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26.09.1975

Bankenterminals sollen Service verbessern

Die privaten Haushalte werden zum wichtigsten Träger der Geldkapitalbildung. Kleinsparer müssen wie Großkunden umworben werden. Das erfordert bessere Leistungen - etwa Anlageberatung, Scheckkarte, Dauerauftragsdienst und vor allem schnelleren Service am Bankschalter.

Dieser strukturelle Wandel im Kreditgewerbe und die steigenden Personalkosten machen die Automation der Geldinstitute unabdingbar. Dazu gehören aber nicht nur Terminals an der Peripherie, dahinter müssen Auskunftssysteme, TP-Netze und Datenbanken aufgebaut werden. Das vorherrschende Konzept: Distributed Computing mit zunehmend intelligenten Kassen-Terminals.

CW fragte bei Anwendern nach Motiven und Plänen. hö

Günther Charfreitag, Leiter der Organisationsabteilung, Sparkasse Bonn, Bonn

Wir haben vor etwa drei Jahren mit dem Einsatz von Terminals begonnen, - und zwar installierten wir einmal sogenannte Schalter- oder Kassenterminals zur Abwicklung des Bargeschäftes und zum anderen Bildschirmgeräte als Auskunfts- und Eingabemedium. Die Schaltergeräte setzten wir zur Zeit für die komplette Abwicklung des Spargeschäfts und die Erfassung der Ein- und Ausgabe zugunsten von Girokonten ein, die Bildschirmgeräte im Wertpapiergeschäft und bei der Bearbeitung von Daueraufträgen. Zur Zeit haben wir insgesamt 60 Terminals online angeschlossen.

Die Gründe, die uns zum Einsatz dieser Terminals bewogen haben, sind in erster Linie die schnelleren und umfassenderen Zugriffsmöglichkeiten auf abgespeicherte Daten und damit die größere Flexibilität und die zügigere Abwicklung der erfaßten Geschäftsbereiche. Für den internen Bereich bedeutet das unter anderem in vielen Fällen Verzicht auf umfangreiche listen und den Fortfall der damit verbundenen Probleme. Im Kundenbereich wird bessere Informationsmöglichkeit und schnellere Abwicklung an den Schaltern ermöglicht.

Unsere Zukunftsvorstellungen im Bereich der Online-Datenverarbeitung gehen dahin, die Anwendungspalette zu erweitern. So planen wir zum Beispiel die Einführung der Online-Disposition des gesamten Giroverkehrs, die Abwicklung des Sortengeschäfts, den Ausdruck von Kontenauszügen durch Terminals. Dazu kommt der Einsatz von Geldauszahlungsautomaten und -einzahlungsautomaten, also der erste Schritt zur "Stummen Zweigstelle".

Unsere derzeitigen Überlegungen gehen dahin demnächst etwa 150 Terminals in unseren 50 Geschäftsstellen einzusetzen.

Im Bereich der Unbar-Erfassung , sind bei uns ADS-Systeme installiert Kienzle-Geräte stehen an den Schaltern und die Online-Erfassung geschieht auf Siemens-Bildschirmen.

Unsere Meinung über das Bankgeschäft von morgen: erst einmal sollten die eingeleiteten technischen Automationsverfahren wie Beleglesung, Data Clearing und das Swift-Verfahren sich eingespielt haben, bevor man an wesentliche neue Dinge geht, wie zum Beispiel Online-Verbund im Kreditgewerbe oder ein Verbund mit Kaufhäusern und Einzelhandelsgeschäften.

Dipl.-Kfm. Helmut Bonn, Direktor der Organisationsabteilung Bayerische

Vereinsbank AG, München

In den vergangenen Jahren bemühte sich die Kreditwirtschaft mit Erfolg um die Gewinnung immer neuer Kundenschichten. Dieser Prozeß, der mit dem Ausbau des sogenannten Mengengeschäftes und seiner Rationalisierung Hand in Hand ging, ist im großen und ganzen abgeschlossen. Künftig wird die Hauptaufgabe sein, den inzwischen mit dem Standard-Service vertraut gewordenen Bankkunden eine auf seine individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Beratung zu bieten. Deshalb mußte die noch weitgehend produktorientierte Organisation so geändert werden, daß der Kunde an einer Stelle der Bank, das heißt von einem bestimmten Mitarbeiter, umfassend beraten werden kann. Eine solche kundenbezogene Organisation setzt Informationen voraus, die stets auf dem aktuellsten Stand und am jeweiligen Point of Sale verfügbar sein müssen. Die elektronische Datenverarbeitung wird deshalb immer stärker für die Informationsverarbeitung eingesetzt werden. Dies aber nicht nur, um bessere Beratung und Verkaufsergebnisse zu erzielen. Selbstverständlich wird dadurch auch für die unternehmerische Entscheidungen notwendige Informationsbasis verbreitert. Die Informationsgewinnung und Bereitstellung wird dabei in allen Fällen über Terminals erfolgen.

Heinrich Jaeger Sparkassendirektor der Stadtsparkasse Karlsruhe

Im Juni dieses Jahres hat sich unser Haus entschlossen, in der Schalterhalle der Hauptstelle das neue Terminalsystem TC 800 von Olivetti einzusetzen, um damit eine neue Terminal-Konzeption zu beginnen. Heute gibt es bereist in sämtlichen Zweigstellen Systeme aus der Serie TC 380, über die der Spar- und auch der Giroverkehr abgewickelt wird.

Die Überlegungen, die uns veranlaßten, an eine Ablösung durch Gerate einer weiterentwickelten Technologie zu denken, waren folgende: Das TC 380-Terminal gehört wie die anderen Geräte der bisherigen Terminalsysteme zu einer Generation, die ich "Einzelplatzsysteme" nennen möchte. Das heißt: Jeder einzelne Platz war zwar wahlweise mit einer bestimmten Mindestintelligenz ausrüstbar, die bei Konzentratorausfall in der Lage war, im wesentlichen die Schalterquittungsfunktionen aufrecht zu erhalten, zwischen dem Konzentrator und dem Einzelplatz klaffte eine große organisatorische Lücke. Bei den Einzelplatzsystemen erfolgt keinerlei Aufzeichnung von Daten auf einem Datenträger im Offline-Fall. Das heißt: Fällt der Konzentrator aus, so müssen sämtliche Daten der Schaltertransaktionen aller Zweigstellen nacherfaßt werden.

Bei den Einzelplatzsystemen müssen zudem in den Zweigstellen, die mehr als einen Arbeitsplatz besitzen, sogenannte Schnittstellenverteiler eingesetzt werden. Das sind völlig unintelligente Geräte, die eine ankommende Leitung in mehrere Zweigleitungen aufsplitten. Ein solches Gerät kostet 125, - bis 150, - Mark einschließlich Wartung monatlich.

Hat ein Institut zum Beispiel 20 Zweigstellen mit mehr als einem Platz (zum Beispiel einen Schalter und einen Auskunftsplatz), so bedeutet dies eine monatliche Mehrbelastung von 2500 bis 3000 Mark.

Im Falle von Kassenterminals der zweiten Generation wird diese Funktion des Schnittstellenverteilers von einem Mitglied des Verbundes übernommen. Dieses sogenannte Masterterminal hält die Verbindung zum Konzentrator bzw. Rechner aufrecht und steuert gleichzeitig die Mitglieder des Verbundes.

Durch Einsatz der zentralen Floppy-Disk-Einheit des Systems TC 800 ist es zudem möglich, bestimmte auf die Zweigstellen bezogene Daten abzuspeichern. Auf diese Daten kann immer zugegriffen werden. Auf der Floppy-Disk befinden sich ferner sämtliche Anwenderprogramme, so daß es bei Leistungs- und Rechnerausfall nicht nur möglich ist, ein Notprogramm abzuwickeln (Schalterquittungsmaschine) sondern alle Anwenderbereiche in der Zweigstelle abzuwickeln, da von der Floppy-Disk in alle Verbundmitglieder das gerade benötigte Programm geladen wird. Intelligenz an der Peripherie macht sich also bezahlt.

Erwin Scholz Stellv. Leiter der Organisationsabteilung, Stadtsparkasse Frankfurt/Main

Durch die weite Öffnung ihres Dienstleistungsfächers hatten die Sparkassen allgemein in den letzten Jahren eine erhebliche Veränderung ihrer Geschäftsstruktur zu verzeichnen.

Der hieraus resultierenden Forderung nach rationeller Bearbeitung von Geschäftstransaktionen begegnete unser Haus durch Installation eines Real-time-Systems mit Sofortbuchung und weitgehender Dezentralisierung von Änderungs- und Abfragemöglichkeiten, welches die organisatorische Basis für künftige Entwicklungen und damit einer beständigen Wettbewerbsfähigkeit darstellt.

Getreu der organisatorischen Zielsetzung (Abkehr vom bisher vertrauten Bild eines starren Tresens im Zentrum jeder Schalterhalle statt dessen Zonen für den schnellen Massenverkehr und ruhigere Bereiche für beratungsintensive Geschäfte) wurde mit Installation von Terminals (Fabrikat Olympia) innerhalb des Kassenbereiches die Universalkasse konsequent verwirklicht. Der durch die Standortwahl für den Kassierer gestiegene Arbeitsanfall bedingt zwar eine größere Anzahl Kassen, wobei in der Regel zwei Personen ein Terminal bedienen, hat aber den Vorteil, daß unsere Kunden ihre Zahlgeschäfte nur noch an einer Zentralstelle des Schalterraumes abschließend tätigen können.

Die Ausstattung einiger Beraterzonen mit Bildschirmgeräten (Fabrikat Siemens) trug zur erhöhten Auskunftsbereitschaft der dort tätigen Mitarbeiter bei; im Zuge der Umstellung weiterer Sachgebiete auf Echtzeitverarbeitung wird der Bildschirm hier vorherrschendes Hilfsmittel sein.

Die Zukunft hat für unser Haus schon begonnen. Sie wird von der allgemeinen technischen Weiterentwicklung beeinflußt, wobei selbstverständlich der Computertechnik eine zentrale Bedeutung zukommt; Geldausgabeautomaten und kontoauszugschreibende Terminals werden - sofern ihre Wirtschaftlichkeit zu beweisen ist - dabei auch zu berücksichtigen sein.