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08.06.1990 - 

Waren Probleme bei der Umstellung von Bull auf IBM ausschlaggebend?

Bank für Gemeinwirtschaft trennt sich von DV/Org.-Veteran Elsässer

FRANKFURT (hv) - Die Pressemitteilung der Frankfurter Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) klingt lapidar: "Eberhard Elsässer scheidet zum 30. Juni 1990 im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand der BfG aus, um sich neuen Aufgaben zuzuwenden." Daß der DV-Lotse mitten in einer unternehmensweiten Systemumstellung von Honeywell-Bull auf IBM von Bord geht, schreiben die Banker nicht.

Von einem Scheitern könne keine Rede sein, wehrt Elsässer anderslautende Gerüchte ab. Natürlich habe es gelegentlich "ein paar Dinge" gegeben, die aber nicht im sachlichen Bereich - sprich: in der DV-Umstellung - zu suchen seien. "Die Weichen für die Umstrukturierung sind inzwischen gestellt", begründet der Ex-IBMer und ehemalige SCS-Geschäftsführer seinen Abgang.

Anstelle einer modernen Software-Entwicklung werde aber heute ein mühsames Umstricken sämtlicher Anwendungen realisiert. Die frühere Personalentwicklung bei der BfG sei für diese "konservative Grundhaltung" verantwortlich.

Auch Elsässer ist davon überzeugt, daß mit modernen Programmiermethoden der Aufwand der Software-Entwicklung stark verringert werden könnte. Allerdings sei das Angebot an Software, die mit relationalen Datenbanken zusammenarbeite, noch relativ gering. Und außerdem, so gesteht das Vorstands-Mitglied, "machen die Banken in Sachen Programmierung noch immer gern ihr eigenes Ding" .

Mitarbeiter der Bull AG halten die Portierung der vorhandenen Software auf die IBM-Systeme für ein schwieriges Unterfangen, das möglicherweise zu Zeitverzögerungen bei der DV-Umstellung führt. Darüber hinaus kann man sich bei Bull durchaus vorstellen, daß es innerhalb der BfG noch immer Kontroversen zwischen der alteingesessenen Bull-Fraktion und den IBMern gibt - ein Thema, das Angaben Elsässers zufolge längst ausgestanden ist.

Ein Zusammenhang zwischen seinem Entschluß auszusteigen und der unternehmensweiten DV-Umstellung besteht nach Angaben des Noch-Vorstandsmitglieds nicht. Elsässer habe vor der Entscheidung gestanden, weitere fünf Jahre Vorstandsarbeit zu leisten oder der Bankbranche den Rücken zu kehren. Da die Planungsphase der DV-Umgestaltung vorüber sei, komme es jetzt auf eine schnelle Realisierung bis 1993 an - eine Aufgabe, für die andere Mitarbeiter verantwortlich seien.

Konkrete Vorstellungen über seine Zukunft hat der DV-Veteran noch nicht. "Es gibt da eine ganze Reihe von Ideen, die meiner Mentalität mehr liegen als das Bankgeschäft", deutet er an. Der DV-Branche wolle er in jedem Falle die Treue halten.