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02.08.1996 - 

National Westminster Bank lizenziert ihre Rechte an Mondex

Banken gründen das erste Unternehmen für Cybermoney

Als Pioniere für die Idee einer Brieftasche im Chipkartenformat haben sich bislang Visa und Master Card sowie Europay, die Dachorganisation der Euroscheck- und Eurocard- Herausgeber, hervorgetan. Die drei Organisationen entwickelten im Rahmen ihres "EMV"-Projekts gemeinsame Spezifikationen für "Electronic Cash" (siehe unten). Mondex International schickt sich nun an, diesem Quasi-Standard ein eigenes System entgegenzu- setzen.

Das geistige Eigentum an Mondex liegt bei dem britischen Finanzdienstleister National Westminster Bank (Natwest), der die Initiative 1990 ins Leben rief. Natwest hat diese Rechte jedoch an die in Gründung befindliche Mondex International Ltd. lizenziert. Zur finanziellen Ausstattung des Unternehmens wollen bislang 17 Banken aus Großbritannien, USA, Australien, Kanada, Hongkong und Neuseeland beitragen (siehe Kasten). Sie erwerben unter anderem das Recht, ihre Kunden mit der elektronischen Geldbörse Mondex auszustatten. Dafür wollen sie ein Startkapital von umgerechnet 250 Millionen Mark aufbringen. Einen erheblichen Teil davon - der britische Branchendienst "Computergram" nennt einen Betrag von rund 175 Millionen Mark - reklamiert Natwest als Entgelt für ihre Entwicklungskosten. Zudem ließ sich die Bank eine Gewinnbeteiligung zusichern.

Laut Natwest steht ein knappes Viertel von Mondex International bereit, um an weitere Interessenten veräußert zu werden. Einige Finanzinstitute auf dem euro- päischen Festland seien inter- essiert. Ob sich darunter auch ein deutsches Geldinstitut befindet, wollte die Bank jedoch nicht verraten.

Chipkarten wie Mondex sollen keineswegs die herkömmlichen Kreditkarten ersetzen, sondern einen Geldbetrag ohne Umweg über eine Clearing-Stelle direkt auf das Konto des Handelspartners überweisen. Diese Art der Bezahlung ist jedoch nur für kleinere Einkäufe gedacht. Die dafür notwendigen Transaktionen lassen sich über Telefonleitungen oder ATM-Netze abwickeln.

Unter Mithilfe von British Telecom wird Mondex seit etwa einem Jahr im englischen Swindon getestet. Die Euroscheck-Anbieter haben sich die süddeutsche Stadt Ravensburg ausgesucht, um ihr System zu prüfen. Visa International wählte die Olympischen Spiele in Atlanta für einen Testlauf seiner "Visa-Cash"-Karte. Ähnliche Versuche laufen auch in den europäischen Nachbarländern Frankreich ("Card Bancaire") und Dänemark ("Danmont").

Die Teilhaber

Auf diesen Säulen ruht Mondex International: - National Westminster Bank (GB), - Midland Bank Plc. (GB), - Hongkong und Shanghai Banking Corporation Ltd., - Canadian Imperial Bank of Commerce, - Royal Bank of Canada, - Australia and New Zealand Banking Group Ltd., - Commonwealth Bank of Australia, - National Australia Bank Ltd., - Westpac Banking Corp. (Australien), - ANZ Banking Group Ltd. (Neuseeland), - Bank of New Zealand, - Countrywide Banking Corporation Ltd. (Neuseeland), - National Bank of New Zealand Ltd., - ASB Bank Ltd. (Neuseeland), - Westpac Banking Corp. (Neuseeland), - Wells Fargo Bank (USA) und - AT&T Universal Card Services (USA).

EMV-Standard in aktueller Form

FRANKFURT/MAIN (pi) - Die drei in der "EMV"-Initiative zusammengeschlossenen Kartenanbieter - Euopay, Master Card und Visa - haben sich auf eine abschließende Version ihrer Chipcard- Spezifikationen geeinigt. Neu in "EMV 96" ist die Definition eines Sicherheitsmechanismus, der durch Public-Key-Verschlüsselung in Karte und Lesegerät eine Offline- Authentifizierung des Kunden ermöglicht. Zudem regeln die aktuellen Spezifikationen auch die Software-Architektur der Kartenleser. Last, but not least widmen sie sich den auf der Karte gespeicherten Befehlen für das Anwendungs-Management des ausgebenden Finanzinstituts sowie den Sicherheitsaspekten bei der Datenübermittlung von der Bank auf die Karte. Der aktuelle Standard läßt sich von den WWW-Seiten der drei EMV-Teilnehmer herunterladen http://www.europay.com beziehungsweise www.mastercard.com oder www.visa.com .