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08.12.2008

Barfuß bis zum Schal

Bodyscanner am Fußballstadion? Fanstimmen vom Bundesliga-Gipfel Bayern München gegen TSG Hoffenheim.

Von Jan-Bernd Meyer und Simon Hülsbömer*

Nachdem die Flughafen-Tests der als "Nacktscanner" bekannt gewordenen Prüfgeräte Proteststürme auslösten, hörten wir einmal nach, wie es bei sportlichen Großereignissen mit einem möglichen Einsatz aussieht. Die Meinungen gehen auseinander.

Jennifer Budde, Kassel: "Gerade bei so einem Spiel wie heute lohnen sich terroristische Angriffe durchaus - wegen der erhöhten Medienaufmerksamkeit. Man weiß es nicht, es gibt immer Idioten. Deshalb: Wenn es der Sicherheit dient, finde ich Nacktscanner am Einlass okay. In der Sauna oder am Strand sieht man mich ja auch nackt."

Merle Langener, München: "Es ist am Stadion das Gleiche wie am Flughafen. Ein Eingriff in mein Privatleben. Hinein kommen die Fans alle - ob sie nun zehn oder 20 Minuten warten. Sauna finde ich auch scheiße."

Lars Krämer, Kassel: "Immerhin möglich, dass es Leute gibt, die die Scanner-Fotos dann ins Web stellen. Bei einem Spiel wie heute, wo zwei Vereine spielen, die gesittet miteinander umgehen, kann nicht viel passieren."

Jürgen Flach, München: "Da sollten sie lieber erst einmal in Argentinien mit anfangen. Da ist es ganz normal, dass man mit Schusswaffen und Messern ins Fußballstadion geht."

Sandra Schrey, Marburg: "Von Nacktscannern halte ich gar nichts. Das Rucksäcke-Kontrollieren und Abtasten nehme ich dafür gerne in Kauf."

Philipp Ziegler, Kassel: "165 Länder übertragen heute live im TV. Trotzdem glaube ich eher weniger, dass Terrorismus bei sportlichen Großereignissen eine wichtige Rolle spielt. Dennoch bin ich dafür, die Scanner hier aufzustellen."

Thorben Schrey, Marburg: "Wenn man es am Flughafen nicht macht, braucht man es am Stadion erst recht nicht. Bei internationalen Veranstaltungen kann man darüber nachdenken, aber bei Bundesliga-Spielen wie heute doch nicht. Aber: Hoffentlich passiert heute Abend nichts, sonst müssen wir noch einmal revidieren."

Fritz Semper, Bad Tölz: "Bin total dagegen. Ich finde es übertrieben. Wenn ich nicht einmal mehr zum Fußballspiel gehen kann, ohne durchleuchtet zu werden… Außerdem besteht die Gefahr, dass die das dann ins Internet stellen."

Holger Huber, Amberg: "So etwas geht zu arg in die Persönlichkeit."