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27.01.1984 - 

PCM wie "Bunch" Anbieter wollen weiterhin am Midrange-Geschäft partizipieren:

BASF und Burroughs reagieren auf 4300-Offensive

ESCHBORN/LUDWIGSHAFEN- Sowohl PCM-Anbieter als auch "Bunch"-Vertreter rüsten mit neuen Announcements im Midrange-Bereich zum Schlagabtausch mit Big Blue. Mit der Ankündigung der neuen A-Serie glaubt die Burroughs GmbH als erster "Nichtkompatibler" der IBM 4361/4381-Attacke erfolgreich begegnen zu können. Auch BASF versucht stellvertretend für die PCM-Zunft dem Marktführer mit ihren neuen "XA-fähigen" Modellen 7/71 und 7/72 Paroli zu bieten, nachdem der Computer-riese im September letzten Jahres mit

seinen 4300-Modellen die Universalrechnerkonkurrenz in die Schranken verwiesen hatte.

Die deutsche Burroughs-Tochter schätzt ihre Chancen auf dem Inlandsmarkt offensichtlich realistisch ein: Obwohl die Ankündigung neuer Burroughs-Jumbos in der Bundesrepublik traditionell mehr ein "Ereignis für Computer-Enthusiasten" (O-Ton Burroughs) sei, sah sich das Unternehmen durch die veränderte Situation im unteren Mainframe-Bereich herausgefordert. Ging Big Blue mit den Announcements der letzten Jahre vor allem gegen den PCM-Wettbewerb vor, so setzte der Marktführer mit einem stark verbesserten Preis-/ Leistungsverhältnis seiner 4300-Maschinen im vergangenen Herbst auch den nichtkompatiblen Anbietern wie Honeywell Bull, Burroughs oder Sperry einen deutlichen Schuß vor den Bug.

Mit der jetzt weltweit angekündigten A-Serie des Detroiter Konzerns tritt die Memorex-Tochter gleich mit drei Varianten gegen die Midrange-Rechner der IBM an: der Typ A9 B zielt speziell auf das IBM-Modell 4361-5, die Baureihen A9 D und A9 F sind gegen die 4381-1 beziehungsweise die 4381-2 positioniert.

Das Konzept der neuentwickelten Computerserie des amerikanischen "Bunch"-Mitglieds (Bunch steht für Burroughs, Univac, NCR, Control Data und Honeywell) besteht aus einer Anzahl von Prozessoren mit unterschiedlichen Durchsatzraten von 1,2 bis 2,4

Mips. Seine kompatible Architektur innerhalb der eigenen Rechnerfamilie erhält die Anlage durch die Trennung in eine "logische" und eine physikalische" Maschine. Der Logik-Prozessor enthält das Betriebssystem und die Anwenderprogramme, das zweite Rechnerteil die Hardwarebauteile und den Mikrocode.

Das Grundsystem des A9-Rechners, der das Modell B 6900 in der Burroughs Produktpalette ersetzen soll, besteht aus dem auf ECL-Technologie basierenden Prozessorkomplex und den Subsystemen für die Ein-/Ausgabe, die Datenübertragung, den Hauptspeicher und die Diagnose. Der Hauptspeicher wird in Stufen von 6 MB bis 24 MB angeboten. Die Transferrate beträgt nach Angaben des Mainframers 6 MB pro Sekunde.

Voneinander unabhängige Kanalwerke, die mittels spezieller Mikroprozessoren realisiert werden, bilden das I/O-Subsystem der Anlage. Der gesamte Informationsaustausch zwischen Hauptspeicher und der Peripherie erfolgt über diese geräteabhängig ausgelegten Mikroprozessoren.

Das Subsystem für die Datenübertragung verteilt die Steuerung und Kontrolle der verschiedenen Kommunikationsebenen auf die Einheiten Zentralsystem, Netzwerkprozessor (NSP) und Leitungssteuerungsprozessor (LSP). Jeder NSP verfügt über bis zu 512 KB Lokalspeicher und läßt sich mit bis zu vier Zentraleinheiten verbinden. Nach Burroughs-Angaben können daher 144 Leitungen mit 1440 Terminals betrieben werden.

Während Burroughs als nichtkompatibler Anbieter die neuen Produkte im unteren Mainframe-Bereich erstmals ins Rennen schickt, zogen PCM-Anbieter bereits im letzten Jahr gegen die IBM-4300-Domäne zu Felde. Jetzt setzt auch die BASF AC; den Wettlauf mit den Modellen 7/71 und 7/72 fort.

Als Antwort auf die 4381, so die Ludwigshafener Manager, werde dem Anwender eine sinnvolle und wirtschaftliche Möglichkeit geboten, den Übergang von das auf MVS zu realisieren. Mit Durchsatzraten von etwa drei beziehungsweise vier Mips biete sich ein Wachstumspfad innerhalb einer Modellreihe bis zu 15 Mips. Zwar sei bereits das bisher angebotene Modell 7/68 in den Leistungsdaten nahezu mit der 4381 identisch, aber nicht XA-fähig. Diesem "außerordentlich geschickten Schachzug der IBM" (O-Ton BASF), halten die Ludwigshafener jetzt ebenfalls XA-orientierte Rechner entgegen.