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05.07.2002 - 

Zwei Interessenten für Gesamtübernahme steigen aus

Bankrotter Carrier KPN Qwest wird wohl zerlegt

MÜNCHEN (CW) - Hoffnungen, ein Investor könnte KPN Qwest komplett übernehmen, haben sich vorerst zerschlagen. Inzwischen tauchen Zweifel an der Buchführung des bankrotten Carriers auf.

Die Insolvenzverwalter von KPN Qwest werden Europas größten Internet-Provider wohl doch in Einzelstücken verkaufen müssen. Zuerst zog das US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen AT&T seine Offerte zum Kauf des gesamten Glasfasernetzes und der Rechenzentren zurück. Dann wurde das konkurrierende Angebot der holländischen Investorengruppe Trimoteur Holding BV zurückgewiesen. Hinter dieser wenig bekannten Gruppe sollen vermögende Privatpersonen stecken. Sie soll 60 Millionen Euro für KPN Qwest plus 140 Millionen Euro Sicherheiten für unbeglichene Schulden des bankrotten Unternehmens geboten haben.

Wenn sich nicht noch überraschend ein neuer Bieter findet, dürfte die Investment-Bank Bear Stearns & Co. Inc., die den Verkauf von KPN Qwest leitet, ihre Strategie ändern. Nun machen sich jene Firmen Hoffnung, die sich für Teile des Glasfasernetzes oder für einzelne Rechenzentren interessieren. So sollen die österreichische Venture-Capital-Gruppe Global Equity Partners und die Volksbank Investmentbank AG den Service-Provider KPN Qwest Austria und den Netzbetreiber KPN Qwest Assets Austria übernommen haben. Für andere Teile haben unter anderem die British Telecom, der schwedische Carrier Telia und die niederländische Telefongesellschaft KPN ihr Kaufinteresse bekundet.

Doch die Gläubigerbanken von KPN Qwest könnten alle weiteren Verhandlungen blockieren. Sie verlangen, dass die Buchführung des bankrotten Providers und Kabelbetreibers überprüft wird, weil es in ihr "erhebliche Unstimmigkeiten" geben soll. Das Unternehmen hat angeblich seine Einnahmen überhöht dargestellt, um weitere Kredite zu erhalten. KPN Qwest hatte diese Anwürfe zurückgewiesen und behauptet, Wirtschaftsprüfer von Arthur Andersen hätten die Bilanz des Jahres 2001 testiert.

Deloitte & Touche, das die holländische Andersen-Tochter Anfang Juni 2002 übernommen hat, erklärte, es gebe keinen Hinweis, dass ein Andersen-Angestellter die Bilanzzahlen freigegeben habe. Andersen habe den Jahresbericht angesichts "neuer Entwicklungen" nicht testiert. Der schon gedruckte Report wurde nie veröffentlicht, sondern von der Druckerei wegen unbezahlter Rechnungen zurückgehalten. (ls)