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10.08.2001 - 

IT-Dienstleistungen der Finanzhäuser

Banken zeigen Schwächen beim Service

MÜNCHEN (CW) - Das Gros der IT-Dienstleister, die von deutschen Banken in die Eigenständigkeit entlassen wurden, lebt von den Aufträgen ihrer Muttergesellschaften. Das wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern, denn vor allem bei digitalen Services für Mittelständler besteht Nachholbedarf.

Warum nicht die im eigenen Haus erworbene IT-Kompetenz auch an andere Firmen vermarkten? Diese Frage scheinen sich einige große Banken in der Vergangenheit gestellt zu haben. Anwort geben IT-Dienstleister wie Sinius (Deutsche Bank), HVB Info (Hypo-Vereinsbank) oder Dregis (Dresdner Bank). Das Gros ihrer Aufträge entstammt den Muttergesellschaften, doch alle bieten auch Services für externe Kunden an. Vielfach nutzen sie zur Akquise die guten Kontakte zur Kundschaft des Stammhauses.

Immer beschäftigen sich diese Dienstleister damit, eine IT-Plattform als Grundlage für finanzielle Transaktionen zu schaffen - Beratung, Integration und Betrieb inbegriffen. Sinius, vor einem Jahr gegründet, konzentriert sich dabei auf Outsourcing und Support von Client-, Server- und Netzinstallationen für Großkunden, deren IT-Budget zehn Millionen Mark und mehr beträgt.

Möglichkeiten nicht ausgeschöpftNoch stammen 95 Prozent der Aufträge aus dem Konzernkonglomerat der Deutschen Bank, doch in fünf Jahren will man 25 Prozent des Umsatzes mit Drittkunden erzielen. Die Angebotspalette von HVB Info und Dregis ist etwas breiter gestreut. Zu den von ihnen offerierten Diensten zählen etwa das Application-Service-Providing sowie Shop-, Marktplatz- und Portallösungen. Doch auch diese Töchter hängen noch am Tropf ihrer Muttergesellschaften.

Das wird auch noch eine Weile so bleiben, denn es gibt noch viel zu tun. Während die Finanzhäuser ihren Großkunden bereits IT-basierte Verfahren zur Verfügung stellen, mit denen sich die Finanzprozesse der Partner integrieren lassen, klagen Mittelständler über mangelnde Servicebereitschaft und Flexibilität. Das ist zumindest das Ergebnis einer Umfrage der Information Management Group (IMG), Frankfurt am Main, unter 320 mittelgroßen Unternehmen. Allerdings ist es auch schwierig, die Bedürfnisse diese Kundengruppe punktgenau zu treffen, denn der "Mittelstand ist sehr heterogen", erläutert Christian Johansen, Corporate-Banking-Experte bei dem auf Banken spezialisierten Beratungshaus IMG.

Dennoch kann dies nicht alleiniger Grund dafür sein, dass viele Finanzhäuser die vorhandenen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft haben. Der Bedarf ist da, denn für Mittelständler ist die Automatisierung und Integration ihrer Finanzprozesse wichtig, weil sie aufgrund ihrer geringen Größe relativ wenige Mitarbeiter in den Finanzabteilungen beschäftigen. Zudem haben die Banken noch Nachholbedearf bei den "E-Services" für gewerbliche Kunden (Online-Banking und -Beratung, E-Payment, Portale).

Zur Verbesserung dieser Situation liefert IMG Hinweise: Basisdienste (Hosting, Verschlüsselung etc.) stellen die technische Infrastruktur zur Verfügung. Darauf setzen Integrationsdienste auf, die die Koordination verschiedener Unternehmen unterstützen, also beispielsweise Produktkataloge und Geschäftspartnerverzeichnisse. Unter Network-Services verstehen die Consultants die Bereitstellung von E-Mail- oder Payment-Lösungen. Ergänzen ließe sich das Angebot um Informations- und Business-Services (Kreditprofile, Personalverwaltung, Archivierung etc.). Das alles geht deutlich über das jetzige Angebotsspektrum der Banken hinaus und zielt darauf ab, Finanzservices (auch von externen Partnern) zur Kundenbindung zu bündeln. Das will natürlich auch auf technischer Ebene integriert werden, über mangelnde Aufgaben können sich IT-Serviceanbieter also nicht beschweren.

Abb: Was Mittelständler wünschen

Die technische Integration der Finanzprozesse steht oben auf der Wunschliste des Mittelstands. Die Unternehmen erhoffen sich davon eine verbesserte Effizienz in ihren Finanzabteilungen. Quelle: IMG