Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

20.04.2001 - 

Internationale Untersuchung über Fachkräftemangel

Barrieren im europäischen Personaltransfer

FRANKFURT/M. (CW) - Europaweit mangelt es nach einer Studie des Personalberatungsunternehmens TMP Worldwide an qualifizierten Fach- und Führungskräften. Branchenübergreifend beklagen Manager die Hemmnisse bei der Personalrekrutierung im EU-Ausland. Vernachlässigte Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter könnten zu einem weiteren Manko im globalen Wettbewerb führen.

80 Prozent der 350 von TMP Worldwide befragten Manager aus Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien stellten fest, dass der Mangel an Fach- und Führungskräften bereits einen negativen Einfluss auf ihr Unternehmen hat. Diese Auswirkungen schätzten immerhin 44 Prozent aller Unternehmen als sehr folgenschwer ein. Eine Verschlechterung der Situation innerhalb der nächsten zwölf Monate erwarteten über 80 Prozent. 78 Prozent der Manager sind laut Studie davon überzeugt, dass grenzüberschreitende Personallösungen das Problem reduzieren würden.

Ebenso viele der Befragten standen indes der europäischen Personalrekrutierung wegen des Verwaltungsaufwands und der komplizierten Sachlage kritisch gegenüber. Als die größten Hindernisse einer grenzüberschreitenden Mobilität gelten laut TMP Worldwide

- mangelnde Informationen über Rechte und Chancen,

- zu wenig Markttransparenz,

- die Nichtanerkennung von Qualifikationen sowie

- fehlende Transferregelungen zwischen staatlichen Steuer- und Sozialleistungssystemen.

In den USA wechseln nach Angaben des Beratungsunternehmens etwa drei Prozent der Arbeitnehmer im Rahmen ihrer beruflichen Laufbahn den Bundesstaat, innerhalb der EU liege diese Zahl unter 0,5 Prozent. In vielen Fällen verfüge Europa zwar über die passenden qualifizierten Arbeitskräfte, diese befänden sich jedoch jeweils am "falschen Ort". "Könnte man bei der grenzüberschreitenden Rekrutierung die komplizierte Sachlage einfacher gestalten und die hohen Kosten vermeiden, hätten wir einen großen Schritt in Richtung eines konkurrenzfähigen Wirtschaftsumfelds getan", so Andreas Grant von TMP Worldwide.

Ein weiterer wesentlicher Begrenzungsfaktor ist aus Sicht der Befragten die unzureichende Investition in die Fortbildung der Mitarbeiter. Mit 93 Prozent waren sich fast alle Manager darüber im Klaren, wie wichtig das Konzept des lebenslangen Lernens für die Einstellung talentierter Mitarbeiter und deren Bindung an die Unternehmen ist. Doch nur 40 Prozent konnten konkrete Weiterbildungsmaßnahmen im eigenen Unternehmen nennen, die in den letzten zwölf Monaten stattgefunden hatten. Obwohl fast die Hälfte der Arbeitnehmer in Europa an ihrem Arbeitsplatz mit dem Computer arbeiten, haben nach einer von TMP Worldwide zitierten EU-Statistik nur 22 Prozent von ihnen PC-Schulungen besucht.

Die Bilanz des Personalberatungsunternehmens: Der Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften - insbesondere im IT-Sektor und im Consulting - ist in Deutschland nach wie vor das wesentliche Wachstumshemmnis. Zudem werde es für Europa immer schwieriger, auf dem internationalen Markt konkurrenzfährig zu bleiben, wenn der steigende Bedarf an technisch versierten, Internet-begeisterten und mobilen Arbeitskräften nicht gedeckt werde.