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07.05.2009

Banken überdenken ihr Risiko-Management

Integrierte Überwachung und verschärfte Richtlinien sollen Finanzhäuser künftig auf Kurs halten. Doch die Anwender bleiben skeptisch. Es fehle nicht an Vorgaben, sondern an effektiven Kontrollen.

Banken bemühen sich um bessere Steuerungsdaten. Das ergab eine weltweite Umfrage unter 334 Finanz-Managern, die SAS Institute, Anbieter von Analysesoftware, jetzt auf der Veranstaltung "Premier Business Leadership Series" in London vorgestellt hat. Zwar glaubt immer noch ein Drittel der Manager an eine Fortsetzung der bisherigen Praxis im Risiko-Management und bezweifelt, dass politischer Druck irgendetwas ändern könne.

Prozesse auf dem Prüfstand

Ihnen gegenüber steht aber mittlerweile eine Mehrheit von Managern, die mit tief greifenden Veränderungen in den Finanzinstituten rechnen. Jeder zweite von ihnen erklärte, dass das interne Risiko-Management bereits gründlich überholt wurde oder dies geplant sei. Dabei stehen Themen wie die Qualität und Verfügbarkeit wichtiger Finanzzahlen, die Überwachung (Governance) und Integration von Risikoaspekten in die Unternehmensbereiche sowie Prozesse zur Unternehmenssteuerung im Mittelpunkt. Mit welchem bisherigen Erfolg, lässt die Studie offen.

Zugleich waren über zwei Drittel der Manager der Ansicht, dass es der Finanzindustrie an funktionierenden externen Kontrollmechanismen mangele. Gerard Lyons, Chefökonom und Leiter Global Research bei Standard Chartered, sagte auf der Veranstaltung, dass beispielsweise bislang nicht klar gewesen sei, wie detailliert eine Regulierung der Finanzmärkte überhaupt sein sollte. Eine breite Mehrheit der Manager forderte in der Umfrage, dass Änderungen bei der Finanzaufsicht mehr Transparenz in die Marktentwicklung bringen sollten. Hierbei helfen können Maßnahmen wie die Veröffentlichung von Finanzinformationen, die nicht in der Bilanz erscheinen, eine stärkere Kontrolle der Rating-Agenturen sowie ein zentrales Clearing im Derivatenhandel.

Neue Fassung von Basel II?

Karel Lannoo, CEO des Center for European Policy Studies, wies allerdings darauf hin, dass die Finanzkrise zumindest in der Europäischen Union bereits einen regelrechten "Tsunami" an neuen oder geplanten Vorschriften ausgelöst habe. So sei kürzlich die im letzten Jahr angekündigte Regulierung von Kredit-Rating-Agenturen in Kraft getreten, die es zuvor in Europa nicht gab. Änderungen ständen auch auf der G20-Agenda, und die erst 2005 mit Basel II vorgestellten Eigenkapitalvorschriften müssten neuerlich überarbeitet werden. Eine rechtliche Handhabe zur Bestrafung von Finanzhäusern und Managern sieht Lannoo jedoch nicht kommen, weil jeder Versuch an den unterschiedlichen nationalen Gesetzgebungen scheitern würde.

Spätes Eingeständnis

Joseph Quinlan, Managing Director und Chief Market Strategist bei der Bank of America, erinnerte allerdings daran, dass die Finanzindustrie für einen Gutteil des Ungemachs selbst verantwortlich sei: "Eigentlich war allen klar, dass es Probleme geben würde." Doch die Komplexität des Themas habe die Beteiligten überfordert. Keiner habe sich mehr ein klares Bild von den Finanzaktivitäten in den einzelnen Abteilungen seines Unternehmens machen können.

Analysesoftware hilft Risiken bewerten

Für die Implementierung eines Risiko-Managements gibt es heute spezialisierte Modellierungs- und Analysesoftware zu kaufen. Der Erfolg solcher Anwendungen hängt jedoch davon ab, ob eine gute Datenbasis existiert und die Ergebnisse in die strategischen Entscheidungen und Prozesse einfließen. Auf der Veranstaltung stellte SAS Insitute sein Angebot an Risiko-Management-Software vor. Dieses umfasst:

• "SAS OpRisk Management": Software und Methoden zur Messung und Analyse operationeller Risiken.

• "SAS Risk Management for Banking": zur Erfüllung der Anforderungen aus Basel II sowie für Credit Scoring und Rating, Portfolio-Management und für die Steuerung operationeller Risiken. Für das vierte Quartal 2009 angekündigt.

• "SAS Risk Management for Insurance": Speziell für das Risiko- und Kapital-Management nach Solvency II. Für das vierte Quartal 2009 angekündigt.