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13.09.1991 - 

Bündnis mit starkem Partner soll neue Unix-Dimensionen erschließen

Banyan und SCO wollen Vines für Unix-Applikationen öffnen

SANTA CRUZ/MÜNCHEN (IDG/CW) - Die von Banyan Systems unlängst in Aussicht gestellte Öffnung des Netzwerk-Betriebssystems Vines für Unix bekommt klarere Konturen. Das Unternehmen gab nun eine Kooperationsvereinbarung mit dem Open-Systems-Softwareanbieter Santa Cruz Operation (SCO) bekannt. Beide Firmen planen demnach den gegenseitigen Technologie-Austausch und eine gemeinsame Produktentwicklung.

Bereits vor einigen Wochen ging Banyan mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit, durch die Unterstützung eines auf Unix spezialisierten Unternehmens sein Betriebssystem Vines für Rechner unter Unix lauffähig machen zu wollen (siehe CW Nr. 34 vom 23. August 1991, S.17). Grundintention des in Westboro ansässigen Unternehmens ist dabei, wie es in der damaligen Erklärung hieß, den bisher abgeschlossenen Unix-Kernel zu öffnen, um Vines auf Rechner portieren zu können, die offene Betriebssysteme fahren. Über den Partner, der bei diesem Unterfangen Schützenhilfe leisten soll, schwiegen sich die Banyan-Verantwortlichen jedoch seinerzeit aus.

Mit der jetzt offiziell angekündigten Zusammenarbeit mit SCO ließ die Netzsoftware-Company die Katze früher als erwartet aus dem Sack. Ziel der auf dem SCO-Forum '91 unterzeichneten Vereinbarung ist laut Banyan die Erstellung einer Plattform für die Entwicklung einer "neuen Klasse verteilter Applikationen". Die Entscheidung für SCO als Kooperationspartner wurde laut James D'Arezzo, Vice Presìdent Marketing bei Banyan, aufgrund der "Führungsposition von SCO bei offenen Systemen" getroffen. Klare Vorgabe von Banyan sei, "Lösungen zu schaffen, die den Einsatz von unternehmensweit verteilten Netzen für den Anwender vereinfachen".

Dough Michels, Mitbegründer und Executive Vice President bei SC), hob in seiner Erklärung auf die Intention ab, die hinter dem Technologietransfer zwischen beiden Unternehmen steht: "Die gemeinsam mit Banyan zu entwickelnden Produkte zielen auf die Anforderungen der Anwender an offene Umgebungen hinsichtlich global verteilter DV-Ressourcen". Nach Ansicht des SCO-Verantwortlichen können im Zuge der eingeleiteten Kooperation SCO-Applikationen und Vines-Anwendungen leichter als bisher integriert werden. Zudem lassen sich, wie Michels ergänzte, künftig auch die von SCO-Unix durch Treibersoftware unterstützten Hardwareprodukte in Vines-Umgebungen nutzen.

Laut Bill Johnson, Director of Business Development bei Banyan, ist mit der Verfügbarkeit erster gemeinsamer Produkte Anfang 1992 zu rechnen. Er vergaß dabei nicht hinzufügen, daß unter SCO-Unix rund 5000 Applikationen laufen, die nun Vines-Anwendern zugänglich gemacht werden. Zurückhaltend bewertet man die Angelegenheit derzeit noch bei den bundesdeutschen Distributoren wie Telemation und Asonic. Dort will man unisono zunächst weitere Gespräche mit SCO abwarten, bevor man mit konkreten Aussagen zur künftigen Marktentwicklung Stellung nimmt.

Erste Reaktionen von Branchen-Insidern in den USA sprechen von einer strategischen Entscheidung, die den Anwendern mehr Investitionschutz für bereits installierte Systeme bringen werde. In den dortigen Fachkreisen sieht man Banyans klares Bekenntnis zu Unix als logische Konsequenz des sich auch im LAN-Markt zunehmend durchsetzenden Trends zu offenen Systemen. Banyans Hauptkonkurrent Novell arbeitet derzeit an der Integration von Netware und OS/2, mit deren Realisierung die Experten spätestens Ende 1992 rechnen. In diesem Kontext betrachtet, könnte die Kooperation Banyan/SCO nach Ansicht vieler Insider nur den Anfang einer ganzen Reihe weiterer Allianzen darstellen.