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04.12.1992 - 

BDU-Bilanz für 1992 bleibt hinter den Erwartungen zurück

Banken und Versicherungskonzerne bringen den SW-Anbietern Umsatz

HAMBURG (CW) - Die allgemeine Konjunkturschwäche geht auch am Software- und Beratungsgeschäft nicht spurlos vorüber. Dieter Frisee, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU), errechnete auf der Jahreskonferenz in Hamburg für 1992 einen Rückgang des Wachstums auf nur noch 10,5 Prozent. Im Vorjahr hatte die Zuwachsrate noch bei 20,3 Prozent gelegen.

Dieses Ergebnis bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück, die BDU-Mitglieder in einer Befragung Ende letzten Jahres geäußert hatten. Damals hatte man sich für 1992 ein Wachstum von insgesamt 15 Prozent versprochen. Frisee sprach aufgrund des enttäuschenden Ergebnisses von einer "Rückkehr zur Normalität" und spielte damit auf die Produktivität der 80er Jahre an, als die alljährliche Wachstumsrate bei durchschnittlich etwa zehn Prozent lag. Erst 1990 und 1991 hatten die BDU-Mitglieder ein Wachstum von 20 Prozent erlebt.

Der Verband differenziert Management- und Personalberater sowie Software-Unternehmen voneinander und ermittelt für diese drei Gebiete unterschiedliche Ergebnisse. So habe das Wachstum der Software-Unternehmen vor allem in den neuen Bundesländern stättgefunden, während die Berater in den alten Ländern zum Zuge gekommen seien. Obwohl die Erwartungen für dieses Jahr nicht erfüllt wurden und auch 1993 nicht mit einem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung zu rechnen sei, geht der BDU für 1993 noch immer von einem Wachstum zwischen acht und neun Prozent aus.

Die Hauptauftraggeber der organisierten Beratungs- und DV-Unternehmen waren 1992 nicht mehr dieselben wie im Vorjahr. So lag die Investitionsgüter-Industrie mit einem Umsatzanteil von 14 Prozent deutlich unter dem Resultat von 1991, als sie den BDU-Mitgliedern mehr als ein Viertel (26,7 Prozent) ihres Gesamtumsatzes einbrachte. Spitzenreiter ist nunmehr das Banken- und Versicherungsgewerbe, dessen Umsatzanteil von 7,7 Prozent (1991) auf stolze 24,7 Prozent (1992) stieg. Der Anteil der Konsum- und Gebrauchsgüter-Industrie fiel dagegen von 18,7 auf 11,3 Prozent zurück. Handels- und Dienstleistungsunternehmen erhöhten 1992 ihre Investitionen leicht, alle anderen Branchen zeigten sich von der sparsamen Seite.

Bei den Softwarehäusern verlagert sich langsam das Gewicht in Richtung Standardsoftware. Der Umsatzanteil, der mit Fertigprodukten erzielt wurde, wuchs im Vergleich zum Vorjahr von 15,3 auf 22,5 Prozent. Trotzdem verdienen noch immer die meisten im BDU organisierten Softwarehäuser ihr

Geld mit der Erstellung individueller Programme. Deren Anteil am Gesamtumsatz sank von 44,3 auf 37,5 Prozent. Mehr als verdoppelt hat sich das Geschäft mit DV-Dienstleistungen, zu denen auch das Angebot externer Rechenzentren zählt.