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15.05.1981 - 

Umstellen auf neue TP-Philosophien:

Barocke Synchronprozeduren ohne Chance?

Von Angelika Oehler. Die Entwicklung neuer Technologien in bezug auf TP-Hard- und -Software zwingt den Anwender, seine Situation zu überdenken, falls er seinen "alten" Gerätepark an die Möglichkeiten und Chancen neuer Technologien anpassen will. Vielfach fühlt er sich aber durch seinen Mainframe-Lieferanten nicht ausreichend beziehungsweise nur einseitig unterstützt. Das Problem verlangt aber nach einer sorgfältig durchdachten mittelfristigen Lösung, weil es das DV-Budget eines TP-Anwenders empfindlich treffen kann.

Kennzeichnend für Systeme der 70er Jahre ist, daß sie durch die Entwicklung neuer Kommunikationsphilosophien - angefangen bei den Übertragungsprozeduren SDLC/HDLC bis hin zu den Netzphilosophien SNA oder X.25 - ins technische Abseits geraten. Welche Möglichkeiten bieten sich dem Anwender, auch in den Genuß fortschrittlicher Netztechnologien zu kommen, ohne das Budget zu sprengen?

Beschränken wir uns auf die TP-Komponenten, wichtigste Elemente der Datenkommunikation und nehmen an, daß diese in naher Zukunft keine bisynchronen Prozeduren wie zum Beispiel BSC und MSV unterstützen. In diesem Falle gibt es einige Alternativen, die bei einer Problemlösung zu berücksichtigen sind.

Die erste Alternative wäre, neue Mainframer-Release zu implementieren und neue Software-kompatible Terminals einzusetzen. Dies ist zwar eine elegante und Mainframer-freundliche Lösung, aber auch eine der teuersten Varianten bei Einsatz einer größeren Terminal-Stückzahl.

Das Gegenteil besteht darin, nichts zu tun. Mit altem Software-Release weiterfahren, dem Werben der Mainframer widerstehen und mit dem bewährten System der 70er Jahre bewußt in die 80er Jahre gehen. Den Vorteilen, nämlich keine zusätzliche DV-Kostenbelastung und keine Personalumschulung, stehen hier aber erhebliche Nachteile gegenüber. Der Anwender arbeitet mit einem "eingefrorenen System, ist nicht auf dem aktuellen Stand der Technologie und kann bei der Notwendigkeit zu einer Erweiterung des Systems unüberwindbare Schwierigkeiten bekommen.

Selbständige Eingriffe

Bei selbständigen Eingriffen ergeben sich Probleme, die gravierend sein können. Dem Mainframer wird die Wartung erheblich erschwert, beziehungsweise er kann die Wartung total ablehnen. Nimmt man einen Eingriff dennoch selbst vor, so sollte man daran denken, daß bei jeder Release-Änderung in Betriebssystem, TP-Komponenten und Standard-Anwendungsprogrammen die Änderungen auf Konsequenzen für den Anwender zu untersuchen sind. Dieser Aufwand ist bei größeren Systemen nicht zu unterschätzen.

Der Einsatz einer Black-box , einer mikroprozessorgesteuerten Einheit als Verbindungsglied zwischen dem zentralen Rechner und inkompatiblen Peripheriegeräten, ist bereits heute eine oft praktizierte Lösung. Sie entstand aus der rasanten Entwicklung von Mikrocomputern und der fortschreitenden Entwicklung von vermaschten Netzen, die es notwendig machten, intelligente Anpassungsbausteine zu konzipieren. Eindeutige Schnittstellen für Wartung, Unabhängigkeit von neuen Release-Versionen auf der Mainframe-Seite und wesentlich vereinfachte Anpassung an neue TP-Philosophien, vor allen an standardisierte wie X.25, zeigen sich hier von Vorteil. Black-boxen sind transportabel, leicht zu integrieren in ein bestehendes System und preisgünstig. Je nach Funktionsumfang (abhängig von der Konfiguration des Anwenders und des Herstellers) liegen die Kosten zwischen 50 000 und 110 000 Mark, was bei guter Planung die kostengünstigste Lösung für einen Anwender mit mehr als zehn Terminals darstellen kann.

Auch wenn der Einsatz einer Black-box viele Vorteile mit sich bringt, so sind auch bei dieser Lösung einige Tatsachen nicht außer acht zu lassen. Der Anwender muß sich bewußt sein, daß er bei Einsatz einer Black-box zu dem Kreis der Mixed-Hardware-Besitzer gehört. Weiterhin ist zu berücksichtigen, daß das Antwortzeitverhalten einer Dialoganwendung nicht durch das Zwischenschalten einer Komponente verbessert wird unter Beibehaltung der alten Leitungsgeschwindigkeiten .

-Angelika Oehler, Diplom-Mathematikerin und EDV-Beraterin, München.