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12.05.1995

Bankensoftware in Windows-Umgebung Das Borland-Tool Delphi zeigt sich effektiv und zeitsparend

MUENCHEN (IDG) - Gute Erfahrungen mit der grafischen Entwicklungsumgebung "Delphi" von der Borland International Inc. machte die First National Bank of Chicago. Auch amerikanische Analysten sehen Vorteile beim "Powerbuilder"- und "Visual- Basic"- Konkurrenten.

Bei der First National hat sich eine Fan-Gemeinde aus 13 Delphi- Entwicklern herausgebildet, die ueber erhebliche Zeiteinsparungen gegenueber der Nutzung anderer Tools berichten. Die Entwickler fuehren diesen Umstand auf die einfache Handhabung und auf die Moeglichkeit zurueck, bereits waehrend des Prototypings den erstellten Code kompilieren und testen zu koennen.

Der Compiler-Lauf wird beschleunigt

"Um eine Delphi-Applikation laufen zu lassen, waehrend der Design- Modus aufgerufen ist, muss man nur auf einen bestimmten Knopf druecken", erzaehlt Art Hill, Vice-President der Bargeld-Verwaltung, beeindruckt. "Auf diese Weise ist es moeglich, kontinuierlich und im Hintergrund den Code zu kompilieren, so dass der endgueltige Compiler-Lauf sehr schnell vonstatten geht."

Die Bank hat mit Delphi ein entscheidungsunterstuetzendes Softwaresystem erstellt, mit dem der Gebrauch von Kreditkarten verfolgt und analysiert werden soll. Hill aeussert sich insgesamt positiv ueber die Entwicklungsumgebung von Delphi, die auf der Programmiersprache "Object Pascal" basiert.

Im Gegensatz zu Microsofts Visual Basic, das zwar auch eine Point- and-click-Programmierung sowie grafische Bildschirmelemente bietet, im logischen Kern jedoch prozedural bleibt, gilt Delphi als komplett objektorientiert, schreibt David Baum in der CW- Schwesterpublikation "Infoworld". Wolle ein Unternehmen neue Delphi-Komponenten erstellen, braucht es nach Ansicht Baums Spezialisten in der Objektorientierung.

C++ waere besser als Object Pascal

"Es ist schon gut, wenn man einige Experten im Team hat, die etwas vom Design neuer Komponenten oder Objekte verstehen", bestaetigt Hill. "Doch die meisten Entwickler koennen produktiv arbeiten, indem sie Bausteine verwenden, die von Borland selbst oder von Drittanbietern kommen. Buttons und aehnliches lassen sich unveraendert einsetzen, so dass grosse Teile einer Applikation geschrieben werden koennen, ohne dass man ueber genauere Kenntnisse der Objekttechnik verfuegt."

Die Tatsache, dass Delphi sowohl in Object Pascal geschrieben ist als auch Code in dieser Sprache erzeugt, stoesst jedoch nicht nur auf Lob. Kritiker saehen bessere Marktchancen fuer das Tool, wenn es eine populaerere Sprache, etwa C++, unterstuetzte.

Chet Geschickter, President und Director der Hurwitz Consulting Group Inc. aus Watertown, Massachusetts, bewertet den Sachverhalt jedoch anders. "Wer haette vor drei Jahren gedacht, dass Visual Basic strategische Bedeutung fuer den Desktop-Bereich haben wuerde. Heute wissen wir es besser. Ausserdem zwingt jede neue Entwicklungsumgebung zum Umdenken. Eine neue Sprache zu lernen ist keine grosse Sache."

Angesichts der Positionierung als Visual-Basic-Killer koenne es fast als Ironie gelten, dass sich mit Hilfe der Borland-Umgebung Visual Basic Controls (VBXs) und Dynamic Link Libraries (DLLs) schreiben lassen, amuesiert sich die CW-Schwester "Computerworld". Insgesamt verfuegt Delphi ueber 75 Objekte, die in einer Visual Component Library zusammengefasst sind. Darunter befinden sich Funktionen fuer die Datenbankkontrolle, Buttons und Multimedia- Features. Durch VBXs und DLLs laesst sich die Bibliothek zusaetzlich auffuellen.