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02.01.1998 - 

Hersteller versprechen Abhilfe

Batterien bleiben die Schwachstellen im Notebook

Notebooks ermöglichen mobiles Arbeiten; sie machen unabhängig und frei. Das jedenfalls suggerieren die Hersteller seit langem. Die Realität sieht vielfach anders aus. Statt der versprochenen vier, sechs oder gar acht Stunden ungestörten Betriebs machen die Portablen oft schon nach 30 Minuten schlapp. Der Grund dafür: Die Batterien oder Akkus sind leer.

Im Gegensatz zu den Hardwareherstellern folgen die Batterie-Chemiker offensichtlich nicht Moores Gesetz, nach dem sich alle 24 Monate - bei gleichem Preis - die technische Leistung verdoppelt. Seit dem Auftauchen der Lithium-Ionen-Stromquellen 1994 ist in diesem Bereich kein kaufbarer Fortschritt zu verzeichnen.

Wohl aber bei den Geräten, deren Komponenten immer mehr Strom aufnehmen: Die Bildschirme erreichen mit sichtbaren 13,3 Zoll schon das Format herkömmlicher Desktop-Monitore; Intel taktet die Prozessoren - nicht zuletzt wegen der umfangreichen Microsoft-Software - immer höher, und Peripheriegeräte wie CD-ROM-Laufwerke mit zehnfacher Geschwindigkeit gehören zur Standardausrüstung. Damit sind die drei schlimmsten Stromfresser genannt.

Vor allem der Strombedarf von Prozessoren stieg in den letzten Jahren gewaltig. Gab sich eine 486-CPU noch mit ein paar Watt zufrieden, so schluckt ein Pentium II bereits mehr als 25 Watt. Solche Chips sind für Notebooks ungeeignet, mehr als zehn Watt sollten Prozessoren dort nicht aufnehmen. Intels neueste Entwicklung für den mobilen PC, Codename "Deschutes", soll demnächst auf den Markt kommen und dank neuer Fertigungstechnik (0,25 Mikrometer) unterhalb der Zehn-Watt-Grenze liegen.

Peter Daum, Leiter des Benutzerservice bei der Agrippina Versicherung in Köln, betreut 800 tragbare Systeme für den Außendienst, die derzeit erneuert werden. Die Hauptschwierigkeit bei den Altgeräten, die meist mit Batterien auf Basis von Nickel-Metallhydrid arbeiten, liegt im Memory-Effekt. Der entsteht, wenn nicht vollständig entleerte Batterien neu aufgeladen werden. Die Stromzellen "merken" sich den halbvollen Zustand und laden oder entladen sich nur bis zu dieser Marke, obwohl noch viel mehr Leistung vorhanden wäre. Daum empfiehlt deshalb, die Benutzer für den richtigen Umgang mit Akkus zu schulen (siehe Kasten Seite 22).

Für die Neuanschaffung - IBMs Thinkpads mit Pentium 166 und 233 Megahertz - fährt Daum Volllasttests mit permanenten Zugriffen auf die CD-ROM-, Disketten- und Festplattenlaufwerke: "Bei diesem Test streben wir eine Betriebsdauer der Lithium-Ionen-Batterien von 80 Minuten an."

Die Versicherungsmakler benötigen vor Ort kein CD-ROM-Laufwerk und nur einen Bruchteil der Funktionen. Im Normalbetrieb mit allen eingeschalteten Stromsparmechanismen sollen die Neugeräte rund vier Stunden arbeiten.

Derzeit sind Anstrengungen seitens der Industrie zu bemerken, dem Batterie-Mißstand beizukommen. Unter der Federführung von Microsoft, Intel und Toshiba wurde die Initiative "Advanced Configuration Power Interface" (ACPI) ins Leben gerufen, der sich unter anderem auch die DV-Größen IBM und Compaq anschlossen. Ziel ist es, Microsofts Betriebssystem Windows 98 (Codename "Memphis"), das für 1998 angekündigt ist, ein Power-Management einzupflanzen. Das Betriebssystem soll Bestandteile des Notebooks automatisch abschalten, wenn es bestimmte vorher definierte Werte erreicht. Zugleich melden die Komponenten ihre aktuelle Leistungsaufnahme und ermöglichen es so den Software-Entwicklern, den jeweiligen Status (Stand-by, Suspend, Suspend-to-Disk, Suspend-to-RAM) zu verändern.

Gerry Purdy, President der kalifornischen "Mobile Insights", empfahl gegenüber der CW-Schwesterpublikation "Infoworld", daß " IT-Manager die Erfüllung der ACPI-Kriterien zu einer Beschaffungsbedingung machen". Derzeit werden Notebooks angeboten, die diesen Bedingungen noch nicht genügen, obwohl sich die Industrie zunehmend darauf konzentriert.

So stützt sich die BIOS-Schmiede Phoenix Technologies Ltd. mit dem "Activity Monitor" ebenfalls auf die ACPI-Bemühungen. Das Programm hat zwei neue Funktionen: Der Activity Monitor fragt den Status der Komponenten ab, ohne sie zu aktivieren. Zudem läßt er sich an die Applika- tionsprogramme anpassen. Ruft der Anwender beispielsweise ein Grafikprogramm auf, dann werden die notwendigen Notebook-Komponenten entsprechend den Gepflogenheiten des Benutzers aktiviert oder deaktiviert.

Schon jetzt nutzt Acer Technology für sein"Travelmate 7100" eine selbstentwickelte Hardwaretechnik, die dem Mobilrechner eine ununterbrochene Betriebszeit von über acht Stunden verleihen soll. Die Acer-Ingenieure kontrollieren über das eigene BIOS jede Komponente im Rechner und erzielen so eine Effizienz für die Stromversorgung von 94 Prozent statt der üblichen 84 Prozent.

STROMSPAREN

- Display erst nach zirka zehn Minuten abschalten - Neustart kostet extra Energie.

- Alle unbenutzten Schnittstellen deaktivieren.

- Wenn möglich, Hintergrundbeleuchtung reduzieren.

- Stand-by-Modus so einrichten, daß das Gerät nach zirka 15 Minuten ohne Eingaben abschaltet (zusätzlich Suspend- oder Hibernations-Modus für die Abschaltung bei Akkuende aktivieren - so wird immer der letzte Arbeitsspeicherinhalt mitgesichert).

- Windows: Genügend Arbeitsspeicher einbauen, das macht eine Auslagerungsdatei unnötig und vermeidet Festplattenzugriffe.

- DOS/Windows 3.x: Stromsparfunktionen über Power.exe aktivieren (in der Datei Config. sys etwa die Zeile "devicehigh= c:

dos

power.exe" einfügen).