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30.08.2007

Barriere zwischen TK und IT fällt

IDC: Das Management von Informations- und Kommunikationstechnik wächst zusammen.

Einen "Paradigmenwechsel" sagt das Marktforschungsinstitut IDC voraus: Bisher behandelten IT-Anwender und -Anbieter Kommunikations- und Informationstechnik als zwei unterschiedliche Fachgebiete. In Zukunft werde aber die technische Entwicklung zu einer Verschmelzung der Ressorts führen. Zu dieser Prognose kommt IDC in der Studie "ICT: A Forced Marriage or Perfect Match Between Networks and Software". Autor Dan Bieler zieht einen Vergleich: "Die Netzwerk-Infrastruktur bildet das Skelett, die IT das Nervensystem der IuK-Umgebung."

In den meisten Unternehmen werde heute die Kommunikationsumgebung separat von der IT-Infrastruktur aufgebaut und gepflegt. Auch die Anbieter seien auf einen der beiden Aspekte spezialisiert. Technische Faktoren ließen aber eine Integration erwarten. Schlagworte wie Voice over IP (VoIP), Konvergenz von Sprach- und Daten-übertragung oder von mobilen und Festnetzsystemen zeigten die Richtung an. Next Generation Networks (NGNs) basierten allesamt auf dem Internet Protocol, während auf der IT-Seite mit Web 2.0 ein Trend zu Integration und flexibler Organisation manifest werde. "Die Entstehung einer IP-basierenden Netzwerk-Infrastruktur bringt die Chance einer integrierten Informations- und Kommunikationstechnik", erklärt IDC-Analyst Bieler. Eine vereinte IuK-Technik mache ursprünglich stationär angelegte IT-Lösungen mobil. Dabei müsse ein Sicherheitsansatz für die Kommunikation und die IT gleichermaßen im Zentrum stehen.

Allerdings, so räumen die Marktforscher ein, stehen der prinzipiell unausweichlichen Entwicklung einige Hemmnisse entgegen. Das wichtigste ist die eingeengte fachliche Qualifikation der IT-Unternehmen und der Mitarbeiter auf Anwenderseite. Letztere arbeiteten in der Regel noch in engen Kompetenzsilos wie Server-, Datenbank-, Netzwerk- und End-User-Administration. Die Überwindung dieser Abschottungen bereite, so der IDC-Analyst, "ein signifikantes Potenzial für menschliche Konflikte, das die IuK-Integration behindern kann. Das wird keine leichte Aufgabe."

Bedeutung der CIOs wächst

Weil die Funktionsbereiche eigene Beziehungen zu Anbietern pflegen, seien die Anwenderunternehmen gefordert, "von oben" auf eine Verschmelzung der Ressorts hinzuwirken. Dies sei eine Aufgabe von CIOs und IT-Leitern. Und der könnten sie eigentlich ohnehin nicht entgehen. Denn für Anbieter mit einem integrierten Portfolio von IT- und Kommunikationslösungen seien künftig nicht mehr einzelne Fachgebiete die idealen Ansprechpartner, sondern eine übergeordnete Ebene.

Doch auch Lösungsanbieter für das IT-Management hätten in Sachen Sprachkommunikationstechnik bisher wenig zu bieten, und die Telcos verständen kaum etwas von den Aufgaben der IT-Administratoren. Diese Einseitigkeiten setzen sich bei ihren Vertriebspartnern fort. Bisher sei, so IDC, kein Hersteller so weit, jenseits seines Stammangebots viel mehr als Einzellösungen vorweisen zu können. Die IDC-Analysten empfehlen den Anwendern, sie bräuchten eigentlich nur eine Frage stellen: Versteht der Anbieter wirklich etwas von den Anforderungen der Kommunikation beziehungsweise von Softwarelösungen und Systemintegration? Die Antwort nimmt Analyst Bieler gleich vorweg: "Nicht wirklich." (ls)