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27.12.1991 - 

Verdreifachung des Umsatzes angepeilt

Banyans Erfolg hängt von der Portierung der Netzwerkdienste ab

WESTBORO (IDG) - Die Weichen bei Banyan Systems sind auch für 1992 auf strategische Allianzen gestellt. Das Management des Unternehmens will in Zusammenarbeit mit Spezialisten die wichtigsten Services seines Netzwerk-Betriebssystems Vines auf Plattformen anderer Hersteller portieren.

Die Führungsetage der Company war schon vor Jahresfrist zu dem Ergebnis gekommen, daß Banyan im umkämpften Markt nur dann bestehen könne, wenn das Augenmerk verstärkt auf Software-Business und -Entwicklung gelegt wird. Deshalb begann das Unternehmen aus Westboro in Massachusetts bereits während des Jahres, sich sukzessive aus dem Hardwaregeschäft im LAN-Markt zurückzuziehen.

Als Erfolgsrezept zur Realisierung des gesteckten Zieles - nämlich den Umsatz in wenigen Jahren von gegenwärtig 100 Millionen Dollar auf mehr als das Dreifache zu steigern - soll jetzt die Abstimmung der Vines-Features auf die Umgebung anderer bekannter Netzwerk-Betriebssysteme, allen voran Netware von Novell, dienen. Außerdem hofft Präsident David Mahoney, durch höhere Gewinnspannen bei Softwareangeboten sowie Allianzen mit anderen Herstellern zur Verbesserung der Vines-Funktionalität das Überleben von Banyan am

Markt zu sichern.

Nach Ansicht vieler Marktbeobachter ist es höchste Zeit für die Amerikaner, Vines-Features, wie zum Beispiel den Adreß- und Message-Service Streettalk, für die Anwendung in Novell- oder Unix-Netzen zu öffnen. Dieser Schritt, nämlich die WAN- und Directory-Services an die Plattform andere Netzwerk-Betriebssysteme anzupassen, müsse, so die Meinung vieler Insider, sogar noch vor der Weiterentwicklung von Vines-Merkmalen stehen und mit Nachdruck verfolgt werden.

"Banyan muß seine Netzwerkdienste unverzüglich in Netware integrieren, wenn das Unternehmen überleben will", bringt John Girard, Manager der New Science Associates Inc., die Situation auf den Punkt und steht mit dieser Theorie keinewegs allein. Die Marktforscher sind sich weitgehend darüber einig, daß Banyan nur über den Weg, seine anerkannte Netzwerktechnologie als Multiplattform-Netzdienste anzubieten, verhindern kann, weiter hinter den unbestrittenen Marktführer Novell zurückzufallen.

"Banyan hatte in den 80er Jahren die beste Netztechnologie von allen, Novell ist aber der Marktführer", beschreibt George Colony, Präsident der Forrester Research Inc., die Situation. Banyan hat es seiner Meinung nach versäumt, schnell genug zu wachsen. Das soll sich jedoch ändern. Die Abstimmung der Vines-Services auf andere Produkte ist bereits beschlossene Sache, wobei hinter vorgehaltener Hand auch schon die Rede davon ist, daß Banyan seine Features für das Betriebssystem Windows NT von Microsoft liefern wird. Außerdem weist Präsident Mahoney auf die 1991 geschlossenen Allianzen hin, die die neue Strategie von Banyan belegen.

Allianzen machen Kapazitäten frei

Die beiden wichtigsten Abkommen hat das Unternehmen dieses Jahr mit der Santa Cruz Operation Inc. (SCO) sowie der Digital Communications Associates Inc. (DCA) getroffen.

SCO hat für Banyan die gesamte Unix-Entwicklung für das Produkt Vines übernommen, DCA gibt dem Unternehmen aus Westboro die Möglichkeit, in Zukunft Host-Connectivity für Vines-Anwender zu realisieren.

Durch diese Allianzen hat Banyan eigenen Angaben zufolge personelle und finanzielle Kapazitäten frei gemacht, die das Unternehmen jetzt für die Entwicklung und Verbesserung der Netzservices einsetzen will.

Darüber hinaus schließt Banyan aber weiter Kooperationen, auch solche, die nicht unmittelbar mit Netzdiensten zu tun haben, nicht aus.

Die Company wird zum Beispiel weiterhin ihre E-Mail-Maschine unterstützen, die Entwicklung benutzerfreundlicher Front-ends aber in andere Hände geben.

Banyan entwickelt außerdem für das Distributed Management Environment der Open Software Foundation eine Network Logger Utility, wovon sich Mahoney ebenso ein positives Echo für sein Produkt Vines erwartet.