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29.06.1984

Bankenterminals im 36004700-Loop:Mikrocomputer ersetzen IBM-System

MÜNCHEN - Anwender des IBM Financial Loop Systems 3600 erhofften sich vom Nachfolgesystem 4700 wesentliche Verbesserungen, nicht zuletzt etwa in Sachen dezentraler Fähigkeiten wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation. Außer einigen kleinen Korrekturen bei Performance und Designänderungen weist das 4700-Konzept keine wesentlichen Unterschiede zum technologisch veralteten 3600-System aus. Der Einsatz von Mikrocomputern in Verbindung mit dem reichhaltigen Softwareangebot für arbeitsplatzorientierte Aufgaben kann hier Abhilfe schaffen. Wie, erläutert Paul Hoffmann, Leiter der Abteilung Produktmanagement bei der Wetronic Automation München.

Auch am Arbeitsplatz des "Bankers" hat sich der Mikrocomputer inzwischen seinen Platz erobert. Für Adreßverwaltung, Finanzierungsberechnungen oder individuelle Erstellung von Kundenanschreiben bietet sich der Einsatz eines Mikrocomputers als typische Aufgabenstellung an. Es liegt nahe, dem Mikro die nicht gerade anspruchsvolle Aufgabe eines Terminals im IBM-Bankenloop ebenfalls zu übertragen.

Bestehende Interface-Probleme bei der Adaptierung der Mikros können mittels einer Hardware-Box gelöst werden. Gegenüber dem IBM-Loop stellt sich dieses Gerät wie ein 3604- beziehungsweise 4704-Terminal mit 1920 Zeichen dar. Die anzuschließenden Mikros benötigen eine V.24-Schnittstelle sowie Emulationssoftware für ein Standardterminal (etwa VT100 oder IBM 3101). Die Umschaltung zwischen Bankenterminalanwendung und dezentraler Aufgabenstellung erfolgt mittels Funktionstaste in Sekundenschnelle.

Da IBM-Bankenterminals über eine ganze Anzahl von frei belegbaren Funktionstasten für die unterschiedlichen Transaktionen verfügen, sollte der einzusetzende Mikro ebenfalls genügend Spezialfunktionen aufweisen. Zehn solcher Tasten, mehrfach belegt und übersichtlich beschriftet, werden der Aufgabenstellung gerecht. Bildschirminhalte können ebenfalls auf Diskette oder Harddisk für spätere Be- und Verarbeitung gespeichert werden. Dies kann als Ersatz für die mangelnden File-Transfer-Fähigkeiten des IBM-3600/4700-Bankensystems gelten. Eine Verarbeitung der Daten in ein grafisches Format mittels geeigneter Mikrocomputer-Software oder ein Hardcopybetrieb in Verbindung mit dem Drucker des Mikros sind weitere Applikationsbeispiele.

Sinnvoll kann gleichfalls der Einsatz einer Terminalemulationssoftware mit integrierten Window-Kommandos sein. Help-Informationen wie Zinskonditionen, Devisenkurse oder ähnliche Angaben können in Fensterform dynamisch in am Bildschirm zur Bearbeitung bereite Host-lnformationen eingeblendet werden. Außerdem stehen dem Benutzer ein oder mehrere Fenster sowie der gesamte Bildschirm als "Notizzettel" für papierlose Merkhilfen oder Gesprächsnotizen zur Verfügung.

Einen zusätzlichen positiven Aspekt stellt die Umwandlung der IBM-spezifischen Interface-Technologie in eine Standard-V.24-Schnittstelle dar. Das physikalische Leitungslimit des Loop-Systems wird eliminiert. Eine Weiterführung über Inhouse-Modemstrecken oder postalische Verbindungen ohne Laufzeitprobleme eröffnet zusätzliche Anwendungsvarianten.