert, um die Auswahl am Software-Markt zu erleichtern:

1. Aufgrund des Kennsatzes sollten Generationsnummer, Versionsnummer und Rollennummer automatisch geprüft werden. Bei falscher Eingabe muß das Band abgewiesen und das richtige Band sollte etwa über die Konsole angefordert werden.

2. Ein automatisches Bandverwaltungssystem sollte sich dynamisch selbst aufbauen. Dies bedeutet, daß der Benutzer keine zusätzliche Arbeit bei seiner Job Control haben sollte. Die Generationsnummer muß ab Beginn der Verwendung des Bandverwaltungssystems selbständig vom System vergeben und gepflegt werden, ansonsten hätte der Benutzer eine überdimensionale Einführungsarbeit zu leisten. Die automatische Verwaltung aller Generationen ist ein wesentliches Kriterium des Komforts von Bandverwaltungssystemen, was zu einer ganz ausgezeichneten Sicherheit in der Verarbeitung fährt, indem die Wiederholzeiten fast auf den Wert Null absinken.

3. Bestands- und Volumelisten sollten jederzeit abrufbar sein, damit eine entsprechende Übersicht gegeben ist. Es ist ein wesentlicher Bestandteil einer automatischen Bandverwaltung, daß es keine manuell geführte Archivkarteien mehr gibt. Die Bandverwaltungsdatei sollte permanent resident sein, damit sie ihre Aufgabe der automatischen Zuordnung des richtigen Bandes auf irgendeiner beliebigen Einheit erfüllen kann.

4. Wenn die Bandverwaltungsdatei ständig online sein soll, muß andererseits vom System dafür Sorge getragen werden, daß möglichst eine Doppelarchivführung über ein automatisches Logging oder über eine Duplikatführung auf der Platte gegeben ist. Diese Funktion sollte mit automatischer Rekonstruktion ausgestattet sein.

5. Bandeinheiten sollten nur zwischen open und close tatsächlich von dem Bandverwaltungssystem angefordert werden. Dies kann beispielsweise beim Sortieren zu ganz erheblichen Einsparungen von Magnetbandeinheiten bzw. Erleichterungen führen, indem zum Sortieren von 5 Rollen nur eine einzige Einheit benötigt wird, so daß sich auch der Einsatz eines Bandverwaltungssystems lohnen kann, wenn mir nur über 2 Bandeinheiten verfügt.

6. Ganz besonders wichtig ist es für jeden Benutzer, daß er bei Einführung eines Softwarepaketes nicht seine gesamte Kennsatzorganisation umstellen muß. Die problemlose Einführung eines Bandverwaltungssystems ist ein ganz entscheidendes Kriterium. Hier sollte jeder Benutzer genau prüfen.

Zusatzkomfort

Eine Reihe zusätzlicher Annehmlichkeiten können mit einer automatischen Bandverwaltung erreicht werden.

1. Völlige Einheitenunabhängigkeit sollte gegeben sein.

2. Bei der Checkpointschreibung könnte etwa herauskommen, welches Band auf welche Einheit bei einem Restart eingelegt werden muß.

3. Ideal wäre ein TP-Zugriff auf die Bandverwaltungsdatei, so daß die Bandverwaltungslisten entfallen können. Im Falle eines bestehenden TP-Systems wäre so eine problemlose Arbeitsvorbereitung gegeben.

4. Die Auslagerung von Banddateien sollte durch ein Konzept mit mehreren Archiven unterstützt werden.

5. Die Bandverwaltungsdatei sollte extern änderbar sein.

Kauf oder Miete?

Wer erst einmal die Vorteile eines automatischen Bandverwaltungssystems kennengelernt hat, wird es nicht mehr missen wollen. Man kann getrost davon ausgehen, daß eine Laufzeit der Investition von mindestens 5 Jahren (es wird dabei eine Wartung seitens des Softwarehauses unterstellt) gegeben ist. Ein Kauf ist dementsprechend nach einer Probeinstallation vorzuziehen, wenn etwa bereits nach 3 Jahren Gleichheit von Miet- und Kaufkosten zu erreichen ist.